„Bay of Virgins“ auf Fatu Hiva
9. Juni in Französisch-Polynesien ⋅ ⛅ 27 °C
Ich hatte es mir so unglaublich toll vorgestellt: in der Spätnachmittagssonne von der Bucht von Omoa her mit dem Segelboot um die Ecke zu biegen und die vielleicht schönste Bucht der Welt, die „ Bay of Virgins“ majestätisch vor Einem liegen zu sehen.
Sie lag dann auch majestätisch da, 8 Boote lagen schon vor Anker, die Sonnenflecken auf den steilen gefalteten saftig grünen Berghängen spärlich verteilt. Aber es war immer noch beeindruckend schön…
Ich hatte die INSTA 360 Grad Kamera rechtzeitig vorbereitet und hoch über meinen Kopf ausgefahren. So bekommt man fast drohnenartige Bilder. Was ich da noch nicht registrierte war, dass sie an diesem Tag nicht funktionierte, nur weißes Display. Auch am Abfahrtstag sollte sie ihren Dienst versagen. Wusste ich erst Recht noch nicht…
Der Anker hielt prompt und der Ort Hanavave lag relativ unscheinbar vor uns. Wir gingen immer wieder hoch zum Vordeck, um das unglaubliche Panorama mit den Felsennadeln rechts und links der Bucht auf uns wirken zu lassen.
An Land gehen wollten wir erst tags darauf. Was uns sofort auch gefiel war, dass uns der Schwell deutlich geringer schaukelte als in Omoa. Die berüchtigten Fallwindböen brachen zwar immer wieder über uns herein, aber auf unser Ankergeschirr war Verlass, und hinten im Cockpit merkte man sie eh nicht.
Das Anlanden mit dem Dinghi war auch hier herausfordernd. Die Tiden sind groß, die Betonquais rauh, die Klampen spärlich und ordentlicher Schwell macht einen Heckanker fürs Beiboot ratsam.
Unser Landausflug führte uns am Sonntag durch einen sehr hübschen sauberen Ort Richtung Wasserfall. Die sonntäglich geputzten Kirchgänger schlenderten noch über die Dorfstraße. Frauen mit Blumenkränzen waren aufgeschlossen und ließen sich gerne fotografieren.
Der 3km-Weg zum Wasserfall führte bergauf durch wildes Grün, war aber gut zu finden. 2 Bachpassagen und getrocknete Schlammfurchen ließen erahnen, wie schwierig der Weg nach Regenfällen sein kann. Insgesamt legten wir 6 km bis auf 186 m mit Pause am Wasserbecken in zweieinhalb Stunden zurück.
Es hatte aber nicht viel geregnet, leider war der hohe Wasserfall dadurch fast nur ein Rinnsal. Trotzdem schön unter der riesenhohen Felskante zu stehen.
Uwe bezwang mit Werner & Resi in den nächsten Tagen noch einen Berg mit Gipfelkreuz und grandiosem Ausblick über die Bucht.
Irgendwelche Einkäufe von Obst oder Gemüse waren nicht möglich. Es gab nichts. Alle Einheimischen, die man vor Ort auf Fatu Hiva nach selbst recht einfachen Basisprodukten fragt, sagen „You can buy in Hiva Oa“.
Das Highlight dieses magischen Ortes ist auf jeden Fall die Landschaft mit den steilen saftig grün bewachsenen Bergen und Felsen rund um die Bucht, und es fiel doch schwer, hier nach wenigen Tagen wegzusegeln, weiß man doch nicht, ob man in seinem Leben diesen Platz noch einmal wiedersehen wird.Weiterlesen




