• Beach House Cambodia 2/2

    Jan 3–4 in Cambodia ⋅ ☁️ 29 °C

    Durch den in der Nacht aufgekommenen Wind hatte das Meer so gut wie den gesamten Strand für sich beansprucht. Das Meerwasser kam bis vor unsere Zimmertür, die zum Glück durch zwei Stufen in die Höhe versetzt war. Die Liegestühle, die direkt auf dem Sandstrand standen, konnte man beim Rückzug der Welle oder durch Wasser erreichen. Beides war nicht weiter schlimm, da das Wasser eine Temperatur von 28 Grad hatte.

    Alles war so gebaut, dass es nicht mit ins Meer gezogen wurde.

    Noch in der Früh des Morgens gingen wir zu unserem Stammlokal. Dort bestellten wir beim gleichen Mädchen wie gestern je eine Portion Omelette mit Toast und Tee für 5.54 Franken.

    Gestärkt kehrten wir zum Hotel zurück, um uns für die Tauchgänge vorzubereiten.

    Später beim "Scuba Nation Diving Centre Cambodia" angekommen, zahlten wir die vereinbarten 150.39 Franken für die insgesamt vier Tauchgänge sowie permanent zugängliches frisches Wasser und Mittagessen.

    Mit einer schwedischen Familie, einem vermutlich französischen Paar, die gab es hier wie Sand am Meer und unserer Wenigkeit begaben wir uns aufs Taxiboot. Insgesamt kamen drei Tauchlehrer mit.

    Unserer war, wer hätte es gedacht, Franzose, der in der Saison hier arbeitete. Der Mann für die Profi-Taucher war ein ausgebildeter Profi mit kambodschanischer Herkunft. Die spanisch und englisch sprechende Frau war für das Paar zuständig, das einen Erkundungstauchgang vorhatte.

    Wir unterhielten uns mit dem kambodschanischen sowie amerikanischen Staatsbürger. Als er acht Monate alt war, zogen seine Eltern in die USA. Vor fünf Jahren zog er wieder zurück nach Kambodscha und entschied sich auf die Insel zu ziehen. Er erzählte uns, dass es nicht mehr lange gehen wird, bis es wieder zwischen Thailand und Kambodscha eskalieren wird.

    Einer der Gründe, warum es auch keine Feuerwerke an Neujahr gab und das Drohnenfliegen momentan untersagt ist. Zum einen waren wir zu nah an den thailändischen Inseln, zum anderen befanden wir uns auf militärischem Boden.

    So gut wie alle Inseln von Kambodscha gehören dem Militär. Dadurch wollen sie Schmuggel von Menschen wie Drogen eindämmen und durch die fehlenden Polizisten auf den Inseln für Ruhe und Ordnung sorgen. Ihre Präsenz fällt dabei kaum auf.

    Langsam umrundeten wir die Insel "Koh Rong Sanloem" und das Wasser wurde etwas ruhiger. Vom Wind, der von Westen kam, waren wir nun so gut wie ganz geschützt dank der Insel selbst.

    Wir kamen am "Lazy Beach" vorbei, der momentan so gut wie leer stand. Der eigentlich letztes Jahr gebaute Pier war in den vergangenen Monaten vom Meer zerstört worden. Allgemein leidet diese Seite der Insel stark unter den jährlichen Wetterbedingungen von starkem Regen und hohen Wellen.

    Trotzdem ist ein Grossprojekt im Gange, bei dem eine ganze Stadt hier errichtet werden soll. Wie sie dem Wetter standhalten soll, bleibt ein Rätsel.

    Wir wechselten auf das Tauchboot.

    Nach weiteren zehn Minuten Fahrt machten wir uns für den ersten Tauchgang im "Sponge Garden" bereit. Die Tauchanzüge wurden montiert, die Gewichtsgurte angelegt und die Tauchwesten sowie Sauerstoffflaschen kontrolliert. Als wir uns gegenseitig überprüften und alles in Ordnung war, machten wir einen Schritt ins Wasser.

    Mit vier Personen aus der schwedischen Familie und unserem französischen Tauchlehrer liessen wir uns bis kurz vor dem Boden sinken.

    Es war ungewohnt, nach einem guten Jahr Pause, wieder unter dem Wasserspiegel zu sein. Trotz der dahergehenden Nervosität klappte das Sinken ohne Probleme.

    Zu unserer Enttäuschung sahen wir gerade einmal in drei Meter Entfernung etwas, da das Wasser trotz des leichten Windes aufgewirbelt wurde. Dazu wurden wir permanent von einer starken Strömung mitgerissen, welche sowohl das Tempo als auch die Richtung vorgab.

    Schulter an Schulter liessen wir uns als Letzte in der Reihe mittreiben. Die wenigen verlorenen Fische, die sich nicht in einer Koralle oder in Felsen versteckten, konnten wir aus dieser Distanz ausmachen. Grössere Tiere liessen sich gar nicht erst blicken.

    Immer wieder mussten wir leicht auftauchen, da aus dem Nichts grössere Korallen auftauchten, die wir auf keinen Fall berühren wollten.

    Irgendwann hatten wir gar keine Lust mehr. Wir trieben einfach nur dahin und hatten keine Kontrolle. Sogar der Tauchlehrer verirrte sich schließlich und plötzlich hatten wir das Riff auf der falschen Seite. Alle sieben Personen waren der Strömung ausgeliefert und konnten bei der Geschwindigkeit und Trübung kaum etwas sehen.

