• Trauminsel Fatu Hiva: Omoa und die Tapas

    25. Mai in Französisch-Polynesien ⋅ 🌬 27 °C

    7 Tage ab dem 23. Mai verbrachten wir in der Bucht vor Omoa. Es ist eine der beiden Ortschaften auf Fatu Hiva, die nur durch eine Straße von 15 km und per Boot verbunden sind. Flughafen gibt es hier auf dieser Insel keinen.
    Saftig grüne mehrere hundert Meter hohe Berge fallen steil ins Meer ab, die Landschaft ist spektakulär. Die Fallwinde am Ankerplatz waren auszuhalten, aber das Boot tanzte im Schwell, und gelegentlich hatte man unter Deck das Gefühl, man sei am Segeln.
    Da am Morgen nach unserer Ankunft Pfingsmontag war, hatte Uwe die Idee, in der Ortskirche dem Gottesdienst beizuwohnen. Und es war eine Super Idee! Resi von unserem Buddyboot war auch mit von der Partie, und wir erlebten eine lebhafte Messe mit Abendmahl, gehalten vom Bischof der Marquesas. Am Ende wurden wir noch Zeuge einer Taufe. Ein Chor und die einheimischen Besucher sangen laut, kräftig und erstaunlich tonsicher zur rhythmischen Live-Musik mit Gitarren und Trommeln. Grandios! Der Liedtext wurde z.T. an die Wand projeziert, und wir merkten, dass man die Sprache, die einfach in Lautschrift aufgeschrieben scheint, einfach aussprechen und mitsingen kann. (Es gibt Gott sei Dank keine Original-Mitschnitte von diesen unseren Versuchen 😂). Ich habe noch keine Sprache mit einem derartigen Überwiegen der Vokale kennengelernt. Der Predikttext des Priesters war z.t. offenbar humorvoll, und er sprach die Anwesenden direkt an (für eine detailliertere Wiedergabe ist mein Französisch nicht ausreichend).
    Die 2 Geschäfte waren 2 Tage später, am Dienstag Vormittag, mit trockenen, haltbaren und gekühlten Waren gut sortiert, aber - null Frischwaren. Obwohl am Pfingstsamstag ein Transportboot angekommen war. Keine Ahnung….wohin das alles gegangen war…🤔.
    Auf der Suche nach Brotfrucht und den zuckersüßen Pomelos, unserer neuen Leidenschaft, sprachen wir eine Frau an einem Garten an. Sie stellte uns spontan ein Obstpaket für 10 Euro mit Pomelos, Bananen und Zitronen zusammen. das schilfgeflochtene Zitronenkörbchen schenkte sie uns netterweise gleich mit dazu. Das war ein sehr angenehmer Kontakt.
    Durch lautes rhythmisches Klopfen wurden wir im Vorbeigehen auf eine traditionelle Tapa-Werkstatt aufmerksam. Freundlich hereingebeten konnten wir 3 Männer beim Breitklopfen der angefeuchteten Baumrinden mit Holzschlegeln auf Stein oder Hartholz beobachten. Am häufigsten wird die Rinde des Maulbeerbaumes genutzt, sie ergibt helles Papier. Aber auch die Rinden von Brotfruchtbaum oder Kautschuk kommen zum Einsatz. Die äußere braune Rinde wird entfernt, die helle Bastschicht mehrere Tage eingeweicht. Danach folgt das stunden- bis tagelange Beklopfen der schmalen Faserblätter, die dadurch langsam immer breiter werden. Einzelne Bahnen können dann verklebt werden. Nach dem Trocknen und Glätten der Papierblätter haben diese eine tolle Grundstruktur und man sieht die Astansätze. Man kann diese Papiere einzeln kaufen (ca. 40 Euro pro 20x30 cm bei guten Stücken) oder als handgemalte Werke, wobei meist traditionelle Muster und Formen mit schwarzer Tusche aufgetragen werden. Wir entschieden uns für ein Werk mit Manta, einem Tiki-Symbol und einer Karte der Marquesas-Inseln. 2 Tage später kamen wir es abholen. Sehr gut gelungen!
    Wir wanderten anderntags mit Resi & Werner mehrere Kilometer die Dorfstraße hoch ins Tal, vorbei an meist gut gepflegten teils traditionellen Häuschen, eingerahmt von einer unglaublich üppigen Vegetation. Wärme und Feuchtigkeit sind ja im Überfluss vorhanden. Wir erreichten auch die alten Felszeichnungen, die Thor Heyerdahl in seiner Karte von Fatu Hiva eingezeichnet und dadurch bekannt gemacht hat. Er lebte dort in den 1930er Jahren und schrieb das Buch „Fatu Hiva“. Neben dem Fischrelief, das evtl. einen Thunfisch oder Mahi Mahi darstellt und zu den größten und bekanntesten Petroglyphen der Marquesas zählt, gibt es noch andere Zeichen wie Tiki‘s oder Strichfiguren an dieser Kultstätte aus der vorkolonialen Marquesazeit. Die Zeichnungen sollen mehrere hundert bis über 1000 Jahre alt sein. Die Zeit auf Omoa soll Thor Heyerdal zu seinen späteren Expiditionen wie seine berühmte „Kon-Tiki“ inspiriert haben.
    Wir wanderten wieder zum Ort zurück. So etwas wie Obst- oder Fischverkauf fanden wir nirgendwo.
    Die Tapa-Malerin führte uns auf unsere Anfrage zum Garten ihres Vaters. Dort suchte man uns Bananen, Maniokwurzeln, 1 Brotfrucht, Avocados, Sternfrüchte, ein paar Pomelos und Kokosnüsse zusammen. Sie würden üblicherweise nichts verkaufen, nur für ihren Eigenbedarf anbauen, meinte sie. Als sie dann am Ende jedoch 80 Euro verlangte, erschien uns dies aber deutlich zu hoch. Spätere Internetrecherchen bestätigten den zu hohen Preis. (Der Mann hatte auch immer mehr Bananen draufgelegt als wir schon „stopp“ gesagt hatten. Da hatten wir angenommen dass sie sehr preisgünstig wären).
    Also suchten Resi und ich nur wenige Stücke heraus, bezahlten jeder 15 Euro und fühlten uns um eine Erfahrung reicher, erst nach dem Preis zu fragen 😏.
    An einem Abend kehrten wir in eine Art lokaler Bar ein. Erst als wir sie zum Tisch durchquerten merkten wir, dass nur Frauen an den Tischen saßen und konzentriert auf die Blätter vor ihnen schauten, den gezückten Marker in der Hand: Wir waren in eine Bingo-Party geraten. Es gab Sashimi und eine Art Ceviche. Naja, essbar, aber etwas wenig angemacht. Rohen Fisch mögen musste man…
    Das Aus- und Einsteigen ins Dinghi an der Beton Pier von Omoa war oft waghalsig und schwierig, besonders bei Flut war der Schwell stark und das Wasser schwappte hoch über die Mauer, die Tiden hier sind ganz schon stark 🙈. Die Steine waren nach Regen rutschig und das Dinghi oft weit unten bei unserer Rückkehr…. Am nächsten Morgen hieß es Anker auf zur berühmten „Bay of Virgins“.
    Weiterlesen