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  • Day146

    Bali - Viele neue Eindrücke

    June 2, 2017 in Indonesia ⋅ 🌬 28 °C

    Auf das Boarden musste ich gestern beim ersten Flieger etwas warten, was nicht weiter schlimm war. Das Flugzeug nach Singapur war ein größeres, somit konnte ich mich bequem hinsetzen und hatte genügend Platz für meine Beine. Links neben mir saß ein älterer Herr ich glaube aus Indien und rechts der Fensterplatz war leer. Ich fragte den Herrn, ob er sich dorthin setzen wolle, da er verneinte setzte ich mich dorthin und konnte nach dem Start die Lichter von Sydney zum letzten Mal bestaunen. Der ältere Herr suchte dann das Gespräch, ich hörte hin und versuchte ihm zu folgen aber ich war müde und wollte eigentlich schlafen. Nach ein paar Minuten konnte ich dann auch meins machen. Ich hörte Musik und machte meine Augen zu. Überhaupt schlief ich den größten Teil des Fluges aber wurde immer wieder zwischendurch wach, da es nicht so bequem war. Entsprechend froh war ich in Singapur gelandet zu sein.

    Der Flughafen in Singapur glich einen kleinen Geisterhaus. Es war um drei Uhr und nur vereinzelt hatten Geschäfte geöffnet. Ein paar Bänke oder Sitzecken waren voll mit schlafenden, die wie ich wohl einen längere Wartezeit vor sich hatten. Meine betrug drei Stunden. Zuerst ging ich an die Information und fragte ob ich mein Gepäck wirklich erst in Bali erhalte und nicht neu einchecken muss, da beim Ticketkauf eine Information stand, dass es durchaus sein kann. Dies war nicht der Fall, danach erkundigte ich mich nach dem Wlan Passwort, welches ich umgehend erhielt. Ich schlenderte etwas ziellos durch das Terminal. Mein nächsten Flug hatte ich bereits auf der Liste gefunden und wusste das Gate. Ich setzte mich irgendwohin wo Platz war und schaute ein wenig im Internet, ehe ich zum Gate ging. Dort schrieb ich an meinen letzten Berichten.

    Die Zeit schritt voran und ich konnte durch die Sicherheitskontrolle für meinen Flug nach Bali. Im Wartebereich musste ich mich nur kurz hinsetzen und wir konnten boarden. Das Flugzeug war deutlich kleiner als das Letzte und dementsprechend enger. Insgesamt machte dies nicht den besten Eindruck. Somit viel mir es schwer in diesem zu schlafen, zum Glück war der Flug nicht all zu lang, halb zehn konnte wir bereits in Bali wieder aussteigen und ich hatte mein Ziel fast erreicht. Jetzt warteten zwei weitere Kontrollen auf mich, danach musste ich mir einen Weg zum Hotel suchen. Ich kam vom Flugzeug in einen längeren Gang, welcher in einer großen Halle mündete. Diese war echt riesig. Ich hatte ein wenig den Eindruck an die Hallen der Zwerge von der Herr der Ringe (natürlich etwas kleiner) aber es war ein ziemlich großer Raum mit vielen Säulen. Am Ende der Halle war dann schließlich die Passkontrolle. Ich war an der Reihe und der Gegenüber lies sich ein wenig Zeit aber schickte mich doch durch. Danach schnappte ich mir meinen Rucksack bei der Gepäckausgabe und musste durch die Gepäckkontrolle. Dort standen viele Leute an, sodass dies ein wenig Zeit in Anspruch nahm. Irgendwann war dies auch geschafft und ich stand mit Fragezeichen am Flughafen.

    Ich hatte ja kein Internet und hatte den selben Plan wie in Brisbane damals mir zu erst eine Simkarte zu organisieren. Es gab auch einen Stand, welcher zehn GB für zwei Wochen oder zwölf GB für einen Monat verkaufte. Für einen Monat sollte ich dann 400000 Rupiah bezahlen, was etwa 26 Euro sind. Das war mir zu viel und deswegen ging es ohne weiter. Ich hob meine ersten Rupiah ab und war sofort Millionär :) Aber 1.500.000 Rupiah sind gerade mal 100 Euro. Danach irrte ich etwas ziellos herum, was die Taxifahrer um mich herum etwas anzuziehen schien. Jeder sprach mich an und einer wollte nicht von meiner Seite weichen, erst als ich in einem anderen Ton sagte, dass er mir nicht mehr folgen solle, nahm er Abstand. Ich war nun etwas aus dem Trubel heraus und wie sollte es nun weiter gehen. In dem Moment kam ein Mann auf mich zu, welcher mich fragte was ich denn suche. Darauf fragte ich nach einen Laden, wo ich Simkarten kaufen könnte. Er meinte das im Eingangsbereich einer wäre aber dieser teuer sei, den hatte ich ja auch schon gefunden. Er meinte ich müsse in die Stadt, da wäre es billig. Schließlich fragte er mich, wo ich hin wollte und das er mich hinbringen kann. Wir vereinbarten einen Preis, wobei ich überlegte und er diesen reduzierte. Ok, dann fahren wir mal, ist besser als seine Zeit zu verschwenden.

