Zagreb
May 16 in Croatia ⋅ ☁️ 10 °C
Tag 33 - heute war ein Regentag. Doch davon lassen wir uns nicht abhalten, die kroatische Hauptstadt etwas zu erkunden - auch wenn Herumspazieren bei dem Wetter wenig Spaß macht.
In der Altstadt angekommen war es an dieser Ecke das gleiche Bild - sollte irgendjemand eine Business-Idee brauchen: Gerüstbau in Zagreb! Hier ist wirklich JEDES interessantes Gebäude eingerüstet.
Als erstes besuchten wir das Wahrzeichen der Stadt: Die katholische Kathedrale von Zagreb am Kaptol. Ein prächtiger mittelalterlicher Bau, der allerdings gerade eine Generalsanierung erfährt. 2020 ganb es hier ein Erdbeben, das die Kirche in große Mitleidenschaft gezogen hat. Die Dachkonstruktionen der zwei neuzeitlichen Türme der Kirche sind abgebaut, die Apsis und Orgelempore zugehängt und die Seitenaltäre mit Spanplatten eingekleidet. Im Hauptschiff steht eine wilde Mischung verschiedener Stühle als Platzhalter für die Kirchenbänke. Trotzdem spüren wir, was das für ein beeindruckendes Bauwerk sein muss. Hinter dem Altar liegt der seliggesprochene Kardinal Alojzije Stepinac in einem Schrein und wird von Einheimischen und Tourist*innen verehrt. Dass dieser Mann ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Ustaša-Regime hatte und in seiner Position milde gesagt deutlich mehr hätte tun können/müssen um die in Kroatien Verfolgten zu schützen, scheint dem kein Abbruch zu tun.
Weiter ging es zum Ban-Jelačić-Platz und nach einem Mittagessen (sehr gutes indisches Essen!) führte uns unser Weg zur orthodoxen Kathedrale "der Verklärung unseres Herrn". Als wir diese Kirche besuchten haben wir ungeplant einer Taufe beigewohnt. Die Mutter des Kindes hatte die ganze Zeit das Kind auf den Arm. Nach schönen, gesungenen Gebeten krempelte sich der Priester die Ärmel bis zu seinen Ellenbogen hoch. Die Mutter übergab den Vater ihr Kind, dieser dann wiederum dem Priester. Nach einem weiteren Gebet, wurde der Täufling von 4-5 Liter Wasser übergossen. Es gab ein wenig Geschrei aber wesentlich weniger als wir erwartet haben. Das Kind wurde dann wieder in einer Decke gehüllt und über den Vater an die Mutter übergeben. Eigentlich werden in der orthodoxen Kirche Kinder bei der Taufe gänzlich untergetauft. Diese Taufe war sehr weit von der ev. Taufe entfernt, die Jens sonst kennt.
Später kamen wir an einer weiteren Sehenswürdigkeit vorbei: Der Standseilbahn, die die Ober- mit der Unterstadt verbindet. Leider wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Das hieß für uns also Treppensteigen. Oben schauten wir uns den Marienschrein im Steinernen Tor an - ein altes Stadttor, durch das auch heute noch Passant*innen gehen und Räder fahren, das aber zu gleich eine Kapelle ist und einem Gnadenbild der Gottesmutter Maria gewidmet ist. Dieses Bild gilt als unbrennbar, denn es hat als einziges ein großes Feuer im 18. Jh. überstanden. Danach besichtigten wir noch das Museum zur Geschichte der Stadt. Zwischen den vielen alten Ausstellungsstücken hatten wir großen Spaß. Allerdings nahmen hier die faschistische und sozialistische Zeit nur sehr wenig Raum ein und über den Kroatienkrieg wurde gar nichts berichtet. Schade.
Als wir wieder herunterstiegen ging es noch durch den Tunnel 2 zurück in die Unterstadt und wenig später fuhren wir auch schon zurück in unser Feriendomizil. Währenddessen drückte uns nicht nur das Wetter auf die Stimmung, sondern auch das Debakel am Millerntor. Auch hier in Zagreb scheint Fußball eine große Rolle zu spielen, überall sehen wir Graffitis der "Bad Blue Boys", der Hooligans des Hauptstadtvereins, die für ihren Rassismus und ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind. Als wir auf dem Rückweg in der Nähe des Stadions unseren Bus verließen, war dort große Polizeipräsenz. Und das obwohl das nächste Heimspiel des Vereins erst morgen sein wird!
Trotz allem machten wir uns dann noch einen schönen Abend in dem Gartenhäuschen, dass uns diese und letzte Nacht als Ferienunterkunft diente.
Zu guter Letzt, aus gegebenen Anlass:
https://open.spotify.com/track/1JYzE94JnKFvGleA… 🤎🤍♥️
🚶🏻🚶🏼 7 km, ⛪ 4Read more






















