• Karsten Reith
  • Karsten Reith

The Bertone Shakedown

Vorbereitung für die Reise Giulia meets EU
Was funktioniert/ was nicht
Was geht kaputt
Was sind die Lektionen
Was nehme ich mit
Wieviele km sind angenehm
Camping versus Pension
Welche Werkzeuge sind notwendig
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  • Trip start
    September 23, 2026
  • Sevelen nach Müstair

    September 23 in Switzerland ⋅ ☀️ 18 °C

    Von Sevelen ging es recht flott über den Flüalapass und Ofenpass nach Mustair,

    Ein kurzer Stopp in Müstair
    Bevor es weiter Richtung Italien ging, durfte ein kurzer Halt beim Kloster St. Johann in Müstair nicht fehlen. Das über 1'200 Jahre alte Benediktinerinnenkloster gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend sind die karolingischen Fresken in der Klosterkirche, die teilweise aus dem 9. Jahrhundert stammen und zu den bedeutendsten frühmittelalterlichen Wandmalereien Europas zählen.
    Auch die Klosteranlage selbst ist sehenswert. Verschiedene Gebäude erzählen von mehr als zwölf Jahrhunderten Geschichte – und bis heute leben hier Benediktinerinnen. Ein erstaunlicher Ort mitten im Val Müstair, bevor die Reise weiter Richtung Italien führte.
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  • Lange Reise nach Tolmezzo

    September 23 in Italy ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach dem Grenzübertritt nach Italien lag noch ein gutes Stück Strecke vor uns. Durchs Vinschgau ging es Richtung Bozen, weiter durchs Pustertal nach Sexten und schliesslich über den Kreuzbergpass und den Mauriapass nach Tolmezzo. Eine tolle Strecke um die Giulia einmal richtig zu testen.
    Für meinen Geschmack sind die Bremsen allerdings nicht ganz auf dem Niveau dessen, was man von einem modernen Auto erwarten würde. Deshalb halte ich zum Vordermann bewusst etwas mehr Abstand. Das wiederum scheint die italienischen Strassenrowdys als Einladung zu verstehen: Überholen, kurz vor mir einscheren und das wars dan mit dem Sicherheitsabstand. Italienische Fahrkultur eben. 😉

    Das eigentliche Highlight des Tages war allerdings die Einfahrt in ein kleines Dorf. Vor uns ein Lastwagen, während uns gleich zwei weitere LKW entgegenkamen, die das Dorf bereits fast vollständig durchquert hatten. Zum Kreuzen war natürlich viel zu wenig Platz.

    Und damit begann der italienische Machtkampf zwischen zwei Chauffeuren. Es wurde gehupt, wild mit den Händen gestikuliert und sogar Abfall aus dem Fenster geworfen – das volle Programm. Eine Lösung schien zunächst nicht in Sicht.

    Am Ende blieb den beiden entgegenkommenden Lastwagen nichts anderes übrig, als sich rückwärts durch das gesamte Dorf zurückzuschlängeln. Und natürlich mussten auch die Autos hinter ihnen mit zurücksetzen. Das Ganze dauerte bestimmt 20 Minuten – ein ziemliches Schauspiel und gleichzeitig kompletter Nonsens weil unsere Seite 100x einfacher gewesen wäre.

    In Tolmezzo angekommen, war der Campingplätze dann leider nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. Eher Parkplatz für Wohnmobile als gemütlicher Stellplatz. Also suchte ich mir kurzerhand ein kleines Zimmer im Stadtzentrum. Für eine Nacht völlig in Ordnung – und nach diesem Tag war eine Dusche und ein richtiges Bett auch nicht komplett falsch.
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  • Fahrt von Tolmezzo nach Sauris

    September 24 in Italy ⋅ ☀️ 13 °C

    Nach einem kurzen Frühstück ging es Richtung Ampezzo und weiter nach Sauris. Die Strasse windet sich mit unzähligen Kurven und Tunnels hinauf. Zwischendurch ein Tankstopp und eine kurze Diskussion über den Saab 95, den der Tankwirt gerade restauriert.
    In Sauris angekommen, zuerst das Zelt aufstellen, den Rehbesuch empfangen und anschliessend das Dorf besichtigen. Leider wird es etwas kalt – die Nacht verspricht frostige 3 °C und ich werde morgen wohl etwas steif und starr aufstehen. Ohh, im Hintergrund röhrt ein Hirsch!!

    Sauris – Kurzbeschreibung
    Sauris di Sotto liegt auf 1.212 Metern, Sauris di Sopra rund 200 Meter höher. Charakteristisch sind die Häuser aus Stein und Holz mit Balkonen auf drei Seiten. Damit ist Sauris die höchstgelegene Gemeinde im Friaul.
    Sehenswert ist die schöne Kirche aus dem 14. bis 15. Jahrhundert mit bedeutenden Kunstwerken, darunter das „Letzte Abendmahl“, umgeben von Szenen aus der Bibel und den Evangelien.

