• Luleå, wo legen wir nur an?

    Jun 19–21 in Sweden ⋅ ☀️ 15 °C

    Y-Stege sind für unser Boot ganz großer Mist. In diesen seltsamen Alurahmen, die mit Bojen auf dem Wasser schwimmen liegen wir einfach nicht gut. Vor allem, wenn viel Wind kommt. Und das Anlegen ist auch herausfordernd, weil man auf den Auslegern nicht stehen kann. Also muss man die Leinen irgendwie von Bord aus durch die Ringe fummeln. Leider stehen die schwedischen Hafenbauer extrem auf diese Dinger. Klar, man klappt sie im Winter einfach hoch, wenn das Eis kommt und gut ist. Doch praktisch für den Hafenmeister ist nicht immer gut für die Hafenbesucher. Aber okay, gib den Dingen eine Chance, also sprich Y-Stegen, sagten wir uns, challenge accepted. Also rein in den Hafen, die 5 Meter breiten Y-Dinger suchen und dann einfach rein. Kann ja nicht so schwer sein. Grobe Fehleinschätzung. Erstens gab es die 5 m Breite nicht, zweitens war der, auf dem Plan riesige, Stadthafen von Luleå ziemlich eng, und klar: 15 Knoten Seitenwind beim Anlegen. Irgendwie fummelten wir uns dann doch zwischen die Ausleger. Jo, und da lagen wir dann wie eine Sardine in der viel zu engen Ölbüchse. Die Fender ächzten, und wir noch viel mehr. Mist, so geht das nicht, niemals. Also wieder ablegen, aber wie bei dem starken Seitenwind. Andreja griff tief in die Trickkiste, irgendeine Kombination aus Bugstrahlruder und Vollgas zurück und wir waren wieder heil aus dem engen Y-Steg-Korsett draussen. Uff. Doch wohin jetzt? Unsere Wahl fiel auf den langen Steg, der den Hafen nach aussen hin von der offenen Bucht abtrennte. Und schon folgte die nächste Überraschung: nix zum Festmachen der Leinen. Keine Ringe, keine Klampen, nix. Wer zum Teufel (sorry) denkt sich sowas aus? Dann ganz am Ende des Stegs, 4 Ringe, ja, das geht. War da nur noch der immer kräftige Wind, der uns vom Steg wegdrückte. Nach weiteren, wie eine Ewigkeit wirkenden 5 Minuten lagen wir dann endlich fest am Steg. Dass der Strom am Steg natürlich nicht funktionierte, brauche ich wohl nicht erwähnen. Obwohl es erst 10 Uhr war, hatte ich spontan den Wunsch nach einem Gin Tonic. Oder zwei. Liebe Hafenplaner: wenn ihr nicht wollt, dass wir Segler zu Alkoholikern werden, baut die Häfen so, dass man diese auch sinnvoll nutzen kann. Dass wir mit diesem Wunsch nicht alleine dastehen, zeigte sich auch darin, dass alle weiteren Segelboote nach uns auch unseren Steg wählten.Read more