Mamerki – Ein Ort, der nachdenklich macht
5 luglio, Polonia ⋅ ☁️ 18 °C
Heute stand ein Kapitel deutscher Geschichte auf unserem Programm, das bedrückender kaum sein könnte.
Nach dem Frühstück machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg zu den Bunkeranlagen von Mamerki, dem ehemaligen Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres (OKH). Zwischen 1941 und 1944 wurden von hier aus militärische Operationen an der Ostfront geplant und koordiniert. Die Anlage umfasste rund 250 Hektar und bestand aus über 30 massiven Bunkern, zahlreichen Baracken, unterirdischen Versorgungseinrichtungen sowie einem weit verzweigten Netz aus Straßen und Schützengräben. Anders als viele andere deutsche Befestigungen wurden die gewaltigen Stahlbetonbunker am Ende des Krieges nicht vollständig gesprengt. Deshalb gehören sie heute zu den am besten erhaltenen Bunkeranlagen dieser Zeit.
Wir besichtigten unter anderem den gewaltigen Bunker des Generals Ulrich Liss, den Aussichtsturm sowie mehrere weitere Bunker und Bauwerke. Mit dem Fahrrad fuhren wir von Anlage zu Anlage. Überall im Wald tauchten zwischen den Bäumen riesige Betonkolosse, Schützengräben und die Überreste ehemaliger Gebäude auf.
Es ist schwer zu beschreiben, welche Gedanken einem an einem solchen Ort durch den Kopf gehen. Die Bunker beeindrucken durch ihre Größe und Bauweise, gleichzeitig weiß man aber, dass hier Entscheidungen getroffen wurden, die unermessliches Leid über Millionen von Menschen gebracht haben. Genau dieser Gegensatz macht den Besuch so bedrückend.
Je länger wir durch den Wald fuhren, desto stiller wurden wir. Irgendwann rückten die technischen Bauwerke völlig in den Hintergrund. Stattdessen blieb nur noch das Bewusstsein, welche Folgen Krieg, Machtstreben und Menschenverachtung haben können.
Am frühen Nachmittag hatten wir genug gesehen. Eigentlich wollten wir anschließend noch das ehemalige Führerhauptquartier Wolfsschanze in Gierłoż besuchen. Doch nach den vielen Eindrücken aus Mamerki war unser Bedarf an diesem dunklen Kapitel der Geschichte mehr als gedeckt.
Manchmal ist es wichtig, solche Orte zu besuchen, um die Geschichte nicht zu vergessen. Genauso wichtig ist es aber auch, irgendwann einen Schlussstrich für den Tag zu ziehen.
So machten wir uns auf den Weg nach Buczyniec. Während die Landschaft an uns vorbeizog, gingen uns die Eindrücke des Tages noch lange durch den Kopf. Es war kein Tag voller schöner Sehenswürdigkeiten – sondern einer, der zum Nachdenken anregte und uns einmal mehr vor Augen führte, wie wertvoll Frieden, Freiheit und Demokratie sind.Leggi altro

















Viaggiatoreso ist es 👍
Stefan und Birgit on tourGenau so erging es uns auch.
ViaggiatoreGehört Beides zusammen; die Gräueltaten nicht vergessen und trotzdem heute das Leben achten und genießen.