• Jajce ➡️ Jasenovac ➡️ Podgarić ➡️ Zagreb

    May 15 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☁️ 10 °C

    Tag 32 - der Start in den Tag war entspannt, nach einer sehr schnellen und unkomplizierten Grenzkontrolle waren wir dann auch recht zügig zurück in Kroatien. Mit einer solch unkomplizierten Einreise in den Schengen-Raum haben wir nicht gerechnet.

    Gleich hinter der Grenze haben wir die Gedenkstätte der KZ-Opfer in Jasenovac besucht. CN: Massenmord, Holocaust, Shoah. Hier sind zwischen 1941 und 1945 mindestens 81.998 Serb*innen, Jüd*innen, Roma* und Antifaschist*innen mit Beilen, Hämmern, Messer, Strick durch Verbrennung oder harte Arbeit ermordet worden. Seriöse Schätzungen gehen teilweise von bis zu 100.000 Ermordeten aus. Geleitet wurde dieses Konzentrations- und Vernichtungslager von der Ustaša, der faschistischen Bewegung Kroatiens, die mit Nazi-Deutschland kollaborierte und von einem ethnisch gesäuberten unabhängigen Großkroatien träumte. Jasenovac war das einzige Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg, in dem ohne deutsche Beteiligung planmäßig gemordet wurde. Neben dem lediglich sehr kleinen Museum der Gedenkstätte erinnert ein von dem berühmten Spomenik-Architekten Bogdan Bogdanović gestaltetes Denkmal an die Opfer der rassenideologischen Vernichtungspolitik des Faschismus. Als großes Monument steht eine riesige Blume aus Beton inmitten einer großen Grünfläche, auf der sich einmal das KZ befunden hat, von dem allerdings keine baulichen Überreste erhalten sind. Ein langer Holzweg aus Bahnschwellen der ehemaligen Zubringer-Bahnstrecke führte uns zum Denkmal. Das KZ muss riesig gewesen sein. Wir verspüren einen Klos im Hals, als wir auf dem Holz, das so viele Menschen in den sicheren Tod gebracht hat, zu dem Monument gehen. Die Symbolik hinter dem Spomenik verwirrt uns etwas und wir sind uns nicht ganz sicher, ob so ein Sinnbild für Harmonie für diesen Ort angemessen ist. Wir entscheiden uns dafür, darin eine unvergängliche Blume zu sehen, die man auf das sinnbildliche Grab der vielen hier Ermordeten gelegt hat. Im Anbetracht von diesem Ort des Schreckens ist es uns unbegreiflich, dass auch gegenwärtig noch in der kroatischen Politik, Kirche und Gesellschaft immer wieder positiv auf die Ustaša Bezug genommen wird und der kroatische Nationalismus nach wie vor sehr lebendig ist.

    Weiter geht es zum Denkmal für die Revolution der Einwohner von Moslavina in Podgarić. In dieser Region war eine Hochburg der jugoslawischen Partisanenbewegung im Zweiten Weltkrieg - hier formierten sich aus allen Bevölkerungsgruppen die ersten großen Verbände, die sich gegen den Faschismus zur Wehr setzten. Inmitten von bewaldeten Hügeln, kleinen Bergen, war hier auch ein geheimer Komplex von Krankenhäusern der Partisan*innen. An diesem Ort wurden auch die begraben, die ihren Verletzungen erlegen sind. 900 Antifaschist*innen, die für ihren Kampf gegen die Ustaša und die deutschen und italienischen Faschisten den höchsten Preis bezahlt haben. Das Spomenik wurde noch vom "großen Genossen" Tito, in Kriegszeiten selbst bedeutender Partisanenanführer und später autoritärer Staatschef Jugoslawiens, eingeweiht und erinnert optisch an ein Raumschiff aus "Star Wars".

    Nach nur einer weiteren Stunde Fahrzeit sind wir in Zagreb angekommen. Trotz Rush Hour war die Anfahrt erstaunlich ruhig und entspannt. Hier wohnen wir in einem Gartenhaus und müssen durch das Haus, samt Küche der Vermieterin, um in unser Quartier zu kommen. Diese spricht nur Französisch mit uns.

    🚙 298 km, 🚶🏻🚶🏼 2 km
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