• Posen – eine Überraschung nach der anderen

    July 12 in Poland ⋅ ☁️ 24 °C

    Gestern war mal wieder Fahrtag. Unser nächstes Ziel hieß Posen (Poznań). Da wir bewusst über die Landstraßen unterwegs waren, wurden wir erneut mit traumhaften Alleen und endlosen Wäldern belohnt. Ich weiß gar nicht, wie viele Kilometer wir inzwischen unter einem grünen Blätterdach gefahren sind – aber langweilig wird das einfach nie.

    Mitten im Wald musste natürlich noch ein spontaner Zwischenstopp sein. Die Heidelbeersträucher waren randvoll und einige der leckeren Beeren wollten unbedingt mit uns Bekanntschaft machen. Wir haben ihnen diesen Wunsch natürlich nicht abgeschlagen. So schmeckt eine kleine Pause gleich doppelt so gut.

    Am Stadtrand von Posen fanden wir einen schönen Stellplatz und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

    Heute Morgen ging es dann mit den Fahrrädern in die Stadt – und wir haben wirklich nicht schlecht gestaunt.

    Posen gehört zu den ältesten Städten Polens und gilt als eine der historischen Wiegen des Landes. Die Stadt verbindet eindrucksvoll ihre über 1.000-jährige Geschichte mit jungem Studentenleben. Überall begegnet man prachtvollen Bürgerhäusern, gepflegten Plätzen und einer lebendigen Atmosphäre.

    Besonders beeindruckt hat uns der Alte Markt, einer der schönsten Marktplätze Polens. Rund um den Platz stehen farbenfrohe Renaissance- und Barockhäuser, die aussehen, als hätte jemand eine Farbpalette über die Fassaden ausgeschüttet. Im Mittelpunkt steht das prächtige Renaissance-Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, das zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Dazu kommen schöne Brunnen, gemütliche Cafés und kleine Gassen, die zum Schlendern einladen.

    Als wir später an der Universität vorbeikamen, herrschte dort ein riesiges Gedränge. Erst dachten wir, es gäbe irgendwo etwas umsonst – doch beim genaueren Hinsehen wurde schnell klar: Es war die feierliche Diplomübergabe. Überall junge Menschen in schicken Kleidern und eleganten Anzügen, stolze Familien mit Blumensträußen und jede Menge glückliche Gesichter. Ein wirklich schöner Moment, den wir ganz zufällig miterleben durften.

    Danach zog es uns noch einmal durch die Altstadt, bevor wir zum Posener Tor (Brama Poznania) radelten. Und dort wartete die nächste Überraschung auf uns.

    Vor dem Museum steht ein gläserner Glockenwagen, der ursprünglich vom Glockenmuseum in Danzig stammt. Im Inneren hängen unzählige Glocken in den unterschiedlichsten Größen, die über eine raffinierte Mechanik ähnlich einer Orgel miteinander verbunden sind. Kaum 15 Minuten nachdem wir angekommen waren, begann das Glockenkonzert.

    Was für ein Zufall! Genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Klänge erfüllten den Platz und sorgten für einen ganz besonderen Abschluss unserer Stadttour.

    Zurück am Wohnmobil wurde dann der Grill angeheizt. Nach so vielen Eindrücken schmeckte das Abendessen gleich doppelt so gut.

    Manchmal sind es eben genau diese Tage, an denen man ohne große Erwartungen losfährt – und am Ende mit Heidelbeeren im Bauch, Glockenmusik in den Ohren und einem breiten Grinsen im Gesicht zurückkommt.
    Read more