• Nongsak Guest House 1/2

    Jan 8–9 in Laos ⋅ ⛅ 24 °C

    Morgens in der Früh wurden wir wieder von Bunheak abgeholt. Seiner Frau ging es einigermaßen besser und er konnte sie alleine zu Hause lassen.

    Er fuhr uns zum zehn Minuten entfernten “Rally Tour & Travel”. Wir verabschiedeten uns dankend von ihm und wünschten seiner Frau gute Besserung. Auch er bedankte sich bei uns.

    Wir zeigten dem arbeitenden Herren am Tresen unsere online gekauften Tickets. Für 47.52 Franken würden wir heute über die Grenze nach Laos bis nach “Don Det” gebracht werden.

    Noch im Warteraum selbst assen wir unsere gestern gekauften Brötchen und Cherrytomaten zum Frühstück.

    Mit unserem Formel-1-Fahrer ging wenig später die Fahrt los. Er montierte seine Kopfhörer mit passender Musik, setzte sich mit seinen Flipflops ans Steuerrad, welches mit einem Polster überzogen war und fuhr, als würde ihm die Strasse gehören.

    Wir vermieden es auf die Strasse zu schauen, um seine riskanten Überholmanöver nicht in Frage zu stellen.

    Die Fahrt führte uns durch viele kleine Dörfer, an endlosen Landschaften, die meistens sehr trocken waren und haufenweise Herden von Tieren vorbei.

    Unterwegs gab es eine Toilettenpause, sowie eine Pause zum Mittagessen. Zu unserer Verwunderung blieben wir dieses Mal nicht an einem überteuerten Restaurant stehen, sondern hielten bei einem mit durchschnittlichen Preisen an.

    Beide bestellten eine Portion gebratene Nudeln mit Gemüse und Ei. Dazu kauften wir mit unseren letzten kambodschanischen Riel eine kleine Wasserflasche. Am Ende zahlten wir dem Herrn für alles 4.78 Franken.

    Die Fahrt ging eine Stunde später weiter.

    Wir erreichten den Grenzübergang zwischen Kambodscha und Laos. Mit unserem gesamten Gepäck wurden wir aus dem Mini-Van herausgelassen. Der Formel-1-Fahrer zeigte uns den Weg zum Gebäude, in dem sich die Grenzkontrolle befindet.

    Mit den anderen Touristen marschierten wir unter der Wärme der Sonne zur Grenzkontrolle.

    Wir waren schnell und ohne grosse Schwierigkeiten durch und konnten uns bereits zu Fuss durch eine wortwörtliche Wüste aus herumstehenden, verwahrlosten Autos und einem Boden aus festgedrücktem Sand auf den Weg zur Grenzkontrolle auf der Seite von Laos machen. Die anderen Touristen hatten bereits hier Schwierigkeiten, da sie irgendein Formular nicht ausgefüllt hatten.

    Beim Gebäude angekommen konnten wir, nach wenigen Minuten anstehen, unseren Pass vorweisen. Auch hier gab es keine Probleme, da wir 15 Tage ohne Visa in das Land einreisen dürfen. Nach einer kurzen Kontrolle auf der Liste der genehmigten Länder bekamen wir den Stempel.

    Laos heisst eigentlich mit offiziellem Namen Demokratische Volksrepublik Laos und hat als offizielle Landessprache Laotisch. Französisch ist dabei auch weit verbreitet, dazu kommen viele lokale Sprachen.

    Früher gehörte das Land zu einem Teil des Königreichs "Lan Xang", eines der mächtigsten buddhistischen Reiche in Südostasien. Nach dessen Zerfall entstanden mehrere kleinere Königreiche. Im 19. Jahrhundert wurde Laos von den Franzosen erobert und wurde ein Teil von Französisch-Indochina. Im Indochinakrieg erkämpfte sich das Land 1953 die Unabhängigkeit. Später, nach einem Bürgerkrieg, wurde es als Demokratische Volksrepublik Laos bezeichnet. Es ist ein kommunistisches Einparteienland, dass sich trotzdem langsam wirtschaftlich öffnet, aber stets seine Kultur und buddhistischen Traditionen stark bewahrt.

