• Hinter Klostermauern und bunten Bienenstöcken

    June 10 in Estonia ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute Morgen hatte der Regen endlich ein Einsehen mit uns. Kaum hatten sich die dunklen Wolken verzogen, machten wir uns auf den Weg zum berühmten Kloster von Kuremäe.

    Schon beim Näherkommen beeindruckte uns die große orthodoxe Klosteranlage. Auf einer Anhöhe über der umliegenden Landschaft gelegen, wirkt das Kloster schon von Weitem sehr imposant. Die Gebäude sind außergewöhnlich gepflegt und die charakteristischen Kuppeln und Türme ragen über die Klostermauern hinaus. Zusammen mit den gepflegten Grünanlagen ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild.

    Das Kloster Kuremäe, offiziell Pühtitsa-Kloster genannt, wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und ist bis heute das einzige aktive russisch-orthodoxe Nonnenkloster Estlands. Rund um die Anlage leben und arbeiten zahlreiche Nonnen, die das Kloster bis heute betreiben und pflegen. Trotz seiner bewegten Geschichte – von der Zarenzeit über die Sowjetherrschaft bis in die Gegenwart – blieb das Kloster durchgehend bestehen und gilt heute als eines der wichtigsten orthodoxen Zentren im Baltikum.

    Durch das große Eingangstor betritt man eine andere Welt. Das reich verzierte Tor wirkt beinahe wie der Eingang zu einer kleinen Festung und trennt den Alltag von der ruhigen Atmosphäre innerhalb der Mauern.

    Im Mittelpunkt der Anlage steht die prachtvolle Mariä-Entschlafens-Kathedrale. Mit ihren markanten orthodoxen Kuppeln, den Kreuzen und den kunstvollen Verzierungen ist sie ein beeindruckendes Beispiel russisch-orthodoxer Baukunst. Die Kirche wirkt von außen bereits sehr eindrucksvoll und vermittelt mit ihren Formen und Farben den typischen Charakter orthodoxer Sakralarchitektur. Im Inneren entfaltet sie ihre ganz eigene Atmosphäre aus Ikonen, Kerzenlicht und jahrhundertealter Tradition.

    Besonders gefallen hat uns auch die Parkanlage. Zwischen den Gebäuden wachsen zahlreiche Obstbäume, die dem Kloster fast den Charakter eines großen Gartens verleihen. Überall blühte und grünte es, und die gepflegten Wege luden zum gemütlichen Spazieren ein.

    Ein echter Hingucker waren die vielen bunt bemalten Bienenstöcke. Sie standen ordentlich aufgereiht zwischen den Grünflächen und sorgten mit ihren kräftigen Farben für fröhliche Akzente. Die fleißigen Bewohner schienen dabei deutlich beschäftigter zu sein als wir.

    Nach dem Rundgang hieß es Abschied nehmen und weiterfahren. Wir verließen die Klostermauern und machten uns auf den Weg Richtung Tallinn.

    Hinter uns lagen beeindruckende Klostermauern, eine prachtvolle Kirche, alte Obstgärten und bunte Bienenstöcke. Eine Kombination, die man nicht alle Tage erlebt. Genau solche besonderen Orte abseits der großen Touristenströme sind es, die unsere Reise durch das Baltikum immer wieder zu etwas Besonderem machen.

    Und ganz nebenbei haben wir wieder festgestellt: Nicht nur Burgen und Schlösser können beeindrucken. Manchmal reichen ein paar Nonnen, ein wunderschöner Klostergarten und einige äußerst fleißige Bienen, um einen Reisetag unvergesslich zu machen.
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