Rinjani - Etappe 1 zum Kraterrand
May 11, 2024 in Indonesia ⋅ ☁️ 17 °C
Früh am Morgen (5:50 Uhr) klingelte der Wecker. Unsere Sachen waren so gut es ging vorbereitet. Während die letzten Sachen im Rucksack landeten, wurde es plötzlich dunkel. Ein kleiner Stromausfall warf uns zeitlich zwar etwas zurück, was aber zu verkraften war. Unsere Rucksäcke nahmen wir mit zum Frühstück, wo wir typisch für Vietnam und Indonesien einen Bananenpancake bekamen. Unser Guide Al stellte sich währenddessen vor und drückte ein wenig auf die Zeit. Leider wollten hier ziemlich viele die Tour zum Rinjani starten, sodass ein wenig was los war.
Der Zimmerschlüssel war abgeben und unsere Rucksäcke auf der Ladefläche eines kleinen Trucks verstaut. Zu unserer Überraschung sollten wir mit unserem Guide auch drauf. Wie wir unterwegs mitbekamen, ist das wohl hier so üblich. Mit dabei waren auch unser zwei Träger, welche das Zelt und Equipment, sowie sämtliche Vorräte für die nächsten vier Tage dabeihatten. Circa eine Stunde hielten wir uns in den Serpentinen fest und rutschten trotzdem hin und her. Immer im Blick war der Vulkan Rinjani, um welchen wir herumfuhren. Unser Fahrer hatte es eilig, überholte was er konnte und verschaffte sich mit mehrmaligen Hupen immer wieder Platz. Es ging letztendlich alles gut und wir kamen bei der Registrierung des Nationalparks an, welche gut besucht war. Wir hatten Glück und brauchten nur kurz die Personalausweise vorzeigen. Danach ging es zum Einstiegspunkt, natürlich wieder auf der Ladefläche. Die letzten Meter fuhren wir über einen holprigen Feldweg, der alles nochmal zurecht rutschte.
Der Rucksack war aufgesetzt und wir frohen Mutes für die erste Etappe. 1600 Höhenmeter bergauf warteten erklommen zu werden. Der erste Teil der Strecke verlief in einer Art Savanne. Wir hatten blauen Himmel und die Sonne drückte Erbarmungslos von oben. Der staubige Feldweg begleitete uns anschließend durch ein kleines Waldgebiet und führte sachte nach oben. Den ersten Versorgungspunkt hatten wir nach 1:45h erreicht. Hier machten wir nur eine kurze Pause, denn erst ab Versorgungspunkt zwei sollte es Mittag geben. Der Anstieg wurde zunehmend beschwerlicher und die Sonne drückte weiterhin. Kurz vor dem zweiten Versorgungspunkt liefen wir über eine Brücke, darunter hatte das Wasser bereits tiefe Furchen gezogen. In der Regensaison gehen hier viele Wassermassen herunter, weswegen der Berg um die Zeit gesperrt wird. Ein Träger war bereits angekommen und bereitete das Mittag frisch zu, der andere kam wenig später und half ihm dabei. Wir bekamen der weile ein Getränk und warteten zum Glück im überdachten Bereich. Was die beiden mit Campingkocher auf die Beine stellten, war schon ziemlich lecker. Hähnchenspieße mit Erdnusssoße, dazu Reis und Pfannengemüse. Dazu gab es einen Obstteller, den wir nicht mehr schafften.
Am Berg bildeten sich langsam dichtere Wolken, auf die glaube ich jeder hoffte. Nun folgte der schwierigste Teil. Von 1600 Höhenmeter waren noch etwas über 1000 Höhenmeter übrig und das lediglich auf eine Strecke von 4,3 km. Der Weg wurde erst steiniger, bevor er in einen rutschigen Sandweg überging. Die Wolken hatten uns inzwischen umstellt und ließen nur ab und zu den Blick ins Tal erscheinen. Mit kleineren Pausen hangelten wir uns von Versorgungspunkt drei und vier schließlich ins Camp am Kraterrand. Dabei liefen wir mit den Trägern und den anderen Wanderern in einer Schlange. Das Tragegestell der Träger ist nur eine Bambuslatte, circa anderthalb Meter lang, wo an beiden Seiten ein Holzkorb befestigt war. In diesem trugen sie die gesamten Sachen nach oben, welche zwischen 30kg und 40kg wogen. Schuhwerk waren lediglich Flipflops, welche auf den steileren Stellen auch ausgezogen wurden. Der Krater war wolkenverhangen, während die Seite zum Meer eine schöne Aussicht bot. Wir bekamen zwei Campingstühle hingestellt, während unser Zelt aufgebaut wurde. Alles war fertig, dann bekamen wir das nächste Essen serviert, frittierte Bananen mit Schokosoße und Käse. Bei mir gab es noch einen Kaffee und für Caro ein Ingwertee. Danach hatten wir Freizeit, indem wir die Aussicht genossen und uns mit langen Sachen auskleideten, damit die Sonne, die wieder ihre Kraft wiederentdeckt hatte, wenig Angriffsfläche hatte. Selbst der Krater wurde zum Abend hin wolkenfrei und wir bekamen einen ersten Eindruck vom Kratersee. Die Drohne ließ ich zwei Mal steigen, wobei ich die strömenden Luftmassen unterschätze und sie beinahe geerdet hätte. Immer wieder trafen weitere Wanderer ein, wobei wir in Camp 3 von 4 (die beiden hinteren, dem Gipfel am nächsten) untergekommen waren. Unser Tisch stand direkt am Kraterrand mit Blick auf den See. Zwischendurch besuchte uns noch eine Affenbande, welche vom Nachbartisch die Snacks klaute.
Der Sonnenuntergang nahte und der Wind frischte immer weiter auf. Wir verkrümelten uns schließlich ins Zelt und kamen nur zum Abendbrot raus. Es bestand aus einer Art grünes Curry mit Reis, einem Hühnerbein und einem Ei. Ist schon erstaunlich, wo die das herzaubern. Allerdings hatte ich kaum Hunger und obwohl es lecker war, bekam ich nur schwer einen Bissen herunter. Danach bereiteten wir den Rucksack vor, denn mitten in der Nacht um 1:30Uhr klingelt der Wecker zum Gipfelanstieg und der soll es in sich haben. Deswegen versuchten wir im windgebeutelten Zelt zeitig in den Schlaf zu finden.Read more










