• Golden Home Guesthouse

    Dec 30–31, 2025 in Cambodia ⋅ ☀️ 31 °C

    Diese Nacht kamen wir sogar auf ganze zwei Stunden Schlaf. Wir landeten kurz nach dem Aufwachen um 06:00 Uhr in Thailand.

    Wir machten alles um gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Als Erstes suchten wir ein einigermassen kosteneffizientes Restaurant. Dort assen wir das thailändische Gericht "Pad Thai". Tim nahm einmal die Variante mit Hähnchen und Jasmin die mit Tofu. Dazu gab es für Tim eine Coca-Cola und Jasmin einen Eiskaffee.

    Danach liefen wir einmal den gesamten vierstöckigen Flughafen ab und schauten uns jeden noch so kleinen Laden oder Essensstand genau an. Nach dem erfolgreichen Finden eines "7-Eleven" kauften wir dort weitere Erfrischungsgetränke und ein paar Hygieneartikel. Um weiterhin nicht einzuschlafen, gab es einen kleinen Abstecher nach draussen um die langersehnte, warme Luft einzuatmen.

    Sie fühlte sich genauso gut wie erhofft an, wir spürten nichtsdestotrotz, dass es momentan auch hier Winter ist. Die Luft war trockener als erwartet und liess einem direkt angenehm ankommen.

    Sechs Stunden später ging es mit "Cambodia Air" weiter nach Kambodscha. Wir schliefen den gesamten Flug durch und verpassten dadurch auch das servierte Mittagessen.

    Endlich landeten wir kurz nach 15:00 Uhr in Kambodscha.

    Kambodscha ist ein südostasiatisches Land mit etwa 18 Millionen Einwohnern. Es ist eine konstitutionelle Monarchie, die vom König "Norodom Sihamoni" und Premierminister "Hun Manet" regiert wird.

    Das Land lebt vor allem vom Tourismus, der verarbeitenden Industrie und Infrastrukturprojekten.

    Über 97 % der Bevölkerung folgen dem Theravada-Buddhismus. Es ist die älteste und konservativste Schule des Buddhismus. Ziel ist es, das Nirvana durch individuelle Anstrengung, ethisches Verhalten und Meditation zu erreichen, um dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen.

    Dabei war das Land von 1975 bis 1979 von einer radikal-maoistischen Guerillabewegung, den „Roten Khmer“, beherrscht worden. Ziel war die Errichtung eines agrarischen „Utopias“. Die gesamte Bevölkerung sollte als Bauern in Kollektiven leben. Geld, Privatbesitz, Schulen, Religion und westliche Medizin wurden abgeschafft. In dieser Zeit starben 1.5 bis 2 Millionen Menschen durch Hinrichtungen, Folter, Hunger und Erschöpfung. Damals entsprach dies einem Viertel der Bevölkerung.

    Bis heute sind die Folgen spürbar. Das Trauma prägt viele Familien und die Gesellschaft ringt um die Grenze zwischen Vergebung und Gerechtigkeit.

    Mühsam und mit winzig kleinen Augen kämpften wir uns aus dem Flugzeug. Unser einziges Ziel war es, nur noch ins weiche Bett zu fallen. Natürlich war das heute nicht möglich, da wir mindestens bis 20:00 Uhr wach bleiben mussten, um den Jetlag zu überwinden.

    Gestern hatten wir bereits haushoch versagt.

    Wir begaben uns zur Sicherheitskontrolle, um unseren Stempel oder besser gesagt QR-Code für die Einreise zu erhalten. Das Einreisevisum hatten wir bereits vor einem Monat online ausgefüllt.

    Der etwa eine halbe Stunde außerhalb von "Phnom Penh" gelegene "Techo International Airport" überraschte uns in jeder Hinsicht. Er war, trotz der anstehenden Feiertage, so gut wie leer. Zusätzlich fiel er uns durch seine beeindruckende Grösse auf.

    Riesige Hallen, endlos lange Gehwege und wunderschöne Verzierungen. Auch draussen konnte sich der Flughafen sehen lassen, mit Alleen aus Palmen und gepflegten Gärten.

    Zwischen dem Staunen und dem Einatmen der leicht feuchten, warmen Luft suchten wir unseren Fahrer.

    Wir hatten über unser Hotel einen Fahrer für 15.85 Franken gebucht.

    Auf dem Weg zur Hauptstadt des Landes sammelten wir jede Menge neue Eindrücke. Zum einen besuchten wir das Gebiet erstmals außerhalb der Regenzeit, zum anderen waren wir nach über einem Jahr nicht mehr in Asien unterwegs gewesen.

    Draussen sahen wir extreme Gegensätze. Von luxuriösen Einkaufszentren neben Menschen, die auf Hängematten lebten. Tuktuks fuhren auf den Autobahnen, manche mit ihrem gesamten Hab und Gut. Im Schatten grosser Werbetafeln standen Autos mit geöffneter Haube um vermutlich den Motor abzukühlen und daneben sassen Personen auf Klappstühlen.

    Zwischendurch gab es künstlich angelegte Seen oder eher Teiche und wieder Abschnitte, die ausgetrocknet und unberührt wirkten.

