• Immer wieder Chaiten

    14. december 2025, Chile ⋅ 🌧 8 °C

    Die Tropfen, welche von oben auf dem Camper trafen, weckten uns heute Morgen. Die Hoffnung, trocken in den Tag zu starten, schwand bevor die Tür des Campers auf war. Das Frühstück gab es somit vorn im Camper. Ich war zu dem Zeitpunkt aber schon ein wenig in Sorge, denn mein Touchdisplay vom Handy wollte nicht mehr funktionieren. Die Hoffnung durch die Lüftung das Handy weiter zu trocknen und wieder funktionsfähig zu bekommen, schlug leider fehl. Ich hatte mein Handy gestern erst in der Hosentasche und später in der Tasche der Regenjacke. Leider war diese gestern total durch gewesen und das Wasser konnte somit ungehindert eindringen. Beim Ablösen des Displays sah man bereits korrodierte Stellen. Ein Neustart sollte die Lösung bringen, weswegen wir zurück nach Chaiten fuhren. Kurz recherchiert und das Handy ohne Touchdisplay neu gestartet aber ohne Erfolg.

    Das Problem, über mein Handy laufen so gut wie alle Dinge. Wichtige Dokumente, Emailverkehr, Buchungen, Bankkonto für unser Reisekonto, Fotos, Verifizierungen für Zahlungen und 2 Wege Verifizierung für diverse Konten. Daher war das schon ein größeres Problem.

    Wir beschlossen, das Handy weiter zu trocknen und zu unserer ersten Wanderung aufzubrechen. Auf dem Weg kam uns der Gedanke vorübergehend Caro ihr Handy umzufunktionieren. Also wieder kehrt, denn ohne mobile Daten war schlecht. Wieder in Chaiten angekommen, installierten wir Apps, konnten meine Chile Sim Karte in den Laptop einstecken und zum Laufen bringen. Daher hatte ich wieder Zugang zu meinen Mails und Sicherheitsabfragen. Meine Sim Karte von Zuhause wanderte in Caros Handy, somit waren die Sicherheitscodes per SMS wieder möglich und so hangelten wir uns durch verschiedene Sachen, Navigation, Barclays, Postfach, Booking und vieles mehr. Statt eine Runde mit Gletscherblick zu erleben, standen wir am Straßenrand, zugegeben mit Meerblick, aber den konnten wir in dem Moment nicht genießen. Als die Übernahme von Caros Handy erfolgreich abgeschlossen war, sollte es diesmal zu dem Pumalin Nationalpark auf die Gletscherrunde gehen. Halt, Stop, … meine Drohne kann ich nicht mehr mit meinem Handy steuern und das Kabel für Apple hatte ich leider Zuhause gelassen. Heute ist Sonntag aber vielleicht haben ja trotzdem in den kleinen Ort Chaiten ein paar Läden auf. Ein Minimarkt hatte die Türen geöffnet und Handysachen im Angebot, das gesuchte Kabel, USB C Stecker auf Lightning Stecker war nicht dabei. In der Einkaufsschlange hatte jemand das Problem mitbekommen. Während wir uns eine Kleinigkeit kauften, wurde eine weitere Person kontaktiert und diese sollte das Kabel haben und in einer Stunde vor Ort sein. Wir nutzten die Zeit und machten einen kleinen Strandspaziergang, wofür wir gestern keine Zeit mehr gehabt hatten. Im bisherigen Tagesverlauf, türmten sich die Wolken und ergossen sich immer mal wieder. Am Strand war es zum Glück relativ trocken geblieben. Viel Treibholz lag am Strand verteilt, welches durch die Witterung seltsame Strukturen ausgebildet hatte. Die Zeit war schneller rum als gedacht und wir fuhren skeptisch zu dem besagten Laden. Tatsache es passt, kostete sieben Euro, nehmen wir.

    Nun mit einem Handy weniger, aber so gut wie allen notwendigen auf dem Anderen, schafften wir es über die Stadtgrenzen hinaus aber hatten immens an Zeit verloren. Erst 15:15Uhr konnten wir wirklich zu unserem Ziel aufbrechen. Am Eingang am Punmalin Nationalpark wollten wir uns kurz informieren, wo wir die Info bekamen, dass die geplante Wanderroute auf unbestimmt gesperrt ist. Wegen der fortgeschrittenen Zeit wäre aber selbst die kleinste Runde nicht mehr möglich gewesen, denn der Park schließt bereits 17:30Uhr. Also sagten wir uns, „vielleicht auf dem Rückweg“. Das wir den Spruch noch öfter an diesem Tag sagen werden, war uns zu dem Zeitpunkt nicht klar.

    Die vor uns liegende Wegstrecke führte uns mehr in die Berge, welche aber nur teilweise sichtbar gewesen waren. Tiefhängende Wolken und andauernder Regen machten schöne Aussichten zu Nichte. Links und rechts erhoben sich tiefgrüne Berge empor und kurz vor der Wolkendecke konnte man Ausschnittsweise die ersten Schneefelder erkennen aber das Bergpanorama blieb uns leider verborgen. Wir schlängelten uns Berge empor und sahen immer wieder Radfahrer, welche sich an den Steigungen im strömenden Regen abmühten und hatten schon ein wenig Mitleid. Ein paar Motorradfahrer hatten sich das bestimmt auch anders vorgestellt. Aber ein paar schöne Flecken gab es trotzdem. Täler mit breiten, türkisfarbenen Flüssen, worüber alte Stahlbrücken gebaut waren. Ausgewaschene Flusslandschaften, welche nur erahnen lassen, welche Wassermassen hier runterkommen müssen und wunderschöne Seen, welche sich um die Berge ausgebreitet hatten. Die Drohne musste im Trockenen bleiben, „vielleicht auf dem Rückweg“, sowie die Hoffnung auf die etlichen Bergpanoramas.

    Insgesamt ging es heute 204km durch dir bergige Landschaft von Patagonien. Die Straße war asphaltiert und in einem guten Zustand. Mein Gemütszustand verbesserte sich, trotz Caros Versuche nur langsam.

    Die heißen Quellen, ein Ziel, welches wir heute auch schaffen wollten, verpassten wir ebenfalls. Kurz vor unserem Zeltplatz schauten wir uns noch die Stadt Puerto Puyuhuapi an. Viele alte, einfache Holzhäuser, welche den nächsten Anstrich schon gebraucht hätten und einen kleinen Dorfplatz, mehr gab es nicht zu sehen und so ging es weiter entlang des Fjords, an welchen wir Übernachten werden. Mit dem Campingplatz hatten wir Glück. Ich brauchte Strom und WLan für den Videoschnitt und eine schöne Lage, sowie heiße Duschen bekamen wir dazu. Unser Essen genossen wir am See und wir konnten mittlerweile auch wieder lachen.
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