Las Horquetas Trek - Day 3
19. december 2025, Chile ⋅ ☁️ 11 °C
Eine wieder nicht so schöne Nacht neigte sich dem Ende aber wir warteten, bis die ersten Sonnenstrahlen das Zelt trafen. Am Bach ging es zum Zähneputzen. Caro zauberte das nächste Porridge, während ich alles zusammenpackte. Auf einer Holzbank, welche nicht wirklich stabil war, genossen wir unser Essen, mit der Menge hatte Caro es sehr gut gemeint.
Eine Lagune stand noch aus aber der heutige Tag sollte sehr fordernd werden, daher wendete sich Caro dem Tolino zu und ich zog ohne Rucksack los. Wie sollte es anders sein, ein weites Geröllfeld und ein neues Suchspiel. Die grobe Richtung war klar und so ging es auch teilweise neben „dem Weg“ zur Lagune. Diese war größer und von der Umgebung schöner als die Letzte. Ich verweilte nur kurz, da ich Caro nicht zu lang warten lassen wollte und unklar war wie viel Zeit wir heute benötigen werden.
Die heutige Etappe führt zum Highlight der Route, dem Cerro Castillio, welcher mit 2675m über der Landschaft thront. Die schneebedeckten Zacken erinnern an ein burgähnliches Gebilde, so wundert es nicht, dass er übersetzt Schlossberg genannt wird. Der heutige Abschnitt ist der fordernste der Route. Nur 9,9km aber 750Hm↑ bergauf und 930Hm↓ herunter, auf unbefestigten Wegen galt es zu überwinden. Der erste Teil verlief neben dem Bach, neben dem wir gezeltet hatten. Sukzessive brachten wir die ersten Höhenmeter hinter uns, ehe wir am oberen Bachlauf auf eine idyllische Atmosphäre trafen. Grüne Wiese, vereinzelt ein paar Bäume, die Berge im Hintergrund und rechts neben uns erhob sich eine gewaltige Wand aus Stein, wo ein paar Wasserfälle ihren Weg nach unten suchten. Über diesen thronte ein großer Gletscher. Zum Berg Cerro Castillio war es nicht mehr weit, ein kleines Geröllfeld hochzu brachte uns zu der gleichnamigen Bergsee Cero Castillio und dem gewaltigen Gletscher. Unser Weg führte uns weiter bergauf und das war ziemlich happig. 200Hm ging es ein Geröllfeld sehr steil (35%) nach oben. Es war kein Weg mehr und wir konnten uns lediglich am Wegweiser orientieren, welcher in weiter Entfernung zu sehen war. Auch war das ziemlich gefährlich, da es viele lose Steine gab. Für mich trotzdem ok, wurde es für Caro zur ersten Mutprobe. Gemeinsam meisterten wir auch diesen Abschnitt, wobei ich mich echt wundere, wie man das als offiziellen Weg deklarieren kann. Oben machten wir eine kurze Pause und bestaunten nun den Cerro Castillio mit bester Aussicht.
Die Wolken schoben sich enger zusammen und wir mussten noch einen Gipfel queren. 300Hm trennten uns von unserem Punkt und es war bereits 12Uhr. Ab 12Uhr werden die Winde zum Nachmittag stärker und wenn dieser in den Wolken verschwindet, sollte man die Überquerung nicht fortsetzen, so stand es im letzten Camp. Also ging es weiter, Schritt für Schritt, einen staubigen Pfad in Serpentinen nach oben. Unsere Schrittfrequenz hatte bereits gelitten, aber der Ausblick war der Wahnsinn. Diesmal nicht der Berg Cerro Castillio, sondern die Sicht hinunter auf die andere Talseite. Kleinere Hügel, ein größerer Fluss, kleinere Ebenen und dahinter ein Felsmassiv mit weißen Gipfeln. Ich wusste nicht was ich zuerst bestaunen sollten, links, rechts? Die Höhenmeter schwanden und wir liefen mittlerweile auf den Scherben von Gesteinsplatten, welche mit jedem Schritt klirrten. Wir hatten es geschafft und es scheint ein guter Tag zu sein, denn von den starken Winden blieben wir vorerst verschont.
Komoot hatte bereits verraten, dass der Abschnitt nicht so schön werden würde. Gaaaaaanz weit unten konnten wir erahnen, wo wir hinmussten. 400Hm ging es ein Geröllfeld in mehreren Absätzen nach unten. An jeder Kante machten wir kurz halt, um Füße und Knie zu schonen. Hier bekamen wir dann doch ab und zu die starken Winde zu spüren, einmal konnte ich mein Cap gerade noch mit der Hand fangen. Teilweise gab es auch ein Sicherungsseil, was bergab wegen der wenigen Befestigungspunkte für uns keine große Rolle spielte. Gemeinsam überwanden wir Stück um Stück und kamen an der Baumgrenze an. Kurz ging es ein gerades Stück entlang, ehe der Weg staubig, teilweise steinig die restlichen 400 Hm nach unten führte. Der Weg war aber deutlich besser als das Geröllfeld aber trotzdem steil. Aber so schwanden die Höhenmeter wenigstens schneller.
Das Camp erreichten wir bereits 15:30Uhr, was für uns eher ungewöhnlich ist. Das Zelt stand und die Sachen waren verstaut. Was machen wir jetzt? Erst laß Caro im Tolino, während ich den Tag niederschrieb, ehe wir uns dem kalten Wind und Nieseln geschuldet ins Zelt zurückzogen. Unsere Körper fuhren langsam herunter und so wurde uns auch im Zelt kalt und wir entschieden uns für das Abendessen. Mit uns war nur ein weiteres Zelt in dem Camp. Bei uns gab es wieder Nudeln mit Tomatensoße und eine Nudelsuppe als Nachspeise. Mit gefülltem Magen verzogen wir uns in die warmen Schlafsäcke, quatschten noch ein wenig aber 19Uhr fielen dann die Augen zu.
Morgen steht lediglich der Abstieg an. Ein optionales Ziel der Route haben wir ausgelassen. Von unserem Camp führt ein weiterer Weg zu einer Lagune, welches nochmal 12km (560Hm↑ 560Hm↓) bedeutet hätte und wir bereits vom Gipfel aus, gesehen hatten. Da wir aber von den drei Tagen etwas gezeichnet waren, ließen wir das Ziel aus.Læs mere















