• Happy Heng Heang Guesthouse 2/3

    Jan 6–7 in Cambodia ⋅ ⛅ 31 °C

    Draussen war es noch stockdunkel, als uns der Wecker um 04:20 Uhr aus dem Schlaf riss.

    Mit kleinen, müden Augen machten wir uns für den heutigen Tag bereit. Wir zogen unsere schönste mitgebrachte Kleidung an, cremten uns sowohl gegen die Sonne wie auch gegen Mücken ein und packten Snacks sowie zwei Liter Wasser ein.

    Draussen wartete bereits unser TukTuk-Fahrer Bunheak auf uns. Er hatte uns gestern vom Bus-Terminal zum Hotel gefahren. Bei der Ankunft beim Hotel bot er uns dann eine Zweitagestour für 47.73 Franken an. Er würde uns von einem Tempel zum nächsten fahren, und dazu gäbe es kostenloses gekühltes Wasser.

    Wir nahmen das Angebot an und tauschten unsere Telefonnummern aus.

    Durch die frühen Morgenstunden und den eigentlichen Winter im Land war die Fahrt kühler als erwartet. Der Fahrtwind machte das Ganze nicht unbedingt angenehmer.

    Dank unserer guten Lage des Hotels mussten wir jedoch nicht lange durchhalten.

    Wir besuchten den Ort “Angkor”. Es ist ein historisches Gebiet mit vielen Tempeln und Siedlungen.

    Beim bekanntesten Tempel “Angkor Wat” machten wir unseren ersten Stopp. Es war immer noch stockdunkel, als wir uns von Bunheak verabschiedeten. Um 08:00 Uhr würde er uns hier wieder abholen. Zuerst fährt er jedoch seine Kinder in die Schule.

    Dankend verabschiedeten wir uns von ihm.

    Bei mehreren Angestellten, die für Ordnung sorgten und die Tickets für die Tempel kontrollierten, mussten wir kurz stehen bleiben. Sie scannten unsere im Internet auf der offiziellen Website gekauften Tickets.

    Wir hatten den 3-Tages-Pass für 98.99 Franken gekauft, den wir innerhalb von zehn Tagen an drei Tagen benutzen durften.

    Eigentlich gäbe es die Möglichkeit, einen Tourguide zu nehmen, die hier haufenweise ihre Dienste anboten. Da wir aber viel zu müde waren und den Sonnenaufgang lieber für uns geniessen wollten, lehnten wir die Angebote höflich ab.

    Wir liefen den anderen Touristen hinterher.

    Zu unserem Glück brachten sie uns direkt zum berühmten Platz, an dem die wunderschönen Sonnenaufgangsfotos vom “Angkor Wat” entstehen. Wir hatten Glück, einer der Ersten zu sein und konnten uns in der zweiten Reihe einfinden. Vor der ersten Reihe befand sich ein grösserer Teich, der den Tempel perfekt spiegeln sollte.

    Eine halbe Stunde später war der komplette Platz mit Touristen aus der ganzen Welt besetzt.

    Alle warteten auf den legendären Sonnenaufgang. Da die Sonne jedoch erst um 06:20 Uhr aufgeht, verputzten wir beim Warten unser mitgebrachtes Frühstück. Die im Supermarkt gekauften Cherrytomaten und Croissants gaben uns eine willkommene Beschäftigung, um wach zu bleiben.

    Ungefähr um halb sechs fing der Himmel langsam an aufzuhellen.

    Mit all den anderen Touristen standen wir die nächste Stunde gemeinsam vor dem Teich und genossen jeden einzelnen Moment, in dem uns die Sonne immer näherkam. Der Himmel wechselte von einem leichten hellblau-weiss über rötlich-orangene Farben, bis schlussendlich der gesamte Himmel hellblau, mit immer noch gelb-orangenen Tönen war. Dabei spiegelte sich der Tempel mit den Palmen im Teich, der direkt vor unseren Füssen lag. Das Wasser war so spiegelglatt, dass es alles eins zu eins wiedergab.

    Wir waren dankbar einem solch schönen Sonnenaufgang zuschauen zu dürfen.

    Noch bevor die Sonne am Himmel auftauchte, machten wir uns auf den Weg, den Tempel zu erkunden. Natürlich durfte dabei ein kleines Fotoshooting nicht fehlen, wenn man schon in seinen Sonntagskleidern hier steht.

    Die morgendlichen Verfärbungen des Himmels machten die Atmosphäre perfekt.

    “Angkor Wat” ist der berühmteste Tempel des Landes und zugleich der grösste Tempel der Welt. Er wurde anfangs des 12. Jahrhundert vom Khmer-König erbaut, ursprünglich als hinduistischer Tempel für den Gott “Vishnu”. Später wurde er zu einem buddhistischen Tempel. Dabei wurde der bestehende Tempel nicht zerstört, da er für die Bevölkerung heilig war. Es wurden lediglich einige Änderungen vorgenommen.