    Touristisch bekannt ist Sauris vor allem für seinen einzigartigen, leicht geräucherten Bergschinken mit geschützter geografischer Angabe (IGP). Die Besonderheit liegt im Kalträuchern mit Buchenholz – ganz anders als bei den Rohschinken aus Parma oder San Daniele. Seit 2009 ist der Prosciutto di Sauris entsprechend geschützt. Bereits seit 1862 wird er von der Schinkenfabrik Wolf Sauris hergestellt. Mal sehen wieviel freien Platz der Alfa noch bietet um, ja na ihr wisst ja.
    Diese Besonderheiten trugen dazu bei, dass Sauris 2022 von der UNWTO neben Orten wie Andermatt, Gruyère und Saas-Fee als „Best Tourism Village“ ausgezeichnet wurde.
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  • Ein erfolgreicher Tag rund um Sauris

    September 25 in Italy ⋅ ☁️ 16 °C

    Also, zuerst mal die kontrollieren ob nicht abgefroren ist. Die gute Nachricht, es ist nichts schwarz geworden. Aber so richtig schön ist etwas anderes. Im Schlafsack eingehüllt, auch der Kopf ist verschwunden, schlafe ich etwas. Dann röhren die Hirsche wie wild und die Nacht wird immer länger.
    Am Morgen steht das Zelt immer noch im Schatten und alles ist klamm bis nass. Aber irgendwo scheint ja bekanntlich immer die Sonne, so auch auf der Nachbarparzelle. Heringe raus, Zelt samt Innenleben verschoben und morgen weckt mich die Sonne im Geschichtsunterricht. Abgesehen soll es ja ne warme Nacht geben mit Temperaturen bis 4°.
    über den Razzo Sattel Richtung Comeglians, nach Santo Stefano die Kadare, Lozzo die Cadore und Passo della Maria zurück zu meinem Lieblingstankwart. Kurzes Schwätzchen und fragte ob ich Diesel tanken will. "ja klar", meine ich. und bekomme trotzdem Benzin.
    Viele Namen die niemand kennt, aber eine tolle und kurvenreiche Fahrt mit wenig Verkehr.
    Weil ich noch etwas Zeit habe plündere ich den Speckladen und bekomme das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht.
    Der Prosciutto di Sauris IGP ist ein luftgetrockneter Rohschinken, der gesalzen, leicht geräuchert und anschliessend in Sauris gereift wird. Nach der aktuell geltenden Produktionsordnung muss er mindestens 400 Tage reifen.
    Das Entscheidende ist die Kombination aus Bergklima und Räucherung. Der Schinken wird traditionell mit dem Rauch von Buchenholz behandelt.
    Ministerium für Arbeit und Soziales
    Und genau hier unterscheidet er sich beispielsweise von Prosciutto di Parma oder San Daniele: Dort steht die reine Lufttrocknung im Vordergrund, während beim Prosciutto di Sauris die Räucherung Teil des charakteristischen Herstellungsverfahrens ist.
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  • kleine Wanderung Sella di Riodia

    September 26 in Italy ⋅ ☀️ 13 °C

    Heute lassen ich es mal gemütlich angehen.
    Das Highlight des Morgens: Um 8 Uhr schien die Sonne direkt durch die Eingangstür ins Zelt , was will man mehr? Das Zelt war zwar noch komplett mit Tau bedeckt, aber bei diesem Sonnenschein löste er sich kurzerhand auf.
    Auch die Temperaturen meinten es heute gut mit uns: Von frostigen 1 °C ging es immerhin auf angenehme 4 °C hoch. Und heute Nacht sollen es sogar 6 °C werden – schon fast ein bisschen übertrieben!
    Die Wanderung war nichts spektakuläres, aber trotzdem wunderschön. Ich startete vom Stella die Rioda und führte entlang einem Grasgrat. Weil ich ja noch ein etwas Wellness vorhatte, war ich um 14:00 wieder beim Auto.
    Das zweite Highlight des Tages war eindeutig die Sauna auf dem Zeltplatz. Ob türkisch, finnisch oder Infrarot, hier hat man die Qual der Wahl. Oder man macht es wie wir und probiert einfach alle drei aus.
    Morgen geht es dann wieder Richtung Norden und möchte einen zweitägigen Zwischenstopp in Deutschnofen machen. Aber mal sehen wo uns die Strassen so hinführen.
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  • Sauris nach Deuschnofen

