Besuch im Kloster Jasna Góra
May 22 in Poland ⋅ ⛅ 21 °C
Gestern war erstmal ein wohlverdienter Pausentag am kleinen See. Einfach mal nichts tun, die Ruhe genießen und Grisu ebenfalls ein wenig Erholung gönnen. Nach den vielen Eindrücken der letzten Tage tat das richtig gut.
Heute Morgen führte uns unsere Reise dann weiter nach Częstochowa zum berühmten Kloster Jasna Góra – einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Polens. Und schon bei der Ankunft merkt man sofort: Das hier ist nicht einfach nur ein Kloster. Das ist eine Mischung aus Festung, Pilgerzentrum, Sehenswürdigkeit und spirituellem Ausnahmezustand.
Jedes Jahr reisen hier Millionen Pilger an. Besonders zu den großen Wallfahrten ziehen tausende Menschen oft tagelang zu Fuß nach Jasna Góra, um vor dem berühmten Gnadenbild der Schwarzen Madonna von Częstochowa zu beten. Dieses Bild gilt für viele Gläubige als wundertätig und ist das Herzstück der gesamten Anlage.
Die Dimensionen des Klosters sind wirklich enorm. Riesige Höfe, lange Gänge, mächtige Mauern und überall beeindruckende Gebäude. Besonders die Basilika hat uns sofort beeindruckt. Die prachtvollen Deckengemälde, die vergoldeten Säulen und die unzähligen Figuren wirken fast überwältigend. Man schaut ständig nach oben, weil es überall etwas zu entdecken gibt. Irgendwann bekommt man automatisch leichte Nackenschmerzen vom Dauer-Staunen.
Einen besonders guten Überblick über die riesige Anlage konnte ich mir vom Glockenturm verschaffen. Fast ganz oben angekommen liegt einem das gesamte Kloster zu Füßen. Von dort oben erkennt man erst richtig, wie gewaltig die gesamte Anlage eigentlich ist. Und nebenbei merkt man auch, dass Kirchtürme grundsätzlich immer exakt so viele Treppen haben, dass man oben außer Atem ankommt.
Besonders eindrucksvoll war die Kapelle des wundertätigen Bildes der Schwarzen Madonna. Dort saßen und standen viele Gläubige, beteten und sangen Psalmen auf Polnisch. Trotz der vielen Menschen herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Gleichzeitig wirken die Wände mit all den aufgehängten Rosenkränzen, Krücken und Stöcken fast surreal. Viele dieser Gegenstände wurden offenbar von geheilten oder dankbaren Gläubigen zurückgelassen.
Und genau dort kamen bei mir auch gemischte Gedanken auf. Einerseits ist die Atmosphäre unglaublich beeindruckend und emotional. Andererseits wirkt der enorme Prunk manchmal etwas befremdlich. Gold, Verzierungen, Souvenirshops und überall religiöser Kommerz passen für mich nicht immer ganz zu dem Bild von Bescheidenheit und Demut, das man eigentlich mit einem Kloster verbindet. Manchmal hatte man fast das Gefühl, zwischen Pilgerstätte und religiösem Einkaufszentrum unterwegs zu sein.
Trotzdem war der Besuch unglaublich spannend und eindrucksvoll. Man spürt dort sofort die enorme Bedeutung dieses Ortes für viele Menschen.
Nach der Besichtigung machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Osten. Jetzt stehen wir erneut an einem kleinen See und genießen die Ruhe des Abends. Nach so viel Gold, Glockengeläut und Menschenmassen fühlt sich das Plätschern des Wassers plötzlich besonders entspannend an.
Und Grisu? Der steht wie immer ganz gelassen da – vermutlich der einzige heute, der komplett ohne Wallfahrt ausgekommen ist.Read more




























Traveler"religiöses Einkaufszentrum" trifft's sehr gut. Und die stoische Haltung von Grisu vielleicht deshalb, weil er als Schweizer dasselbe vom Kloster Einsiedeln bereits kennt. (-;
Traveler
Kein Problem ihn wiederzufinden😉, ja und das Kloster,so kennt man es oft an berühmten heiligen Stätten, mit spirituellem Materialismus
Traveler
Was für schöne Aufnahmen,und ein Brunk an Gold in den Kirchen ⛪️ einfach nur toll das zusehen vielen lieben Dank dafür LG Mama