Hahn und Henne in einer Kirche
September 11 in Spain ⋅ ☀️ 21 °C
Fast hätte ich den Sonnenuntergang verpasst aber gerade so schaffe ich es noch. Jenny und Robin und natürlich Ilvy begleiten uns bei einem Spaziergang in der aufgehenden Sonne. Nachdem alles abfahbereit ist geht es heute nach Santa Domingo de la Calzada. Hier steht eine der Pilgerkathedralen vom Jakobsweg. Der Eintritt von 10 Euro umfasst die Besichtigung der Kathedrale, des Glockenturmes und des Klosters. Auf dem Weg in die Kathedrale sind Krippenspiele ausgestellt, die wirklich sehenswert sind. Ein Krippenspiel aus dem 18. Jhd. umfasst die Darstellung eines ganzen Dorfes, man findet immer wieder neue Details. Als wir direkt in die Kathedrale kommen, sind wir überwältigt. Nicht nur die alten, holzgeschnitzten Stühle bei denen es nicht ein einziges Detail doppelt gibt sondern auch der gigantische vergoldete Altar in einem der Seitenschiffe ist der Wahnsinn. Er ist so detailreich dargestellt das man auf einer elektronischen Tafel sich in Ruhe alle Details ansehen kann. Aber es gibt noch mehr zu entdecken. Im gegenüber liegenden Seitenschiff ist der heiligen Dominikus beerdigt. Er ist der Stadtgründer und Pilgerhelfer und lebte im 11. Jhd. Das Grabmal besitzt eine romanische Liegefigur aus Alabaster unter einem spätgotischen Aufbau, verziert mit Szenen aus seinem Leben. Und noch etwas findet man in der Kathedrale einen lebendigen weißen Hahn und Henne, die in einem Käfig über der Tür leben.
Hinter den gefiederten Bewohnern steckt eine Legende: Ein unschuldig verurteilter junger Mann wurde einst gehängt. Als seine Eltern zu dem Leichnam ihres Sohnes gingen, hing der Sohn noch immer am Galgen – und lebte! Die verblüfften Eltern liefen sofort zum Richter, der gerade vor einem geschmorten Geflügelgericht saß. Dieser lachte sie nur aus und spottete, der Junge sei genauso lebendig wie die beiden gebratenen Hühner auf seinem Teller. In demselben Moment sprangen die Vögel auf, bekamen Federn und fingen an zu krähen unf gackern! Seitdem wohnen als stumme Zeugen dieses Wunders stets Hühner in der Kathedrale. Unser nächster Besuch galt dem Glockenturm. Ich habe allerdings lieber auf den Aufstieg verzichtet um meiner Höhenangst nicht Auftrieb zu geben. Während der Rest der Familie also Treppen steigt, gehe ich ein Baguette und Wurst besorgen. Frühstück halt. Laut Bericht der Anderen soll aber auch der Turm äußerst sehenswert sein und unter anderem z.B eine historische Uhrenanlage beherbergen. Das Kloster hat uns allerdings am wenigsten gefallen. Vieles ist in einem schlechten Zustand und die Ausstellung sieht aus als ob der örtliche Kindergarten mit Lego Burgen bauen und puzzeln durfte. Zurück am Womo fahren wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen bevor es zum Schlafplatz geht. Während wir uns den Berg herauf quälen treffen wir auf freilaufende Kühe und auch Wildpferde. Und dann kommen wir oben an und uns stockt der Atem. Wir sind hoch oben über Bilbao und können nicht nur die Stadt sondern auch das Meer sehen. Da dies ein wirklich besonderer Ort ist haben wir Glück das wir dort einen Platz zum übernachten finden, denn alleine steht man hier wohl nie. Ich spreche noch ein sehr nettes Pärchen an. Diego kommt eigentlich aus Kuba und Arianna hat sich auf der Straße in ihn verliebt, denn Diego ist Straßenkünstler und jongliert auf einem Einrad. Diego spielt uns noch etwas auf seiner Okarina vor bevor wir uns verabschieden. Heute sind Robin und Jenny mit kochen dran, da wir aber zu lange draußen geschnackt haben, wird das sehr spät mit essen. Ich nutze die Zeit und klettere noch für eine bessere Aussicht auf einen Berg. Allerdings bin ich dort nicht alleine. Eine Ziegenherde erwartet mich dort oben und eine der Ziegen mag mich wohl besonders. Sie kommt mir sehr nahe was in mir allerdings eher Unbehagen auslöst, zumal der Bock, der nicht freundlich aussieht, mich sehr skeptisch begutachtet. Aber der Blick auf die Lichter der Stadt in der Dunkelheit übertönt mein Unbehagen auch wenn ich froh bin als ich wieder unten bin und es Abendessen gibt.Read more
























