• Magellan Pinguine

    December 30, 2025 in Chile ⋅ 🌬 12 °C

    Fünf Uhr klingelte bereits der Wecker und wir brauchten ein paar Minuten ehe wir uns aufraffen konnten. Die Vorfreude war besonders bei Caro groß, welche die edlen Frackträger aus der Nähe sehen wollte. Um sechs Uhr waren wir am Hafen, wo bereits andere auf den Start der Tour warteten. Es dauerte ein wenig, bis wir in eine größere Halle für den Check-In gebracht wurden, zum Glück nieselte es nur leicht. Von dem Sturm am Nachmittag war nichts zu spüren.

    Endlich saßen wir im Boot und hatten einen Fensterplatz ergattert, nur konnten wir den auf der Hinfahrt schlecht nutzen. Die Fahrt zur Magdalena Island dauerte circa 1:30h, welche wir eher im Schlafen verbrachten, da unsere Augen wie automatisch zufielen. Die Isla Magdalena liegt in der Magellanstraße etwa 35 km nordöstlich von Punta Arenas im Süden von Chile. Die kleine Insel gehört zum Naturschutzgebiet Monumento Natural Los Pingüinos und ist vor allem für ihre riesige Kolonie von Magellan-Pinguin bekannt. Während der Brutzeit leben hier über 100.000 Pinguine, die zwischen ihren Bruthöhlen und dem Meer hin- und herwatscheln.

    Auf der Insel angekommen, bekamen wir eine kurze Einweisung ehe wir auf die magellanschen Pinguine losgelassen wurden. Diese waren bereits sehr neugierig und kamen in kleinen Gruppen zum Ufer gelaufen. Ein paar Leute von der Crew machten den Weg auf sanfte Weise frei. Wir waren auch angewiesen stehts zwei Meter Abstand zu halten. Wir begannen den Rundweg, welcher über einen Leuchtturm wieder zurückführte. Der Weg war nicht weit, trotzdem schafften wir durch das ständige schauen die Stunde zu füllen. Die Pinguinkollonie war riesig. Die Hügel waren durchlöchert von den kleinen Eigenheimen. Es war schon witzig, manchmal konnte man in so einem Bau hereinschauen und sah ein Pinguinkopf herausschauen, manchmal verschwanden zwei Pinguine darin. Balzrufe und das Vertreiben von Rivalen waren ebenfalls Programmpunkte. Zwischendrin konnte man jüngere Pinguine sehen, welche ein gräuliches Fell hatten. Kamen sich zwei Pinguine näher spielten sie mit den Schnäbeln, drehten den Kopf nach links, dann nach rechts und wiederholten die Prozedur. Weiter oben auf dem Hügel waren Pinguine vereinzelt zu finden aber die Überhand hatten ganz klar die Seemöwen. Diese brüteten hier ebenfalls in großer Zahl und wir konnten mehrere Küken beobachten. Der Wind wehte eisig über die Insel, sodass wir den Rückweg doch ein wenig schneller in Angriff nahmen. Auf dem Boot gab es dann einen warmen Kaffee und etwas Süßes. Die Rückfahrt waren wir wach und schauten so gut wie die gesamte Zeit auf die Wasseroberfläche und wurden mit Delphinen und Robben belohnt. Nebenbei bekamen wir noch ein paar Infos zur Pinguinkolonie. Zum Beispiel haben die Pinguine nach dem Brüten im März die Wahl, ob sie lieber in den Atlantik oder Pazifik schwimmen wollen, zurück geht’s wieder im September. Die Rückfahrt auf der Magellanstrasse war ein wenig welliger aber trotzdem sehr angenehm, was auf diesem Teilstück eher eine Ausnahme war.

    Zurück in der Stadt tranken wir einen Kaffee und aßen ein leckeres Stück Kuchen ehe, wir langsam zur Unterkunft zurückkehrten. Das war bereits mit mehr Kraftaufwand verbunden, da der Wind deutlich zugenommen hatte. So stemmten wir uns Schritt für Schritt nach vorn. Bis 15Uhr nahm der Wind deutlich zu und erzielte Spitzengeschwindigkeiten von 100 km/h. Wir saßen geschützt und verbrachten den restlichen Tag im Warmen. Da unsere Hütte eher leicht gebaut ist und die Türspalte etwas größer als die Norm, wackelten die Türen ab und zu und die Wände knarzten. Bei den stärksten Böen wackelte auch die Deckenlampe. Wir waren jedoch sicher und schauten einen Film nach den anderen. Zum Abend zauberten wir uns ein leckeres Essen und genossen den leckeren Wein aus Casablanca, welcher die Reise bis hierher gut überstanden hatte. Ein gelungener Abschluss, denn Morgen geht es zum Abend bereits wieder in Richtung Heimat.
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