    September 27 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Vom Friaul ins Südtirol
    Wie gestern schon vermutet, war die Nacht heute tatsächlich etwas wärmer. Von 1 auf 6 Grad , auf dem Papier gerade mal fünf Grad Unterschied und somit eigentlich kein Grund in Euphorie zu fallen. Im Schlafsack sieht die Sache allerdings ganz anders aus: Wenn dessen Komfortzone bei 5 Grad liegt, sind 6 Grad plötzlich fast schon Wellness.
    Also raus aus dem Schlafsack, die leicht eingerosteten Knochen wieder in die richtige Position bringen und erst einmal das Zelt zum Trocknen aufhängen. Die morgendliche Zeremonie vom ersten Augenaufschlag bis zum starten des Motors dauert rund eine Stunde. Mit trockenem Zelt wäre vielleicht auch eine halbe Stunde drin. Aber für Weltrekorde war es einfach noch zu früh.
    Dann geht’s los. Sieben Stunden reisen liegen vor mir. Kurve um Kurve, Pass um Pass, wobei ich irgendwann aufgehört habe mitzuzählen. Dazu neugierige Kinder auf dem Pass und sogar eine Familie beim Langlauftraining auf der Passstrasse. Das Mädchen winkte noch mit einer Hand während sie mit der anderen kräftig abstoßen um nicht an Tempo zu verlieren.

    Für die Giulia ist das jedenfalls genau das richtige Terrain. Kurven, Steigungen, Gefälle – sie nimmt alles brav unter die Räder und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

    Am Wegweiser Richtung Bozen und Welschnofen keimt dann langsam das Gefühl auf: Jetzt ist es nicht mehr weit. Der letzte Aufstieg nach Deutschnofen hatte allerdings offenbar andere Pläne. Aus der gemütlichen Anfahrt wurde auf den letzten Kilometern kurzerhand noch ein kleines Bergrennen mit Einheimischen.
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  • Ruhiger Tag in Detschnofen

    September 28 in Italy ⋅ ☀️ 20 °C

    Letzter Tag in Deutschnofen und Südtirol. Morgen geht's ab nach Hause. Zum Abschied habe ich noch eine kleine Rundwanderung zum St. Helena Kirchlein gemacht. Dabei gab es schöne Ausblicke auf die Bergmassive Schlern, Rosengarten und Latemar. So richtig geschwitzt habe ich aber erst im Wellnessbereich vom Hotel Stern. Es ist ein nettes Hotel mit lustigem Personal. Mit diesem kommt man aber eher in Kontakt wenn man keine Halbpension nimmt. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.
    Morgen muss ich noch die Sicherungen im Auto prüfen, es scheint, dass ich in der ganzen Reise nur mit dem Standlicht herumgefahren bin. Hat mich auch gewundert, dass es in den Tunnels stock dunkel war.

    Morgen mache ich mir noch ein paar Gedanken was ich für die nächste Reise verbessern kann.
    Stichworte sind:
    - Was hat funktioniert/ was nicht
    - Was ging kaputt
    - Was sind die Lektionen
    - Was nehme ich mit
    - Wieviele km sind angenehm
    - Verbrauchsmaterial (Flüssigkeiten)
    - Fitness
    - Camping versus Pension
    - Welche Werkzeuge sind notwendig
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  • Heimfahrt von Deutschnofen nach Sevelen

    September 29 in Italy ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute musste ich feststellen, dass weder das Abblendlicht noch das Fernlicht funktioniert. Also erst einmal die Sicherungen prüfen –> alles in Ordnung. Doch dann entdecke ich mit Schrecken ein verschmortes Kabel am Ausgang des Sicherungskastens.
    Also frage ich den Kellner Paul vom Sternen, wo ich am besten hingehen kann. Ein kurzes Telefonat später ist die Werkstatt organisiert. Die Reparatur wird kurzerhand erledigt und kostet gerade einmal 30 Euro. „Kann man so leben lassen“, denke ich und gebe dem Mechaniker 40 Euro. Bekanntlich sieht man sich ja immer zweimal im Leben. Also wieder einsteigen, Motor starten und weiter geht's.

    Danach geht es weiter über den Medelpass mit seinen unzähligen Spitzkehren, über den Passo del Tonale, den Passo Gavia und den Passo Foscagno bis nach Livigno.

    Dort vertrete ich mir ein wenig die Füsse und beobachte das geschäftige Treiben und den allgegenwärtigen Kommerz. Nach einer kurzen Pause entscheide ich mich, durch die Tunnel Richtung Zernez zu fahren und anschliessend über den Flüelapass nach Hause.

    Wieder einmal ein Tag mit allem, was eine Reise ausmacht: ein kleines technisches Abenteuer, hilfsbereite Menschen, kurvenreiche Passstrassen und jede Menge Eindrücke.
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    Trip end
    September 29, 2026