• Ein Tag voller Nichtstun

    June 7 in Estonia ⋅ ☀️ 23 °C

    und das war wunderbar😍

    Gestern stand etwas auf dem Programm, das auf Reisen viel zu selten vorkommt: absolut gar nichts.

    Von unserem wunderschönen Stellplatz kurz vor der lettisch-estnischen Grenze fuhren wir gemütlich die letzten rund 30 Kilometer nach Estland. Der Grenzübertritt verlief dabei genauso unspektakulär wie schon zuvor. Kein Schlagbaum, keine Kontrolle, kein Grenzer mit strengem Blick. Lediglich ein kleiner Grenzpfosten und ein Schild verrieten uns, dass wir nun in Estland angekommen waren.

    Oh wie schön ist Europa. Man fährt los, überquert eine Landesgrenze und merkt es oft erst, wenn plötzlich die Straßenschilder etwas anders aussehen.

    Unser Ziel war Võnnu Mahetalu, ein ehemaliger Kolchosen-Bauernhof von Evelyn und Lennart. Hier fanden wir einen herrlich ruhigen Stellplatz mitten auf dem Land. Genau der richtige Ort für das, was wir uns vorgenommen hatten: nichts.

    Und das haben wir dann auch äußerst konsequent umgesetzt.

    Das Wetter zeigte sich endlich von seiner besten Seite. Also wurden die Campingstühle ausgeklappt, die Sonne genossen und sämtliche sportlichen Ambitionen erfolgreich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

    Zwischendurch wurde natürlich der Grill angeheizt. Schließlich gehört Grillen bei Sonnenschein zu den wichtigsten Aufgaben eines Wohnmobilreisenden. Wissenschaftlich belegt ist das zwar nicht, aber es fühlt sich absolut richtig an.

    Während andere Menschen Wanderungen planen, Sehenswürdigkeiten besichtigen oder Museen besuchen, haben wir uns der hohen Kunst des Entspannens gewidmet. Die Disziplin beherrschen wir mittlerweile fast auf Profi-Niveau.

    So verging der Tag zwischen Sonne, gutem Essen, Vogelgezwitscher und völliger Entschleunigung. Keine Termine, keine Kilometerjagd und keine Besichtigungslisten.

    Manchmal sind die schönsten Reisetage eben genau die, an denen man am Abend sagen kann: Heute haben wir nichts gemacht. Und das war perfekt.
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