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  • Day4

    Sonne und Chania

    September 28, 2018 in Greece ⋅ ☁️ 19 °C

    So schön war die Nacht dann doch nicht. Zum einen vergnügte sich ein heterosexuelles Liebespaar in der näheren Umgebung unter der Dusche, dann kamen durch den "Medicane" reichlich Blitz und Donner dazu und es kühlte sich soweit runter, dass das Laken als Zudecke nicht mehr ausreichte. Ich benutzte dann mein Duschhandtuch als zusätzliche "Decke" und es half. Insgesamt jedoch habe ich sehr schlecht geschlafen. Hm... mal sehen wie es die kommende Nacht wird. Heute soll es aufheitern und die Regenwahrscheinlichkeit liegt für gerade mal 2 Stunden bei 50%. Da werden wir bestimmt die Akrotiri-Halbinsel bewandern. Aber zuerst gibt es Frühstück.

    Beim Frühstück haben wir besprochen, was wir heute unternehmen wollen. Geplant bzw. angedacht war eine Wanderung auf der Akrotiri-Halbinsel. In Stavros wollten wir beginnen und einige Klöster auf den Wanderweg zum Flughafen von Chania uns anschauen. Vom Flughafen wollten wir dann den Bus zurück nach Chania nehmen. Allerdings fuhr ein Bus nach Stavros nur alle zwei Stunden und den ersten hatten wir verpasst. Sie Wanderung selbst ist mit knapp 6 Stunden und als "schwer" eingestuft lang. Da Olaf sich seit einigen Tagen gesundheitlich angeschlagen fühlte und das schlechte Wetter der letzten Tage möglicherweise einiges dazu beitrug, beschlossen wir den Tag zu nutzen und uns dafür Chania genauer anzusehen. Denn hier kommen wieder die Erinnerungen von vor 25 Jahren hoch und es ist spannend, diese erlebten Orte von damals wieder aufzufrischen. Das Wetter klärte deutlich auf und sogar die Sonne schien unser Vorhaben unterstützen zu wollen.

    Wir bummelten durch die Altstadt und den entzückenden kleinen Gassen. Viele Läden buhlten und die finanzielle Gunst der Touristen. Manche aufdringlich, die meisten aber ruhig und gelassen. Die Gassen waren gut mit Menschenfleisch gefüllt und schon alleine diese Massen zu beobachten ist ein "Genuss". Tatsächlich kamen wir an einem Hotel vorbei, in dem ich mich 1997 aufgehalten habe. Es hat sich stark verändert, da es modern restauriert wurde. Damals kamen extra Touristen zu dem Gebäude, um seine Ursprünglichkeit zu sehen. Jetzt ist es ein modern ausgestattetes Hotel. Irgendwie schade, denn ich konnte mich an den muffigen Geruch, der alten Möbel und den knarzenden Holzdiehlen erinnern. Die Zeit steht nicht still, das war mir bewusst und somit gingen wir dann auch weiter und kamen an einem der zwei veganen Restaurants von Chania vorbei - dem "Pulse". Sehr hohe Bewertungen bei Google und TripAdvisor. Leider hatte es geschlossen und es lag auch keine Karte aus.

    Der Hafen war voller Menschen und ich glaube, dass die Hälfte davon deutsche waren. Es sprach uns jemand mit "Servus" an. Wir reagierten nicht. Dann sprach er auf Englisch, ob wir aus Deutschland kommen. Wir sagten ja und das man in Berlin nicht "Servus" sagt. Das war lustig. Wir durften das Paar fotografieren und gingen weiter den Hafen entlang. Ein Restaurant nach dem anderen und manche davon waren ekelhaft penetrant jemanden ins Lokal zu lotsen. Das gefiel uns ganz und gar nicht. Am Hafen selbst war eine Ausstellung in dem kuppelförmigen Gebäude. Eine Kunstausstellung, wo man einige Exponate kaufen konnte. Leider war fotografieren verboten, denn einige Stücke waren sehr gut. Wir gingen danach auf der Kaimauer zum Leuchtturm. Der Weg war eng und wegen dem vielen Menschen langsam zu begehen. Man musste ja unbedingt in Badelatschen auf unebenen Steinen entlang wackeln, posieren und sich in Heidi-Klum-Posen fotografieren lassen. Es war sehr stürmisch, was dem Meer eine Wildheit verpasste und es atemberaubend schön machte. Die Gischt schlug sich auf den Steinen nieder und kleine Wasserspritzer versüßten und die Atmosphäre.

    Zurück von der Kaimauer gingen wir erneut in die Altstadt, um das zweite vegane Restaurant aufzusuchen - "to Stachi". Es hatte geöffnet und war voll - leider. Gern hätten wir eine Pause gemacht. Eventuell kämen wir am Abend zurück, so war zumindest unser Gedanke.

    Zunächst gingen wir durch die Stadt, um im Westen diese dann zu verlassen und an der Küste weiter zu gehen. Herrliche Sandstrände und tosendes blaues Meer. Voll die Postkarte was sich uns da bot. Aber es war sehr schön anzusehen. Wir gingen auf den Klippen umher und beobachteten ein Weile das Spiel zwischen Wellen und Gestein. Dann gingen wir zurück, weil wir noch in einen Supermarkt wollten, um für heute Abend etwas zu essen zu kochen.

    Es gab wieder Gemüsereis, aber diesmal mit Pilzen - hehe. Olaf hatte noch einen Granatapfel, den wir vor zwei Tagen unterwegs bei der Mili-Schlucht gepflückt hatten. Ich kochte und Olaf zerpflückte der Granatapfel. Diesmal konnten wir unsere Terrasse nutzen und der abendliche Blick über den Dächern von Chania, welche von der Abendsonne angestrahlt wurden, war wunderbar. Hier aßen wir auch zu Abend. Olaf trank Wasser und ich Retsina. Da Olaf noch leicht angeschlagen war, war Wasser bestimmt die bessere Wahl. In meinen Retsina machte ich die Kerne des Granatapfels - hehe. Zusammen genossen wir den schönen Abend und spürten, wie wir uns immer noch sehr liebten.

    Danach gingen wir durch das abendliche Chania. Zwar waren noch viele Menschen unterwegs und die Restaurants mäßig gefüllt, aber im Gegensatz zu heute Mittag kein Vergleich.

    Morgen geht es mit dem Bus nach Kastelli-Kissamos und von da an beginnt unsere Wanderung auf dem Europawanderweg E4.
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