• Die Sonnenseite Patagoniens - Coyhaique

    15. december 2025, Chile ⋅ ⛅ 15 °C

    Wir wurden diesmal nicht von dem Regen geweckt,… soweit so gut. Die Wolkendecke war trotzdem noch bedrohlich und ragte tief ins Tal. So langsam an den Camperstatus gewöhnt verliefen viele Handgriffe schon schneller. Während Caro noch in der Dusche festhing, kümmerte ich mich ums Frühstück, welches wir mit unseren Campingstühlen am Ufer aßen. Wir beobachteten wie die ersten Boote ihre Wege erledigten und die Wolken versuchten am gegenüberliegenden Berghang aufzusteigen. So lang wie wir noch Internet hatten recherchierten wir die nächsten Schritte, ehe wir als letztes den Campingplatz verließen (Mit uns waren wir allerdings nur zu acht).

    Unser erstes Ziel, der Queulat Nationalpark, war nur ein paar Kilometer entfernt. Leider verfiel das Wetter in alte Muster aber das traf die Radfahrer, welche wir heute öfter überholen sollten, schlimmer. Was auch in alte Muster verfiel war unser Pech, denn der Nationalpark war montags generell geschlossen. So mussten wir unverrichteter Dinge wieder fahren. Statt zu den heißen Quellen zu fahren, schoben wir beide Themen in die Rubrik „machen wir auf dem Rückweg“. Auf gings nach Coyhaique, Hauptstadt der Region Aysén, welche 203km entfernt lag.

    Wir waren nun sehr unentschlossen. Fahren wir bis Coyhaique durch, legen wir einen Stop ein, bei dem Regen brauchen wir die größere Wanderung nicht machen, wollen wir noch eine Gletchertour machen, wie passt das überhaupt in die restlichen Tage. Planen konnten wir während der Fahrt nicht, denn nirgendwo hatten wir Empfang. Also… nächstes Ziel Coyhaique.

    Um zu der Stadt zu gelangen, ging es ein weites Stück ins Landesinnere. Wir durchfuhren Tal für Tal und nahmen mehrere Passstraßen und siehe da, die Regenwand, welche permanent von der Meeresseite gedrückt hatte, wurde aufgehalten und wir waren endlich auf der Sonnenseite angekommen. Sonne, wolkenfreie Gipfel, Wärme, wunderschöne Aussichten. Unsere Gemüter wurden wieder gnädig gestimmt. Das Camperleben war gleich viel freundlicher.

    Auf dem Weg hielten wir noch an zwei Wasserfällen und mehreren Aussichtspunkten. Für den einen Wasserfall ging es 5min durch den dichten Regenwald. Alle Sträucher und Bäume waren bemoost und das Wasser tropfte von oben herab. Das Tageslicht suchte seinen Weg durch die dichte Pflanzenwelt. Der Wasserfall war nicht groß aber schob trotzdem gewaltige Wassermassen den kleinen Absatz hinunter. Er befand sich gegenüber von uns und fiel in eine Vertiefung, wo sich das Wasser in einem kleinen Becken sammelte. Der andere Wasserfall, auf der anderen Bergseite, schoss einen Vorsprung weit über uns herunter und verursachte beim Auftreffen ein lautes Getöse.

    Heute sind wir durch zahlreiche Landschaften gefahren. Die Bergwelt wechselte von großen dichtbewachsenen Bergen zu steilen schroffen, wo kaum noch Vegetation zu finden war. Die Täler einst eng und ebenfalls dicht bewachsen, wurden weitläufiger. Große Wiesen mit Kühen, alte Holzhäuser, ein wenig Alpenfeeling und im Hintergrund die großen Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln. Hätten wir an jeder schönen Aussicht angehalten, wären wir wohl heute nicht angekommen, es war jedenfalls traumhaft und vielfältig.

    In Coyhaique suchten wir zuerst ein Cafe, um unsere Planung zu sortieren und einen neuen roten Faden zu etablieren. Tatsache schafften wir das recht schnell. Für die große Wanderung fehlt nur noch ein Baustein, morgen schauen wir uns Coyhaique an und die Gletschertour steht auch. Heute ging es ausnahmsweise in eine feste Unterkunft. Denn alles muss nochmal geladen werden, Die Wäsche ist auch in der Unterkunft abgegeben und ich muss nochmal Video schneiden. Die Unterkunft ist ein klein wenig wie die Villa Kunderbunt. Alles ein wenig zusammengeschustert und passt manchmal nicht wirklich zusammen aber es erfüllt seinen Zweck. Auf der anderen Seite kommen bei bestimmten Sachen die Liebe zum Detail durch. Einen kleinen Stromausfall gab es auch aber war in wenigen Minuten gefixt.
    Læs mere