    Indische Händler reisten bereits ab dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Südostasien. Mit ihnen kamen Priester, Gelehrte und Ideen aus Indien. Dieser kulturelle Austausch entstand durch Handel und nicht durch Eroberung.

    Die khmerischen Könige übernahmen den Hinduismus, weil er ihre Herrschaft legitimierte, da die Könige als gottähnliche Wesen angesehen wurden. Die Tempel und Rituale stärkten Macht und Ordnung im Land. Zudem liess sich die Religion gut mit lokalen Glaubensvorstellungen verbinden.

    Später, nach vielen Krisen und Kriegen sowie durch politische, gesellschaftliche und religiöse Veränderungen, wurde der Hinduismus durch den Buddhismus abgelöst. Der Buddhismus war näher am Alltag der Bevölkerung, während der Hinduismus stark an Könige und grosse Tempel gebunden war.

    Die neuen Könige wurden Buddhisten und machten ihre Religion zur Staatsreligion.

    Durch die Erlösungslehre im “Theravada-Buddhismus” ohne teure Rituale oder mächtige Priester setzte sich der Buddhismus friedlich bei den “Khmer” durch und ist bis heute die Hauptreligion des Landes.

    Die “Khmer” sind das Hauptvolk in Kambodscha. Ihre Sprache nennt man ebenfalls “Khmer” und sie besitzt eine eigene, nicht lateinische Schrift.

    Heute gehört der Tempel zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Details der einzelnen in Stein gemeisselten Geschichten sind trotz des stolzen Alters des Tempels immer noch gut erhalten.

    Wir spazierten durch die verschiedenen Gänge der beeindruckenden Architektur. Es gab mehrere Gebäude, die wir erkunden durften. Überall waren detaillierte Figuren und Zeichen in den Stein gehauen. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt. Das Sonnenlicht fand immer wieder seinen Weg in die einzelnen Räume und verstärkte dieses Gefühl zusätzlich. In der Weite sahen wir den umliegenden Dschungel und weitere spektakuläre Bauten.

    Nach mehreren Stunden des Erkundens bewegten wir uns wieder in Richtung Hauptausgang. Dort führte uns eine endlos lange Brücke zum offiziellen Ein- und Ausgang.

    Unterwegs holten wir uns einen Eiskaffee und eine Coca-Cola für 2.39 Franken sowie für 1.59 Franken ein kleines Souvenir für zu Hause.

    Um 08:00 Uhr holte uns Bunheak wieder beim Haupteingang ab.

    Beim “Prasat Bayon”, der ebenfalls in “Angkor” liegt, machten wir den nächsten Halt.

    Der “Prasat Bayon” wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und war einer der wenigen Tempel, die von Anfang an buddhistisch waren. Der Tempel beherbergt über 200 riesige, lächelnde Steinsgesichter auf seinen Türmen. Sie wirken geheimnisvoll, ruhig und einzigartig. Zusätzlich zeigen Reliefs Alltagsszenen von Märkten, Kriegen, Festen und Bauernarbeiten, die sehr wertvoll für das Verständnis der Geschichte des “Khmer-Reiches” sind.

    Auch in diesem Tempel durchkreuzten wir freudig die Gänge und inspizierten die einzelnen Gesichter. Wir konnten uns kaum sattsehen an der besonderen Architektur mit den hunderten kleinen Details.

    Nach zwei Stunden liefen wir zu Fuss zum nächsten Tempel.

    Unterwegs begegneten wir einem kleinen “Langschwanzmakake”. Er war auf Futtersuche und schwang sich gerade auf einen kleinen Baum. Wir beobachteten ihn aus der Ferne, um ihn nicht zu stören.

    Beim “Baphuon” überquerten wir erneut die letzten Meter vor dem Eingang über eine Brücke.

    Der “Baphuon” wurde Mitte des 11. Jahrhunderts erbaut und war zuerst hinduistisch, später wurde er im buddhistischen Stil umgebaut. Besonders an ihm ist die Form der Architektur. Er ist eine riesige Tempelpyramide, die an eine Bergform erinnert. Auch hier findet man detaillierte Formen und Figuren, die in den Stein gehauen wurden. Die ehemals riesigen Buddha-Statuen wurden teilweise wieder aufgebaut.

    Nach einem weiteren Spaziergang erreichten wir den “Prasat Thom”.

    Eine Plattform, die als Bühne für den König diente. Hier wurden öffentliche Zeremonien und Paraden abgehalten und es bot sich eine Aussicht auf Spiele, Kämpfe und Feste. Eine der Besonderheiten der “Elefantenterrasse” ist bereits im Namen enthalten. Mehrere Steinformationen bilden Elefanten ab.

