• “Neue Bekanntschaften”

    February 13 in New Zealand ⋅ ☁️ 18 °C

    Freitag,13.02.2026
    50.8 km, 510hm
    von Kawatiri Campsite bis Campsite nach Murchison

    Wir kamen gut frühmorgens weg, sogar die Sandflies haben uns einigermaßen in Ruhe gelassen. Nachdem wir alles auf den Räder verstaut hatten, ging es den Highway frühmorgens bergab und dann Richtung Rotoroa Lake. Dort wollten wir frühstücken. Dort sollte es einen Unterstand geben, denn es regnete leicht.
    Als wir den See erreichten nieselte es gerade, und das Häuschen mit Tisch in der Mitte erschien uns als Frühstücksplatz ideal.
    Doch wir hatten nicht mit den Sandflies gerechnet. Die hatten nämlich auch dort Unterschlupf gesucht. Wir wurden regelrecht heimgesucht, während wir unser Porridge fertig herrichteten, das Obst schnitten, Cocosjoghurt und Nüsse darüber streuten und noch mit Peanutbutter verzierten. Letzter Schritt: “das obligatorische Ahornsirup”!
    Dann hielten wir die Bisse dieser kleinen Biester nicht mehr aus. Wir flüchteten regelrecht aus dem Unterstand. Setzen uns kaum hin, da diese Biester immer ein Fleckchen Haut fanden, in das sie hineinbeissen konnten, und das tut verdammt weh. Auch danach ist so ein Biss schmerzhaft und juckt lang und intensiv.
    Dort haben wir etliche Dippel abbekommen. Wir waren irgendwie froh, diesen Platz dann zu verlassen, denn unterm Fahren haben wir noch nie Sandfly-Bisse abbekommen.
    Dann ging es durch das Tal bis nach Murchison, und das erreichten wir gegen die Mittagszeit. Wir gingen gleich mal in den Supermarkt einkaufen für unser Mittagessen und das nächste Frühstück. Als wir gerade unsere Drahtesel bepackt hatten, kam Geraldine, eine Französin/Australierin auf uns zu. Sie war klein,drahtig und allein mit ihrem Rad auf dem TA unterwegs. Teilweise arbeitete sie zwischenzeitlich für Tierorganisationen die sich mit Wildkatzen befassten. Dann stieß auch noch Jamie, ein junger Engländer, zu unserer Gesprächsrunde dazu. Er liebte Kanufahren, war auch mit dem Rad unterwegs und wollte die nächsten 2 Wochen in einem Kanucamp verbringen, bevor er nach Hause flog.
    Er schenkte mir auch einen Rosinenweckerl, den ich gerne entgegen nahm.
    Alex besorgte noch eine Gaskartusche, während ich schon mal zum Kiwi-Campsite in Murchison weiter fuhr. Mitten vor dem Office hatte ich mich unabsichtlich in meinen linken Clip eingeklickt, wollte nach links vom Rad steigen, was natürlich fatal endete. Ich fiel wie ein Sack Kartoffel vor dem Büro mit dem Rad um.
    Ok, nur 2 kleine Beulen am Ellbogen, die nicht weiter schmerzhaft waren. Dann zahlte ich unseren Zeltplatz und Alex kam dann auch schon angefahren.
    Wir wuschen unsere Wäsche, kochten uns in der Camping-Küche unsere Spirall-Nudel mit Salat und stellten dann unser Zelt auf. Da finge es an wie mit Schaffeln zu schütten. Mit der Regenpelarine schützte ich den Eingangsbereich unseres Zeltes, damit es dort trocken blieb. Alex war gerade unter der heißen Dusche als der Regenschauer niederging und merkte fast gar nichts davon. Dafür lernten wir im Anschluss auf der überdachten Terrasse der Küche Gerd,71, aus Deutschland kennen. Er hatte ne super Kondition, stellte sich seine eigene Route durch Australien zusammen,besuchte Freunde hier in Neuseeland, war seit ein paar Jahren geschieden, hatte 3 Kinder und 6 Enkelkinder. Er wollte sich hier in NZ 6 Monate im Jahr aufhalten, Radtouren machen und das milde Klima genießen, die restliche Zeit wollte er in Deutschland verbringen. Er hatte auch noch einen geringfügigen Job bei einer Firma die sich mit Laufen beschäftigte, und den konnte er auch von unterwegs remote bewältigen.
    So plauderten wir ziemlich lang und fanden seine Art sein Leben zu gestalten,mal ganz anders. Dann wurde es schon dunkel, und für uns Zeit, endlich in die Schlafsäcke zu schlüpfen, denn morgen würden wir einen anstrengenden Tag haben.
    Der Campingplatz war relativ klein, viele Leute fuhren erst jetzt in der Nach herein, schlugen Türen zu, Autoschiebetüren wurden oft auf und zu gemacht, und Gerd in seinem Zelt neben unserem schnarchte bis zu uns herüber.
    Alex schlief wie immer mit Oropax, während ich alles mitbekam. So schlief ich nur einigermaßen gut ein.
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