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  • Day4

    Ich bin irre im Kopf. Irre von den vielen Möglichkeiten diese Landschaft zu entdecken. Irre von den tausend Eindrücken und Bildern, die sich in mein Gehirn drängen und verarbeitet werden wollen. Diese Gegend, um diese Jahreszeit ist einfach berauschend. Heute Morgen beim Frühstück mussten wir aus den vielen Möglichkeiten etwas auswählen. "Entscheide du", sagt Michael. Und das mir, wo ich im Leben noch nie gut Prioritäten setzen konnte und am liebsten immer alles auf einmal machen würde. Sollen wir mit der Seilbahn auf den Berg fahren oder einen der ausgeschilderten Waalwege laufen? Die heißen übrigens so, weil die Bauern schon früher sogenannte Waale angelegt haben, und das Wasser aus Bächen höher gelegener Täler abgeleitet und durch Erdkanäle, Fels- und Holzrinnen auf ihre Felder geführt haben. Diese Kanäle wurden von den Waalern überwacht und gesäubert und dazu wurden entlang der Waale gut begehbare Wege angelegt. Sollen wir auf so einem Weg laufen? Oder die Stadt besichtigen? Oder in den Gärten von Schloss Trauttmansdorf spazieren? Oder über den Trappeinerweg rund um Meran wandern? Und Roller wollen wir doch auch noch fahren. Nach einigem Hin und Her steht der Plan: Mit dem Roller zu den Gärten und dort die Panoramablickrunde, ein ca. 5 km langer Spaziergang um die Gärten, auf gut begehbare Wegen. Danach mit dem Roller in die Stadt zur Stadtbesichtigung. Also etwas für den Einstieg. Allerdings endet der Einstieg in die Panoramarunde stets vor einem verschlossenen Tor. Um weiterzukommen, hätten wir erst Eintritt bezahlen müssen. Nach dem dritten Versuch, einer halben Stunde und 3 km später steigen wir aus und machen uns auf den "Sissi -Weg". Dieser relativ neue Weg ist der Kaiserin Elisabeth von Österreich gewidmet, die von Meran, dem milden Klima und der mediterranen Vegetation begeistert war. Er führt uns durch stille Winkel, entlang herrschaftlicher Villen, verwunschen Ansitzen und alten Parkanlagen vom Schloss Trauttmandorf hin ins Stadtzentrum und endet an der Passer am Sissidenkmal. 45 Min und und 4 km später sind wir im Zentrum an der Passer und schließen gleich einen Spaziergang über die Passer- und Kurpromenade an. Hier sieht man dann auch mal wirklich elegante Leute flanieren, obwohl die Menschen mit Wanderstöcken und Funktionskleiding weitaus die größere Anzahl darstellt, wie wir bei einer Erfrischung in einem Cafe an der Passer feststellen. Wir bummeln noch etwas durch die Ladenstraßen und Tiroler Speck und Schüttelbrot aus einem der Spezialitätenläden wandern anschließend im Rucksack mit. Als wir viel später wieder auf dem Parkplatz an den Gärten sind, ist bereits früher Nachmittag und wir sind etliche Kilometer gelaufen, die wir eigentlich fahren wollten. Soweit zu geplanten Aktivitäten. Aber zurück zum Wohnmobil fahren wir dann wieder. Und wir fahren wieder am Nachmittag und dieses Mal lohnt es sich etwas mehr. In der Mittagszeit hat es sich zugezogen und die Sonne ist verschwunden. Ich döse ein wenig im Liegestuhl und bemerke den einsetzenden Regen nicht, der mir sanft ins Gesicht tropft. Plötzlich kommt Michael aus dem Wohnmobil und ruft aufgeregt: "Merkst du nicht, dass es regnet ?" Aber nicht um mich macht er sich Sorgen, sondern es geht ihm um die "Rote Paula", die ungeschützt im Regen steht und dringend ein "Regenjäckchen" braucht. So schnell der Regen gekommen ist, so schnell ist er wieder verschwunden. Wir befreien Paula von ihrem Überzieher und dann geht's los durch Meran und über die Jaufenstrasse ins Passeiertal nach St.Martin. Es ist eine tolle Fahrt hinauf, durch die Kurven und Serpentinen. Unten können wir die Passer fließen sehen. Leider ist es sehr bewölkt und die Berge verhüllen ihr Haupt in den Wolken. So ist die Optik nicht so schön wie in den vergangenen Tagen. Auf dem Rückweg fahren wir noch nach Dorf Tirol, stellen den Roller ab und laufen ein Stück auf dem Weinweg in Richtung Schloss Tirol und bestaunen mal wieder das Panorama und die unter uns liegende Landschaft. Dann geht es durch den Ort zurück und bevor es uns dunkel wird, fahren wir wieder zurück zum Womo. Das war ein Tag voller Eindrücke, Erlebnisse und vielen Kilometern und die haben wir nicht nur mit dem Roller gemacht , denn alles in allem haben wir am Abend fast 15 Kilometer zu Fuß gemacht. Da schmeckt der Speck, der Käse und das Brot mit dem Blick auf die langsam einsetzenden Lichter von Meran doch gleich richtig gut.Read more