• Ostseeromantik? Der Wettergott hatte andere Pläne

    July 10 in Poland ⋅ ⛅ 17 °C

    Eigentlich war der Plan glasklar: schönes Wetter, Ostseestrand, Hängematte, Baden, chillen... kurz gesagt: professionelles Nichtstun.

    Doch wie so oft auf dieser Reise hatte der Wetterbericht offenbar eine sehr kreative Interpretation von „Badewetter“. Für Donnerstag und Freitag waren Sonne und sommerliche Temperaturen angekündigt. Bekommen haben wir stattdessen Regen, Wind und gerade einmal 17 Grad.
    Vielen Dank auch!

    Gestern Morgen machten wir uns trotzdem optimistisch auf den Weg zum Strand. Nach dem Motto: Vielleicht wird's ja noch. Der Strand war wirklich schön, die Ostsee rauschte gemütlich vor sich hin... nur leider wehte uns der Wind so um die Ohren, dass wir irgendwann beschlossen: Genug romantisiert – zurück zu Grisu und erst einmal den nächsten Regenschauer aussitzen.

    Am Nachmittag wurde das Wetter etwas freundlicher. Also Fahrräder runter und ab nach Karwia.

    Dort angekommen traf uns dann der zweite Schock des Tages.

    Einen gemütlichen Ortskern oder ein hübsches Fischerdorf hatten wir erwartet. Bekommen haben wir stattdessen gefühlt 200 Buden auf engstem Raum. Getränkebuden, Dönerbuden, Eisbuden, Spielzeugbuden, Souvenirstände und jede Menge Kram, von dem man vorher gar nicht wusste, dass ihn niemand braucht. Dazwischen schoben sich unzählige Urlauber mit Kind, Kegel, Kinderwagen, Luftmatratzen und Eis durch die Straßen.

    Nach einer Viertelstunde wussten wir beide: Ostseeromantik sieht für uns definitiv anders aus.

    Getreu dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ fuhren wir weiter nach Jastrzębia Góra. Laut Google sollte uns dort ein wunderschöner Küstenort mit beeindruckenden Steilklippen erwarten.

    Die Steilküste war tatsächlich sehenswert. Von oben konnten wir einigen Gleitschirmfliegern beim Start zusehen, die elegant über die Ostsee schwebten. Das war wirklich beeindruckend.

    Der Rest des Ortes erinnerte allerdings stark an Karwia – nur in einer etwas größeren Ausgabe. Wieder Buden, Buden und noch mehr Buden.

    Als wir zurück bei Grisu ankamen, fiel die Entscheidung einstimmig und ohne lange Diskussion.

    Das war's.

    Wenn schon das Wetter nicht mitspielt und die Ostseeromantik irgendwo zwischen Dönerbude Nummer 37 und Souvenirshop Nummer 112 verloren gegangen ist, dann ziehen wir lieber weiter.

    Also heißt es morgen wieder: Motor starten, Grisu in Bewegung setzen und neue Abenteuer suchen.

    Denn eines haben wir auf dieser Reise gelernt: Hinter der nächsten Kurve wartet oft etwas viel Schöneres. Und genau das macht das Reisen schließlich so spannend.

    Und weil die Orte nichts zu bieten hatten gibt's heute kein Bild für euch😉
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