    Beeindruckend, wie alle bisherigen Bauten, die wir erkunden durften. Auch hier wurde an keinen Kosten gespart, um alles so detailliert und besonders wie möglich zu gestalten.

    An den “Prasat Suor Prat”, auch den “12 Türmen von Angkor Thom” genannt, vorbei, spazierten wir langsam zu unserem vereinbarten Abholort.

    “Angkor Thom” war damals die Hauptstadt von “Angkor” und beinhaltete alle bisher gesehenen Bauwerke, ausser “Angkor Wat”.

    Trotz der regelmässigen Anordnung der zwölf Türme kann man bis heute nicht genau deuten, wofür sie standen. Man vermutet, dass sie für Zeremonien, Rituale oder königliche Veranstaltungen genutzt wurden.

    Wir fuhren zu unserem letzten Stopp. Darüber waren auch wirklich froh, da uns langsam die Müdigkeit überkam.

    Auf dem Weg zum ausserhalb der Stadt "Angkor Thom" liegenden Tempel sahen wir mehrere "Langschwanzmakaken" und eine sicher zwei Meter lange braune Schlange. Für sie machten wir sogar ein grösseres Ausweichmanöver, um sie nicht zu überfahren.

    Der “Ta Prohm” war das letzte besondere Highlight der heutigen Tour.

    Ein buddhistischer Tempel, der ebenfalls Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Besonders an diesem Tempel ist, dass er absichtlich kaum restauriert wurde und dadurch wie ein Dschungeltempel wirkt. Riesige Bäume und Wurzeln wachsen über und durch die Gebäude. Bekannt ist er auch aus dem Film “Tomb Raider”.

    Früher diente er als Kloster und Universität mit Tausenden von Mönchen und Bewohnern.

    Ein wirklich einzigartiger Anblick. Die Bäume mit ihren endlosen Wurzeln nahmen die Tempel für sich ein. Dabei sah es so aus, als würden sie die Gebäude stützen und vor dem Zusammenfallen bewahren.

    Auch hier schlenderten wir über die angelegten Wege und fühlten uns wie in einer anderen Welt.

    Kurz vor Mittag wurde es uns langsam durch die vielen Touristen und die immer stärker werdende Sonne zu viel. Wir bestellten bei einem der dutzenden kleinen Restaurants und Souvenirläden zwei frisch gepresste Säfte. Für Tim gab es einen Ananassaft und für Jasmin einen Limettensaft, insgesamt für 2.39 Franken.

    Wir genossen den nun angenehmen frischen Wind in unseren Gesichtern, während wir zurück zu unserem Hotel gebracht wurden.

    Mit den noch gleichen Outfits besuchten wir gleich das Restaurant nebenan. Hier bestellten wir ein leckeres Mittagessen aus Salat und gebratenen Nudeln mit Gemüse für 6.76 Franken.

    Zurück im Zimmer zogen wir uns in Windeseile um und schlüpften in unsere Badesachen.

    Im “Babel Siem Reap Guesthouse”, gleich auf der anderen Seite unseres Hotels, gab es das Angebot, am Pool zu entspannen, wenn man für fünf Dollar etwas konsumierte.

    Schlussendlich entspannten wir den gesamten Nachmittag am Pool auf einer gemütlichen Doppelliegen. Dazu bestellten wir frische Getränke und zahlten am Ende insgesamt 4.57 Franken.

    Gegen 17:00 Uhr abends brachen wir mit einem TukTuk für 1.19 Franken noch einmal auf.

    In einer sehr kleinen, aber gut bewerteten Augenarztpraxis liessen wir Jasmins Augenlid kontrollieren. Dieses hatte sich in den letzten Tagen aus irgendeinem Grund entzündet. Für einen wirklich sehr günstigen Preis gab es zwei verschiedene Augentropfen. Schon waren wir wieder auf dem Weg ins Stadtzentrum.

    Dort assen wir erneut bei den kleinen Strassenrestaurants direkt am Fluss zu Abend. Tim bestellte sich diesmal gebratenen “Pak Choi” mit Reis und Jasmin nahm eine Art Nudeln mit Gemüse und Ei. Dazu gab es noch frische Getränke. Am Ende zahlten wir 5.55 Franken.

    Erschöpft spazierten wir zurück zum Hotel.

    Abends fielen wir direkt in einen tiefen Schlaf, um all die gesehenen Ereignisse verarbeiten zu können.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 21.66 Fr.
    - Verkehrsmittel: 48.92 Fr.
    - Allerlei: 100.58 Fr.
    Insgesamt: 171.16 Fr.
    Gesamtkosten: 918.91 Fr.
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