• erste 2 Tuamotu Atolle: Amanu & Hao

    July 28 in French Polynesia ⋅ ☀️ 26 °C

    Vier Tage und vier Nächte waren wir von Ua Pou, unserer letzten Insel der Marquesas, unterwegs zu den Tuamotus. Über die Fahrt und unsere erste „Passpassage“ hat euch ja Uwe schon berichtet.
    Erstmals sind wir also durch so eine Passage in ein Atoll rein, haben diese „stehenden Wellen“ vorm Eingang gesehen und hatten erstmal gewartet bis es weniger wurde. War schon sehr spannend!
    Die Hauptorte - bzw. meist ist es nur einer - sind ruhig und beschaulich. Die Häuschen zwischen adrett und baufällig, die Gärtchen oft sehr hübsch und gepflegt. In Ikitake auf Amanu bekamen wir Teile der Juli Feierlichkeiten mit. Abends gab es kleine Tanzvorführungen mit Siegerehrung, tagsüber mal einen Frauen Wettlauf mit Kokosnuss-Gewichten. Wir Segler wurden freudig begrüßt und durchaus mal mit auf die „Bühne“ (= Sportplatz) gebeten. Für ein etwas über 100 Seelen Dorf war ganz schön was los. Sogar eine kleine Imbissbude hatte geöffnet. Das sei nur in dieser 1 Woche des Jahres der Fall, erzählte uns ein Segler, der schon Jahre hier unterwegs ist 😊. Auch eine brauchbare Dinghi Anlegestelle war vorhanden. Frischwaren in dem kleinen sonst gut sortierten Lädchen jedoch Fehlanzeige. Unsere Obst- und Gemüse und v.a. Eiervorräte schrumpften 🙈.

    Auf dem nächsten Atoll, Hao, welches eine breitere relativ bequeme Einfahrt hat, waren von 1966 bis 1996 die Franzosen stationiert um 193 Atombombentests auf den Atollen Moruroa und Fangataufa zu betreuen. Beide sind etwa 500 km Luftlinie von Hao entfernt. Spätere Erkenntnisse ergaben, dass der radioaktive Fallout z.B. auf Hao deutlich höher war als angenommen. Heute gilt es nicht mehr als radioaktiv ☢️ belastet. Auch Negative Veränderungen des Meeres wurden nicht beobachtet.
    Nach der endgültigen Schliessung der französischen Basis 2000 brach die künstlich geschaffene Infrastruktur praktisch zusammen.
    Die Menschen, die hier leben, beklagen dies und hängen der „guten alten Zeit“ nach.
    Wir schlenderten über ungewöhnlich breite betonierte aber ziemlich verlassene Straßen. Zum Abendessen kehrten wir in das einzige Restaurant des Örtchens ein. Das Highlight war das dunkle gezapfte Bier, serviert von einem ehem. franz. Soldaten, der auch mal in Deutschland war. Die Pizza kam im Pappkarton von nebenan. Nun ja, gut essbar, kein Highlight. Wir saßen , einzige aber hofierte Gäste, an Plastiktischdecken im grellen Neonlicht. Wir fanden außerdem 4 Einkaufsläde , rel. gute Auswahl an Haltbarem, auch Sonderangebot an Hinano Bier mit 3 Dollar pro 0,33 l, aber ebenfalls keine Frischwaren, und v.a. keine Eier🥚.
    Zwei an der Zahl hatten wir noch. Das vorletzte - wir sind inzwischen im Atoll Raroia - wanderte gestern in unsere Spaghetti carbonara. Das letzte ist für einen Apfelkuchen reserviert. Stellt euch vor, es würde mir beim Herausholen aus dem Kühlschrschrank herunterfallen? Eine echte Katastrophe!
    Aber drüben im Örtchen - derzeit liegen wir wegen stärkeren Ostwindes hinterm Riff auf der Ostseite des Atolls - soll es eine Frau mit 120 Hühnern geben. Sagt „No foreign land“, eine der beliebtesten Apps unter Seglern. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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