kharkiv
Sep 15–16 in Ukraine
🌧 15 °C
nachdem ich in lviv überzeugen lassen habe, dass kyiv durchaus drin wär, so habe ich mich auch in kyiv überzeugen lassen, dass kharkiv die reise wert ist. also geht es weiter mit luke und alina, die in kyiv wieder zu uns gestoßen war. sorry, mama ✌️
unser nachtzug war holpriger als gewohnt. da die ukraine in ländlichen gebieten absichtlich das gps jammed, hat man besonders im dunklen keine ahnung wo man ist. auch mein handy zeigte nur die zeit für lima, peru und internet ist eh schwierig, deshalb waren wir mehr als überrascht, als wir pünktlich um 5 uhr morgens kurz vor kharkiv vom schaffner geweckt wurden, obwohl wir mit mehr als 4 stunden verspätung in kyiv losgefahren waren. das erklärt das ruckeln.
der erste eindruck von kharkiv war extrem deprimierend. wie chemnitz hoch 3, plus schüttender regen. dazu kamen noch die ersten interaktionen mit den einwohnern. ich wurde gewarnt, dass es in der ukrainer ein ähnliches west-ost-gefälle wie in deutschland gibt, aber derartig schroffe leute hab ich lange nicht gesehen. im kontext aber fairerweise mehr als verständlich.
am ersten tag haben wir erstmal ordentlich ausgeschlafen und haben ein bisschen das zentrum erkundet. sehr grau, sehr leer, aber stellenweise auch ganz hübsch und das essen nach wie vor unschlagbar.
am zweiten tag ging es dann raus nach saltivka, einem wohnblockgebiet im norden der stadt, das vor allem zu beginn der invasion besonders schwer mitgenommen wurde. hier offenbahrte sich das erstes mal die ukraine, wie sie momentan in den köpfen der meisten deutschen aussieht. zerscherbelte und verbarrikadierte fester, ad hoc errichtete luftschutzbunker, löcher in den wänden und teilweise trümmerhaufen, wo früher mal häuserblocks gestanden haben. die meisten sind wohl weggezogen, auf den spielplätzen und vor der zerlöcherten schule haben wir kaum jemanden angetroffen. die blocks hier am stadtrand schauen aufs offene feld. sehr komisches gefühl, zu wissen, dass man hier loslaufen könnte und innerhalb einer entspannten tageswanderung an der front wäre.
luke hatte dort dann noch einen termin bei einer shooting range, zu dem ich mitgegangen bin. habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch mal zu schießen. jaaa ich weiß.
in kharkiv mussten wir uns dann von alina verabschieden. und damit ab nach odessa :)Read more