    Langsam kamen wir der Stadt "Phnom Penh" näher.

    "Phnom Penh" ist sowohl die Hauptstadt als auch die grösste Stadt Kambodschas. Sie ist bekannt für ihre französisch-koloniale Architektur und lebhaften Märkte. Darunter befinden sich mehrere historische buddhistische Tempel, die älter als 600 Jahre sind.

    Beim „Golden Home Guesthouse“ wurden wir herausgelassen. Wir zahlten den Taxifahrer in US-Dollar. Dabei stellten wir fest, dass es völlig normal war in US-Dollar zu zahlen und kambodschanischen Riel zurückzuerhalten.

    Alles wurde sowohl in US-Dollar als auch in kambodschanischem Riel angegeben. Später stellten wir fest, dass man sogar bei einem einfachen Strassenstand mit US-Dollar zahlen kann. Somit war das Abheben von der lokalen Währung nicht nötig.

    Das "Golden Home Guesthouse" kostete uns 13.07 Franken für eine Nacht.

    Nach dem Aufsteigen einer extrem steilen und engen Treppe standen wir in unserem Zimmer. Wir hatten sowohl die gebuchte Klimaanlage als auch ein privates Badezimmer. Sogar ein kleiner Balkon mit Blick auf den Innenhof wurde uns gewährt. Dazu gab es kostenloses Trinkwasser sowie Seife und Zahnbürsten.

    Bevor wir es wagten, uns auf das einladende Bett fallen zu lassen, schnappten wir uns etwas Bargeld und verließen das Gästehaus.

    Wir machten uns auf den Weg zum nächsten "Metfone"-Laden.

    Unterwegs kamen wir zum ersten Mal richtig im kambodschanischen Alltag an. Wir sahen viele Straßenverkäufer mit herrlich duftenden Speisen, Tuktuks wohin das Auge reichte, kleine lokale Läden und daneben riesige Geschäfte oder Banken. Banken gab es hier an jeder Ecke, die einem für alles einen Kredit geben würden. Zwischendurch sahen wir abgerissene Häuser oder einfache Bauten, in denen der ärmere Teil der Bevölkerung lebte. Stromkabel hingen kreuz und quer über die Straße und Müll türmte sich immer wieder am Straßenrand. Die Straßenhunde wirkten entspannt, und die Bevölkerung ging ihren eigenen Dingen nach. Die Gehwege wurden wie in bisher allen asiatisch bereisten Ländern für alles genutzt und gaben so gut wie keine Möglichkeit, sie als Fussgänger zu nutzen.

    Beim Spaziergang stellten wir eines fest. Wir waren so gut wie die einzigen Touristen, die sich in dieser Stadt verirrten.

    Im "Metfone"-Laden mussten wir wenige Minuten warten und konnten schließlich für unseren mobilen Router für 6.34 Franken 60 Gigabyte kaufen.

    Wir begaben uns in Richtung "Night Market", der Stände mit Stoffen, Schmuck und Strassenessen anbot. Unterwegs besuchten wir noch einen Coiffeursalon, in dem Tim für 3.69 Franken die Haare geschnitten bekam. Jasmin durfte währenddessen auf einem der anderen Stühle Platz nehmen und bekam einen Ventilator für sich allein.

    Neu frisiert und hungrig kauften wir bei einem Straßenstand zwei Reisportionen mit Spiegelei für 1.58 Franken. Es war wirklich genauso staubtrocken, wie es sich auch anhört.

    Am "Night Market" angekommen, bot sich uns eine riesige, wirklich lecker aussehende und duftende Auswahl an.

    Dessert fanden wir jedoch keines.

    Wir besuchten einen "Big C", um für 10.71 Franken jede Menge Snacks, darunter je eine Eiscreme, einzukaufen. Für das Frühstück morgen kauften wir direkt vier kleine Croissants, um etwas länger schlafen zu können.

    An der Promenade des "Tonlé Sap" Flusses liefen wir gemütlich in Richtung Gästehaus.

    Unterwegs fielen uns dabei die vielen mit starker Beleuchtung angepriesenen Bars, Massage-Salons und Karaoke-Clubs auf, die wesentlich mehr anboten als auf den Schildern vermerkt war. Trotz der Illegalität von Prostitution findet man hier haufenweise im öffentlichen Raum.

    Durch die Armut auf dem Land ziehen viele in die Stadt und landen schlussendlich in solchen Einrichtungen. Dazu kommt, dass viele Frauen wie auch Männer gezwungen werden. Falsche Versprechungen von Medizin, Anstellungen oder dem Entwenden vom Pass ist alles dabei.

    Wir vermieden diese bunt beleuchteten Strassen und zogen uns im Gästehaus zurück.

    Müde liessen wir uns auf das relativ harte Bett fallen und schliefen direkt ein.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 12.29 Fr.
    - Unterkunft: 13.07 Fr.
    - Verkehrsmittel: 15.85 Fr.
    - Allerlei: 10.03 Fr.
    Insgesamt: 51.24 Fr.
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