El Tatio und ab nach Puerto Montt
December 11, 2025 in Chile ⋅ 🌬 11 °C
Wie schon am Vortag erwähnt klingelte der Wecker 4Uhr. Die Sachen waren schnell im Auto verstaut, noch was Kleines für den Magen und schon ging es los. In der Stadt sahen wir bereits viele Tourbusse, welche die Leute für das gleich Highlight einsammelten, wo wir hinwollten. Der El Tatio ist ein Geothermalgebiet auf 4300 Meter Höhe. Damit ist es mit circa 80 Geysiren das höchstgelegene Geysirfeld und das drittgrößte der Erde. Besonders zum Sonnenaufgang sind die zahlreichen Dampfsäulen gut sichtbar.
Wir hatten ein gutes Timing, nur ein Tourbus fuhr vor uns und wir konnten uns an diesem orientieren. In völliger Dunkelheit ist es nicht schlecht, wenn einer vorausfährt, der die schlechten Straßenabschnitte kennt. Die Anfahrt hatte es auch in sich, es waren circa 80km aber etwas länger als anderthalb Stunden zu fahren. Manchmal war die Straße gut und man konnte Meter machen, hin und wieder ein größeres Schlagloch aber der Zeitfresser waren das Kurvengeschlängel und die Offroadpassagen mit starken Spurrillen. Durch die Dunkelheit sah ich auch nicht alles schnell genug. Was der Mietwagen die letzten Tage geschont wurde, bekam er nun doch zu spüren.
Meine Müdigkeit hielt sich in Grenzen und wir kletterten stetig nach oben. Was eher nach unten kletterte war die Temperatur. Oben angekommen standen -5°C in der Multimediaanzeige des Autos. Die Schranke war noch zu und wir eines der vorderen Fahrzeuge in der Reihe. Wir nutzen die Zeit, um ein paar Wärmeschichten hinzuzufügen. Als die Schranke öffnete ging alles recht fix. Wir bekamen eine Übersichtskarte, mussten unsere Daten angeben und am Ticketschalter circa 30€ löhnen und schon durften wir rein. Beim Hereinfahren, war unsere Position gegenüber des Geysirfeldes erhaben und wir sahen die zahlreichen Dampfsäulen emporteigen. Das Auto war abgestellt und nun ging es zu Fuß weiter. Es hatte bereits angefangen zu dämmern, als wir die ersten Dampfsäulen passierten. Blubbernde und zischende Geräusche kamen aus der Erde. Wasserflächen dampften und manche Geysire spritzen ihr Wasser bis circa zwei Meter in die Höhe. Manche Geysire produzierten so viel Wasserdampf, dass man nicht hindurchblicken konnte. Der Himmel färbte sich allmählich hellblau und die ersten Sonnenstrahlen trafen auf die umliegenden Vulkane. Ein mystisches Spektakel, welches wir später noch von einem anderen Punkt beobachteten. An diesem war ein Becken erbaut worden, wo man hätte Baden gehen können aber es war geschlossen. Die Sonne schien nun auf das Geysirfeld und die kleinen Dampfwolken verschwanden, dafür kamen Farbspiele des mineralhaltigen Wassers zum Vorschein. Ein schöner Abschluss, denn unsere zweite Etappe neigt sich bereits dem Ende.
Jetzt ging es direkt zum Flughafen in Calama. Direkt hieß 137 km und circa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Der erste Abschnitt war derselbe, ehe wir rechterhand in die Berglandschaft abbogen. Der Weg hätte beinah ein kurzes Ende gefunden, denn der Seitenweg (auf dem wir waren), war plötzlich vom Hauptweg durch eine Böschung, mit Steinen getrennt. Zum Glück fanden wir eine Lücke und wir konnten weiterfahren. Die Straßenverhältnisse waren besser als auf dem Hinweg, so ging es etwas schneller voran. Wir befanden uns noch immer in dieser beeindruckenden Landschaft, welche sich immer wieder änderte. Schluchten, Ebenen, Vulkane, grau, grün, gelblich, felsig, sandig. Die einzigen welche uns entgegen kamen waren Baufahrzeuge, da die Tour wahrscheinlich nur sehr selten von Calama durchgeführt wird. Dementsprechend waren wir größtenteils allein unterwegs, nur ein paar Esel bremsten uns einmal aus.
Die Abgabe des Mietautos verlief entgegen der Abholung ohne Probleme. Ob es bei den Flügen auch so sein würde, werden wir sehen. Insgesamt erwarteten uns heute drei Flüge und das Gepäck wird automatisch weitergeleitet. Von Calama – La Serena – Santiago geht es nach Puerto Montt. In La Serena hatten wir einen längeren Aufenthalt, den wir mit Empanadas und einen Kaffee füllten. Unser zweiter Flug hatte bereitsein wenig Verspätung aber zum Glück brauchten wir bei Ankunft nur aus dem Flugzeug aussteigen und waren gleich am richtigen Gate für den letzten. Es gab keine Überraschungen, alles lief sehr gut und auch unsere Rucksäcke haben keinen Flug verpasst. Begrüßt wurden wir in Puerto Montt von einer regnerischen Nacht, es war bereits kurz vor Mitternacht. Noch schnell mit dem Uber zum Ibis Hotel. Nochmal in einer qualitativ höheren Unterkunft schlafen, bevor es in den kleinen Camper geht. Der eigentliche Grund war, dass die Rezeption rund um die Uhr besetzt war und wir dadurch keinen Stress mit dem späten Check In hatten. Der lange Tag neigte sich dem Ende und wir fielen müde ins Bett.Read more













