• Vom Aussterben bedroht

    August 11, 2024 in Hungary ⋅ ☀️ 34 °C

    Heute Nacht habe ich wirklich schlecht geschlafen. Erstens war meine Batterie alle und ich hatte keinen Strom mehr im Auto und dann wachte ich mitten in der Nacht auf, weil es extrem heiß im Auto war. Der Grund dafür war, dass Ilvy anscheinend bei dem Versuch in mein Bett zu springen, den Knopf für die Heizung gedrückt hatte. Das hieß nun also, dass meine Heizung im Sommer auf voller Pulle lief. Kein Wunder das es so heiß war. Nachdem die Heizung dann aus war konnte ich endlich schlafen. Am Morgen wusch ich ab, ging mit Ilvy und gab mein Ziel ins Navi ein. Dann verabschiedete ich mich von den Campingplatzbetreibern und alle winkten mir zum Abschied. Der Weg war eigentlich unspektakulär bis ich etwas zwischen den Bäumen entlang an der Straße entdeckte. Auf einem Feld neben der Straße war eine Herde von ungarischen Steppenrindern. Ich freute mich total darüber, denn diese Tiere sind vom Aussterben bedroht. Die Tiere gelten als halb wilde Tiere, da sie größtenteils alleine durch die Landschaft ziehen, aber trotzdem jemandem gehören. Diese Tiere hier wurden aber mit einem Zaun von der Straße abgegrenzt. Da ich zu den Steppenrindern über einen Sandweg fahren musste und bemerkte wie viel Spaß es macht darüber zu brettern, entschloss ich mich dazu in einen anderen Sandweg rein zu fahren. Und ab dem Zeitpunkt wo ich mit allen Reifen auf dem Sand stand ließ ich die Sau raus. Ich zog eine riesige Staubwolke hinter mir her aber genau das war der Spaß daran. Die Kulisse und meine Fahraktion hielt ich mit meiner Drohne fest. Mein Auto ist garnicht mal so dreckig. Nur wenn ich die Türen hinten schließe, fällt der ganze Sand aus den Spalten. Nachdem ich mich ordentlich ausgetobt hatte ging es weiter in die Stadt Kecskemét. Da wir aber schon die 40 Grad Marke geknackt hatten entschied ich mich dazu, Ilvy und mir einen Gefallen zu tun und eine Rundfahrt im Auto zu machen anstatt die Stadt zu Fuß zu erkunden. Die Stadt gefiel mir überhaupt nicht, es gab unglaublich viele Obdachlose, die einfach überall waren und leider gab es auch nicht so viele schöne Gebäude. Nach dieser Enttäuschung fuhr ich noch kurz zu Tesco und holte mir ein paar Sachen für einen Salat. Dann ging es diesmal nicht zu einem Campingplatz, sondern zu einem Bauernhof, der eine große Wiese für Camper zur Verfügung gestellt hat. Ich kam mit einer anderen deutschen Familie dort an und zu meiner Verwunderung konnte der Hofbesitzer perfekt deutsch. Ich erfuhr, dass er ursprünglich aus Uelzen kommt und vor sechs Jahren nach Ungarn ausgewandert ist. Sein Grundstück ist 20000m² groß und er besitzt Hühner, einen Kater und einen Hund. Das Grundstück ist wunderschön mit einem eigenen Teich zum Baden, einem Pool und einem Aufenthaltsraum, den auch die Camper nutzen können. Der Betreiber und seine Freundin sind unglaublich freundliche Menschen. Wir kamen sofort ins Gespräch und später waren wir drei auch gemeinsam schwimmen. Sie meinten falls ich was brauchen sollte oder ich Gesellschaft haben möchte, sollte ich einfach zu ihnen kommen. Ilvy hat sich sofort mit dem Rüden angefreundet und die beiden haben fast die ganze Zeit miteinander gespielt. Am späten Nachmittag traf ich dann auch zum ersten Mal auf den Kater und dieser hat sich gleich an mich gekuschelt und sich auf meinen Schoß gelegt. Die Hühner laufen hier einfach frei herum und ich hoffe das Ilvy keins von denen killt. Als ich gerade vom Ufer des Sees zurück auf den Steg wollte, trat ich mir einen schönen Splitter ein und natürlich hatte ich keine Pinzette dabei. Aber da ich ja erfinderisch bin habe ich einfach eine Zange aus meinem Werkzeugkasten genommen und zackt war der Splitter wieder raus. Nach dem Abendessen sitze ich jetzt noch draußen und warte auf den Sternenhimmel, denn wir haben keine Wolken und kilometerweit befindet sich kein anderes Haus hier in der Nähe. Und heute Nacht ist Perseidenschauer also die Nacht mit den meisten Sternschnuppen im Jshr. Es heißt jetzt also nur noch die Natur und ich. Vielleicht höre ich noch ein paar Schakale.
    Noch ein kurzer Nachtrag, ich habe gerade eine extrem lange Sternschnuppe gesehen. Schade das man diese Momente nie einfängt.
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