• Das Nachbaratoll Toau

    September 30 in French Polynesia 🌬 26 °C

    Auf dem Atoll waren wir genau vom 27. September bis 6. Oktober 2026. Die Überfahrt von Fakarava Nord war kurz, bis zum Pass Otugi im Atoll Toau waren nur knapp 20 sm zurückzulegen.
    Gleich hinter dem Pass gingen wir vor Anker, um im Pass noch Tauchen zu gehen. Trotz allen Beeilens - es dauert ja immer bis die ganze Ausrüstung im Dinghi verstaut ist, die Hinfahrt zum Pass mit Orientierung, Tauchausrüstung Anlegen, nochmals Zurückfahren zum Einstiegsort - war die Slacktime zu nahe, und als wir abgestiegen waren zum Riff im Pass drehte die Strömung. Das bedeutete trüberes Wasser, keine Haie, und das Aufbauen der „stehenden Welle“, in der das Beiboot, das Uwe an der Leine mitführt, herumgeschubst wird und voll Wasser laufen oder kentern kann. Ich hatte zudem 2 kg zu wenig Blei dabei und etwas Probleme mit der Tarierung. Langer Rede kurzer Sinn: Ein Tauchgang auf den man rückblickend auch hätte verzichten können. Kurze Zeit später erfuhren wir zudem, dass vor einigen Jahren ein Taucher - ein bekannter Regattasegler - hier beim Alleinetauchen tödlich verunglückt war. Einfach verschwunden, nicht mehr aufgefunden. Wir standen später betreten an seinem Gedenkstein, der von der Familie errichtet worden war. Wahrscheinlich hatte ihn auch auslaufende Strömung überrascht…
    Aber jetzt wieder in die angenehmere Gegenwart: Am 1. Ankerplatz erlebten wir einen tollen Strand mit sehr feinem (Korallen-)sand, den wir zum Grillen mit Harald, Jeannette, Thomas & Claudia nutzten. Wir hatten eine ideale Position für Sonnenuntergänge. Die Wanderung zum Aussenriff führte uns zu steinigem Strand und vielen angeschwemmten u.a. Deckeln von Plastikflaschen, was Jeannette spontan für eine Plastik-Sammelaktion nutzte. Dem Wind zum Trotz lud uns die HuiHui zu einem Grillabend auf ihrem Boot ein. Harald stand zeitweise im Rauch aufgeflackerter Flammen, was er tapfer durchstand und die Würste rettete. Es schmeckte alles super, und unser mitgebrachtes Tiramisu kam auch gut an. Leider haben wir jetzt weder Löffelbiscuit noch Mascarpone mehr an Bord 😢.
    Alsbald brachen wir auf zu einem Blindpass des Atolls. Da die Einfahrt nur von außen geht, hieß dies erstmal raus durch Wind und stehende Wellen im Hauptpass. Der Blindpass ist recht bekannt als geschützter Ort, und er bietet neben einer winzigen Ankerfläche mehrere Bojen an, was die HuiHui gerne nutzte. Wir warfen Anker samt Float-Kugeln aus und - trafen.
    An Land lädt normalerweise eine Familienansiedlung mit einem kleinen Restaurant zum Verweilen ein. Die Familie war aber ausgeflogen. Einzelne Miet-Strandbungalows standen leer und mit offenen Türen. Unser Rundgang führte uns vorbei an allerhand Gerümpel, einem zerfallenden Auto, alten Dieselfässern, defekten Kühltruhen, Schrott aus rostendem Metall und viel Kunststoff. Warum räumt hier niemand mal auf? Die europäische Mentalität schüttelt da den Kopf.
    Was uns aber viel schlimmer anmutete, waren viele Schweine, eine Bache mit Ferkeln und ein Eber, die wir mit leeren Wassertrögen und stehend in einer Vielzahl leerer Kokosnussschalen in einem kleinen Stall vorfanden. Kein Mensch weit und breit. Sie dösten in der Wärme leicht apathisch vor sich hin. Thomas ergriff spontan die Axt, de herumlag, und halbierte eine Nüsse. Ins Gehege gelegt begannen die Schweine, auch die kleinen schwarzen Ferkel, daran herumzuknabbern. Harald fuhr schnell zum Boot zurück und brachte 2 Gallonen Frischwasser. Was war die Freude groß, als wir die Trinknäpfe damit auffüllten! Die Muttersau war aber sehr ungestüm mit ihrer Schnauze, und kippte die leichten Plastikschalen gleich fast um. Nur ein ganz kleines Schweinchen blieb meist liegen, oder stand nur kurz auf den Beinchen, bevor diese wieder wegknickten. Auch kam es zum Wassertrog entweder nicht hoch, oder wurde von den kräftigen Geschwisterchen abgedrängt.
    Wir gaben dem Winzling nicht viel Chancen, den nächsten Tag zu erleben…
    Doch zu unserer aller Freude war das Nesthäkchen, als wir am nächsten Tag mit mehr Wasser vorbeikamen, wesentlich munterer! Es lief längere Zeit herum und knabberte sogar an einer neuen halben Kokosnuss. Wir vermuteten, dass das Mutterschwein durch unsere Wasser- und Futterspende abends wieder etwas Milch in ihren Zitzen gehabt hatte, und das Allerkleinste irgendwie drangekommen war. Im Laufe der Woche sollte die Familie wohl wiederkommen. Hoffen wir, dass Jemand davon an die süßen Schweine denkt…. Am nächsten Tag ging’s nämlich, da stärkerer Wind nachts angesagt war, für uns 3 Boote weiter ins nächste Atoll.
    Halt, jetzt hätte ich beinahe die 2. Rettungsaktion vergessen: Thomas war bei der HuiHui seine letzte Sonnenbrille (mit Stärke) ins Wasser gefallen. Zusammen mit Uwe konnte er sie am nächsten Tag aus 20 m Tiefe herauftauchen. Auch sonst war es wohl ein schöner Tauchgang. Ich war nicht dabei.

    Hier ein Link zu unserem neuesten Video auf Youtube:
    https://youtu.be/jY1egOb2aok?si=iyNfJyDWevQQhe5C

    Harald und Jeannette von der HuiHui betreiben auch einen sehr unterhaltsamen Youtube Kanal. Hier geht’s zum einem ihrer Videos:
    https://youtu.be/6AsFytsi3d8?si=FlytZe_Noufqgtyo
    Read more