• Angekommen in Linlinthgow - St Michael’s Church

    6. juli, Skotland ⋅ 🌬 16 °C

    Von der Kappelle aus ging’s dann gut eine halbe Stunde wieder an Edinburgh vorbei, in die richtige Richtung, nach Linlinthgow. Hier hatten wir zwei große Ziele. Einerseits den Palast, andererseits die Kirche direkt daneben. Linlithgow ist eine historische Kleinstadt zwischen Edinburgh und Glasgow und zählt zu den bedeutendsten königlichen Orte Schottlands. Die Stadt liegt malerisch am Ufer des Linlithgow Loch und war über Jahrhunderte eng mit der schottischen Monarchie verbunden. Das historische Zentrum von Linlithgow mit seiner High Street besitzt bis heute viel mittelalterlichen Charakter. Zahlreiche historische Häuser, kleine Geschäfte und Cafés prägen das Stadtbild. Vor dem Palast befindet sich außerdem der kunstvoll verzierte Cross Well, ein Brunnen aus dem 16. Jahrhundert, der als einer der schönsten Renaissancebrunnen Schottlands gilt. Die absoluten Highlights sind aber naturlich Palast und Kirche. Nach dem parken ging’s zuerst zur Kirche.

    Die St Michael’s Parish Church ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Kirchen Schottlands und steht unmittelbar neben dem Linlithgow Palace im Herzen von Linlithgow. Über Jahrhunderte war sie die Kirche der schottischen Könige, wenn diese im benachbarten Palast residierten. Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Nach einem Brand im Jahr 1424 wurde sie unter König James I of Scotland neu aufgebaut und in den folgenden Jahrhunderten weiter vergrößert. So entstand eines der eindrucksvollsten Beispiele spätgotischer Kirchenarchitektur in Schottland. Das Innere der Kirche beeindruckt durch hohe Gewölbe, schlanke Säulen und große Spitzbogenfenster, die den Raum mit viel Licht erfüllen. Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Kirche mehrfach umgestaltet, sodass sich heute mittelalterliche Architektur mit späteren Ergänzungen verbindet. Besonders markant ist der Turm der Kirche. Ursprünglich trug er, ähnlich wie die St Giles’ Cathedral in Edinburgh, eine steinerne Kronenspitze. Diese wurde jedoch im 19. Jahrhundert entfernt. Im Jahr 1964 erhielt der Turm eine moderne, 26 Meter hohe Aluminiumkrone. Die offene Konstruktion greift die historische Form der Krone auf und ist heute eines der auffälligsten Wahrzeichen von Linlithgow. Die Kirche spielte auch in der Geschichte der schottischen Monarchie eine wichtige Rolle. Hier nahmen Mitglieder der königlichen Familie regelmäßig an Gottesdiensten teil, wenn sie sich im Linlithgow Palace aufhielten. Besonders eng ist die Kirche mit Mary, Queen of Scots verbunden, die 1542 im benachbarten Palast geboren wurde.
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