Lost Places die erste😃
May 16 in Poland ⋅ ☁️ 12 °C
Heute gab es Frühstück in kurzer Hose und eine Nacht bei den Schlossgeistern von Pątnów
Nach einer herrlich ruhigen Nacht konnten wir heute Morgen endlich das tun, worauf wir gefühlt seit Reisebeginn gewartet hatten: draußen frühstücken – und zwar in kurzer Hose! Keine Regenjacke, keine Kapuze, kein hektisches Reinräumen der Kaffeetassen wegen plötzlich auftauchender Wolken. Einfach Sonne, Vogelgezwitscher und gemütlich mehrere Tassen Kaffee vor Grisu. Man merkt plötzlich erst, wie glücklich einen trockene Socken und warme Sonnenstrahlen machen können.
Nach einem entspannten Morgen machten wir uns gemütlich auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: den „Ruiny pałacu Ernesta Wolfganga von Rothkircha und Tracha“ in Pątnów, im niederschlesischen Teil Polens.
Und was sollen wir sagen – dieser Ort hat sofort eine ganz besondere Stimmung. Die Ruinen des ehemaligen Schlosses liegen versteckt zwischen alten Bäumen und wirken gleichzeitig majestätisch, geheimnisvoll und ein wenig traurig. Früher gehörte das Anwesen der Adelsfamilie von Rothkirch und Trach, einer bedeutenden schlesischen Familie. Das Schloss selbst wurde im 19. Jahrhundert prachtvoll ausgebaut und war einst ein beeindruckender Adelssitz mit großem Park, herrschaftlichen Räumen und allem, was damals zu einem standesgemäßen Leben gehörte – vermutlich inklusive Dienerschaft und Menschen, die anderen Menschen den Tee nachtragen mussten.
Doch wie so viele Schlösser in Niederschlesien überstand auch dieses die Wirren des Zweiten Weltkriegs und die Zeit danach nicht unbeschadet. Nach Kriegsende verfiel das Gebäude zunehmend, wurde geplündert und sich selbst überlassen. Heute stehen nur noch eindrucksvolle Ruinen mit bröckelnden Mauern, leeren Fensteröffnungen und Resten alter Architektur. Gerade das macht den Ort aber so faszinierend. Man läuft dort herum und stellt sich automatisch vor, wie hier früher Kutschen vorfuhren, elegante Gesellschaften durch die Säle wandelten und irgendwo ein Butler verzweifelt versuchte, Silberbesteck zu polieren.
Besonders schön ist der alte Schlosspark rund um die Ruine. Riesige alte Bäume, verwilderte Wege und überall Vogelgezwitscher sorgen für eine fast märchenhafte Atmosphäre. Eigentlich fehlte nur noch leichter Nebel und irgendwo ein geheimnisvoller Graf mit Kerzenleuchter.
Da es uns dort so gut gefiel, beschlossen wir kurzerhand zu bleiben und die Nacht direkt im alten Schlosspark zu verbringen. Und ganz ehrlich: Es gibt deutlich schlechtere Orte für einen Stellplatz. Grisu steht jetzt zwischen uralten Bäumen, die Vögel liefern das Abendkonzert und die Schlossruine schaut still über den Park hinweg.
Sollte heute Nacht irgendwo eine Kutsche vorbeifahren oder ein Schlossgeist auftauchen, wissen wir wenigstens sofort: Wir stehen richtig.Read more






















TravelerMann kann nur Wau sagen bei diesem Anblick wie grün die Bäume 🌳 im Schloss Park sind ,einfach tolle Aufnahme mit der Trohne.LG Mama
TravelerDas sind aber wirklich malerische Ruinen 😀
Traveler
Da sind deine Arme zukurz