Von der Kakaoschote zur Schokolade
July 17 in Peru ⋅ ☁️ 28 °C
Freitag – Kakao mit Charakter und starke Frauen
Nach den intensiven Tagen rund um den Kaffee dreht sich heute alles um Kakao. Unser erster Halt ist die Plantage von José. Schon nach wenigen Minuten die wir mit ihm zwischen den Kakaobäumen verbringen wird klar - dieser Mann lebt für sein Kakaofeld. Stolz führt er uns von Baum zu Baum, und kann dabei quasi jeden einzelnen beim Namen nennen, er weiß also genau welche Sorten wachsen und welche Qualität die Früchte haben.
Auf seinen zwei Hektar wachsen rund 2.000 Kakaobäume mit 16 verschiedenen Varietäten. Einige eignen sich besonders für Kakaobutter, andere überzeugen durch ihr feines Aroma. Sogar einen seltenen weißen Kakao zeigt er uns. Mit rund vier Tonnen Ernte pro Jahr und seiner Spezialisierung konnte er vor kurzem den Schritt wagen seinen Kakao selbstständig zu vermarkten.
Während wir durch die Plantage gehen, erfahren wir, wie viel Wissen hinter dem Kakaoanbau steckt. José zeigt uns veredelte Bäume und junge Setzlinge und erklärt, warum die Bäume regelmäßig zurückgeschnitten werden. Gedüngt wird mit organischem Dünger aus Guano und anderen natürlichen Bestandteilen. Beeindruckend sind auch die Zahlen: Nach seinen Angaben entwickeln sich von etwa 10.000 Blüten nur rund 70 Früchte. Zum Schluss dürfen wir sogar den süßen Saft kosten, der aus dem Fruchtfleisch der Kakaofrüchte gewonnen wird.
Am Nachmittag besuchen wir das Frauenprojekt Kumay in Jaén. Der Name bedeutet nach Angaben des Projekts „stark“ – und genau das spiegelt das Unternehmen wider. Gegründet von Veronika und ihrer Mutter, arbeiten heute acht Frauen daran, aus regionalem Kakao hochwertige Schokolade herzustellen.
Wir verfolgen den Weg der Bohne bis zur fertigen Tafel: Rösten, Brechen, Mahlen, Conchieren und Temperieren – viele sorgfältige Arbeitsschritte sind nötig, bis aus Kakao eine aromatische Schokolade wird. Verarbeitet werden ausschließlich hochwertige Bohnen von Produzent*innen aus der Region.
Der Tag zeigt eindrucksvoll, dass Fairer Handel weit mehr bedeutet als der Verkauf eines Rohstoffs. Wenn Kakao direkt vor Ort verarbeitet wird, bleibt ein größerer Teil der Wertschöpfung in der Region. So entstehen Arbeitsplätze, unternehmerische Chancen und Produkte, die nicht nur hervorragend schmecken, sondern auch die Geschichte der Menschen erzählen, die sie hergestellt haben.Read more







































Traveler
Danke Martina. Du gibst uns immer wieder sehr tolle Eindrücke von euren Begegnungen