• Planlos durch Pärnu

    June 23 in Estonia ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute war erst einmal „Strolling around“ angesagt. Also kein fester Plan, keine To-do-Liste und keine Sehenswürdigkeiten, die unbedingt abgehakt werden mussten. Einfach treiben lassen.

    Da wir direkt am Rannapark stehen, war dieser nach dem Abladen der Fahrräder unsere erste Station. Der weitläufige Park zieht sich entlang der Küste und gehört zu den beliebtesten Grünanlagen Pärnus. Bereits im 19. Jahrhundert wurde er als Teil des Kurortes angelegt. Breite Wege, alte Bäume, gepflegte Blumenbeete und schattige Plätze laden zum Spazierengehen und Verweilen ein. Besonders schön ist die Skulpturenallee, die mit verschiedenen Kunstwerken immer wieder kleine Blickfänge bietet. Hier trifft Natur auf Kunst – und gelegentlich auch auf Touristen, die versuchen, die perfekte Fotoperspektive zu finden.

    Vom Park aus ging es weiter durch das historische Tallinna värav, das Tallinner Tor. Es ist das einzige erhaltene Stadttor der ehemaligen Festungsanlagen von Pärnu und erinnert daran, dass die Stadt einst von mächtigen Mauern umgeben war.

    Danach machten wir genau das, was wir am besten können: kreuz und quer durch die Stadt fahren, ohne wirklich zu wissen, wo wir in zehn Minuten sein würden.

    Pärnu gilt als die Sommerhauptstadt Estlands und besitzt einen ganz besonderen Charme. Die Stadt verbindet historische Holzhäuser, elegante Villen aus der Kurortzeit und moderne Cafés mit einer angenehm entspannten Atmosphäre. Alles wirkt ruhig, gepflegt und irgendwie entschleunigt. Keine Hektik, kein Großstadtlärm – stattdessen breite Straßen, grüne Parks und viele hübsche Häuser, die aussehen, als hätten sie schon einige Geschichten zu erzählen.

    Je länger wir durch die Straßen radelten, desto besser gefiel uns die Stadt. Hinter jeder Ecke wartete ein neues schönes Gebäude, ein kleiner Platz oder eine ruhige Seitenstraße. Es sind oft genau diese Orte, die man nicht im Reiseführer findet, die aber den besonderen Reiz einer Stadt ausmachen.

    Nach unserer Stadtrundfahrt ging es gemütlich am langen Sandstrand entlang zurück zu Grisu. Dort wartete bereits die nächste wichtige Tagesaufgabe auf mich: die Hängematte.

    Manche Menschen betreiben Yoga zur Entspannung. Andere meditieren. Ich hingegen legte mich in die Hängematte und lauschte dem Wind in den Bäumen. Funktioniert mindestens genauso gut.

    Am Nachmittag bekamen wir dann Besuch von Gabi und Rainer. Die beiden hatten wir auf Saaremaa an der Küste kennengelernt. Es ist immer wieder schön, wie schnell man unterwegs mit anderen Reisenden ins Gespräch kommt und sich die Wege später erneut kreuzen.

    Am frühen Abend wurde schließlich der Grill angeworfen. Gemeinsam verbrachten wir einen sehr schönen Abend mit guten Gesprächen, leckerem Essen und vielen Reisegeschichten. Wie so oft verging die Zeit viel zu schnell.

    So endete ein rundum gelungener Tag in Pärnu: ein wenig Kultur, viel Entspannung, eine Portion Hängematte und ein geselliger Grillabend mit Freunden.

    Eigentlich genau die richtige Mischung für einen perfekten Urlaubstag.
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