    Wir gingen zu seinem Auto und fuhren zuerst zu einem Handyladen, welcher mir günstiger eine Simkarte anbot. Damit war die Aufgabe erledigt. Weiter ging es in mein Hotel. Hier lernte ich Bali vom Verkehrsnetz kennen. Also ein öffentliches Verkehrssystem gibt es ja nicht. Weiter gibt es auf Bali etwa 3,9 Millionen Einwohner wobei auf mehr als jeden zweiten ein Motorroller kommt. Sprich jede Familie hat mindestens einen. So sieht es auch auf den Straßen aus. Kombiniert man das ganze mit keinen Verkehrsregeln und Geschwindigkeitslimit, geschweige denn Vorfahrtsregeln ist das Chaos perfekt. Jeder drängt sich in die noch so kleine Lücke. Links und rechts fahren die Motorroller vorbei und selbst Autos fahren zwischenzeitlich auf einer einspurigen Fahrbahn nebeneinander. Teilweise sitzen ganze Familien auf einen Roller oder der Sozius spielt mit beiden Händen während der Fahrt mit dem Handy oder macht die Haare der Fahrerin. Nebenbei sieht man die Wohngegenden, welche teilweise ziemlich ärmlich sind. Also Bali hat mich auf jeden Fall ziemlich geflasht. So viele neue Eindrücke und Erfahrungen müssen erst einmal verarbeitet werden. Mit meinem Taxifahrer unterhielt ich mich die ganze Zeit und versuchte gleich durch viele Fragen möglichst viele Informationen zu bekommen, welche mir die nächste Zeit weiterhelfen sollten. Er war hilfsbereit und bot auch für die kommende Zeit seine Hilfe und Dienste an, wobei ich den Gedanken nicht los wurde, zu viel für die Fahrt und die Simkarte bezahlt zu haben. Da ich keine Preise wusste und nichts vergleichen konnte, musste ich dies wohl so hinnehmen. Immerhin kam ich durch ihn sicher am Hotel an und hatte zusätzlich meine Simkarte und Informationen erhalten.

    Ich war nun im Hotel und es war erst gegen ein Uhr (Check in war um drei Uhr) aber mein Zimmer war fertig und ich konnte es beziehen. Das Zimmer war wie auf den Bildern und mich erwartete keine böse Überraschung. Da ich ein wenig Hunger hatte, wollte ich mir etwas zu Essen holen. Direkt gegenüber von meinem Hotel befindet sich der traditionelle Markt, über den ich nur kurz schlenderte. Dafür musste ich über die Straße, welches mir dann doch ganz gut gelang. Ich suchte eigentlich einen Supermarkt, ein kleiner war direkt neben dem Hotel, welcher nur Süßes, ein wenig Backwaren und zu Trinken verkaufte. Die größeren Supermärkte waren weiter weg, sodass ich mich dort eindeckte. Zurück in der Unterkunft aß ich kurz was und schlief danach Runde, nichts ahnend, dass ich erst gegen Abend wieder erwachen sollte. Nun ging es wieder auf Nahrungssuche. Der Markt gegenüber war nun deutlich größer aber irgendwie war es noch nicht so meins. Ich ging die Straße entlang und sah immer wieder kleinere mobile Läden, wo immer frisch gekocht wurde. Letztendlich entschied ich mich für Hühnchen welche mit einer Art Flakes paniert und in Öl gebraten war. Damit ging es wieder zurück und ich hatte die nächsten Eindrücke zu verarbeiten. Ich muss dazu sagen, dass ich in einer Gegend wohne, wo mehr die Einwohner wohnen, nämlich in Denpasar. Der touristische Teil ist eher an der Küste, um den Flughafen herum. Das heißt alle wissen sofort, dass ich woanders herkomme und denken, der hat Geld. Dementsprechend kommen auch kleine Kinder zu dir, zupfen an deiner Hose und betteln dich um Geld an. Von Händlern wirst du natürlich gleich angesprochen. Dies bringt einen manchmal in unangenehme Situationen. Ich glaube ich muss mich hier eingewöhnen und nach ein paar Tagen sieht es schon anders aus.

    Zurück in meinem Zimmer aß ich mein Essen und vertrieb mir die Zeit. Eigentlich wollte ich heute schon einen Teil meiner Berichte schaffen, mit denen ich weiterhin hinterher hänge aber daraus ist nichts geworden, stattdessen verschob ich es auf den nächsten Tag.
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