    Gegen Ende des Tauchgangs tauchten wir tiefer, doch Jasmin konnte wegen der Ohren nicht weiter, da der Druckausgleich Probleme machte.

    Das führte dazu, dass wir nach 40 anstelle der geplanten 50 bis 55 Minuten auftauchten.

    Wir trieben gute zehn Minuten auf dem offenen Meer, bis das Tauchboot uns entdeckte und abholte.

    Jasmin hatte keine Lust, noch einmal so einen Tauchgang zu machen, da sie dafür zu ungern unter Wasser war. Auch Tim war nicht begeistert und entschied sich gegen einen weiteren Tauchgang.

    Der Tauchlehrer bot uns an, dass wir nach dem Mittagessen am "Lazy Beach" unsere Zeit vertreiben könnten. Wir nahmen das Angebot an.

    Kurze Zeit später kam er erneut zu uns und erklärte, dass wir, wenn wir wollen, mit dem Kapitän des Taxiboots wieder zu unserem Hotel zurückfahren könnten. Er müsste so oder so die leeren Sauerstoffflaschen zum "M'Pai Bay Pier" zurückbringen.

    Somit fuhren wir kurze Zeit später alleine mit dem Kapitän zurück zum "M'Pai Bay Pier".

    Unterwegs konnten wir uns zugedeckt mit unseren Handtüchern auf den Rücken des Bootes legen und die Sonne geniessen.

    Als wir wieder um eine Kurve zum Pier fahren mussten und kurz seitwärts zu den Wellen standen, wurden wir durch das stärkere Ruckeln und ein paar Wassertropfen geweckt.

    Am "M'Pai Bay Pier" erwartete uns bereits der Inhaber des Tauchladens. Er entschuldigte sich für den Ausflug. Wir strahlten ihn beide an und schlugen ihm den Gedanken, sich bei uns zu entschuldigen, gleich wieder aus. Uns war von Anfang an bewusst, dass wir weder das Wetter noch die Tierwelt beeinflussen können. Da wir jedoch lieber tauchen, wenn wir etwas sehen können, als nur zum Sport zu tauchen, liessen wir den zweiten Tauchgang weg.

    Mit einem Zwischenstopp beim Hotel, um die beiden Tauchbücher zu holen, bekamen wir gleich neben dem Tauchladen unser Mittagessen serviert.

    Wir nahmen das gleiche Gericht wie beim geplanten Mittagessen am "Lazy Beach". Beide nahmen eine Portion gebratenen Reis mit Gemüse und Ei. Dazu gab es je ein Getränk und zum Dessert eine frisch aufgeschnittene Wassermelone.

    Gesättigt und glücklich über einen neuen Tauchstempel kehrten wir zum Hotel zurück.

    Dort machten wir es uns auf unserer Veranda bequem und lasen unsere mitgebrachten Bücher. Dazu konnten wir immer wieder einen atemberaubenden Blick auf die vor uns liegende Aussicht geniessen. Besonders gefiel uns, dass unsere Veranda windgeschützt lag.

    Zur späteren Stunde bestellten wir für 2.77 Franken einen Eiskaffee und einen Tee.

    Als es langsam dunkel wurde und uns der Hunger überkam, machten wir uns auf den Weg zu unserem Stammlokal. Dieses Mal bestellte sich Tim gebratene Nudeln mit Gemüse sowie Ei und Jasmin wählte eine leckere Nudelsuppe mit Gemüse. Mit den dazu bestellten Getränken zahlten wir am Ende 4.94 Franken.

    Nachdem die Dunkelheit die ganze Insel eingenommen hatte, machten wir uns auf den Weg zum "Plankton Beach M'Pai Bay".

    Wir wussten, dass das zu erwartende Spektakel durch das helle Leuchten des Mondes nur geschwächt zu sehen war, trotzdem wollten wir es versuchen.

    Die beiden bereisten Inseln waren nämlich nicht nur für ihre absolute Schönheit, sondern auch für ihr biolumineszentes Plankton bekannt. Ein Plankton, dass bei Dunkelheit durch die Bewegung des Wassers aufleuchtet.

    Mit einer Hand zum Schutz vor herunterfallenden Kokosnüssen über dem Kopf und der anderen zum Halten der Taschenlampe des Handys stampften wir so laut wie möglich in Richtung "Plankton Beach M'Pai Bay". Das Stampfen sollte lediglich die hier lebenden Schlangen und anderen giftigen Tiere informieren, dass wir kommen.

    Am Strand angekommen war es plötzlich windstill und das Wasser rauschte in leisen Tönen vor sich hin.

    Wir deponierten unsere Schuhe am Strand und liefen bis zu den Knien in das durchsichtige Wasser. Dann kehrten wir dem Mond den Rücken zu und fingen an mit den Beinen das Wasser aufzuwirbeln.

    Es klappte mehr oder weniger und wir sahen immer wieder das Wasser ein wenig aufleuchten.

    Auch ohne das leuchtende Plankton genossen wir den Abend. Wir waren ganz alleine am grossen Strand und konnten nur das Zirpen der Insekten hören. Alles war weit entfernt und alle Sorgen waren verflogen.

    Nach einem kleinen Zwischenstopp beim Supermarkt der Insel, um eine lokale Eiscreme für 0.99 Franken zu kaufen, kehrten wir zum Hotel zurück.

    Zurück im Zimmer schauten wir den gestrigen Film fertig und fielen bald müde ins Bett.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 14.24 Fr.
    - Allerlei: 150.39 Fr.
    Insgesamt: 164.63 Fr.
    Gesamtkosten: 572.24 Fr.
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