    Wir setzten uns in den wartenden Mini-Van.

    Trotz aller Bemühungen, so schnell wie möglich zu machen, warteten wir schlussendlich auf die anderen Passagiere, die ein Problem beim Übergang hatten und sogar auf weitere Personen, die mit einem anderen Bus später anreisten.

    Nach zwei Stunden setzten wir den Weg fort.

    Eine Stunde später erreichten wir den wichtigen Verkehrs- und Fährknotenpunkt “Nakasong”. Wir wurden direkt am “Mekong” herausgelassen, damit wir lediglich fünf Minuten zum “Pier Nakasong” laufen mussten.

    Bevor wir aber in das im Ticket inklusive Boot nach “Don Det” stiegen, machten wir einen kleinen Abstecher. Während Jasmin mit dem gesamten Gepäck wartete, lief Tim die davor hinuntergefahrene Strasse wieder hoch. Dort holte er beim “ATM BCEL” sechs Millionen Laotische Kip. Umgerechnet waren das ungefähr 230 Franken.

    Da Jasmins “Revolut”-Karte kurz vor der Reise dank eines Hackers gesperrt werden musste und Tims Karte als "Maestro" nur eingeschränkt funktionierte, mussten wir schlussendlich mit einer gebührenpflichtigen Karte abheben.

    Weshalb dieses Mal Gebühren von ungefähr 4.50 Franken anfielen.

    Nun hatten wir lokales Geld, welches nicht im Internet bestellt werden konnte und konnten uns beruhigt auf die Insel begeben. Es gab nämlich keinen einzigen Automaten auf der Insel.

    Mit der nächsten Fähre konnten wir in ein perfektes Abendrot fahren. Die Sonne stand nur noch wenige Zentimeter oberhalb des Dschungels und bildete dabei perfekte Farben aus Hellblau und Dunkelorange.

    Die berühmten “Si Phan Don” machten ihrem Namen alle Ehre und bildeten einen idealen Rahmen für die Sonne. Von hinten beleuchtet sahen wir nur noch die schwarzen Umrisse der Palmen, Bäume und Sträucher. Ein Fischerboot fuhr an uns vorbei und rundete das Bild perfekt ab.

    Die “Si Phan Don” oder auch “4’000 Inseln” genannt, befinden sich im “Mekong”-Fluss nahe der kambodschanischen Grenze. Dabei gibt es ungefähr 4’000 Inseln, teils bewohnt, teils unbewohnt. Wir selbst waren auf dem Weg zur Insel “Don Det”, um von dort aus mit einem TukTuk auf die benachbarte Insel “Don Khon” zu gelangen.

    Die beiden Hauptinseln für den Tourismus sind mit einer Brücke miteinander verbunden.

    In “Don Det” angekommen waren wir immer noch völlig begeistert von den Inseln. Alles war eher schlicht ausgestattet und darauf ausgelegt die Natur zu geniessen. Kein grosser Trubel wie in den Städten, sondern einfache, aber hübsche Gasthäuser mit Bungalows aus Holz auf Stelzen direkt am Wasser. Viele kleine Restaurants und Läden boten vieles an, waren aber nicht modernisiert.

    Alles war ländlich gestaltet, um den Charme der Insel nicht zu verlieren.

    Wir begannen, die zwei Kilometer in Richtung unseres Hotels zu laufen. Nach mehreren Metern kam uns der erste TukTuk-Fahrer entgegen und nannte seinen Preis. Da wir zum ersten Mal in Laos waren und noch kein Gespür für die Preise hatten, lehnten wir den in unseren Augen viel zu hohen Preis ab.

    Mit zwei Eistees aus einem Supermarkt für 1.49 Franken machten wir uns zu Fuss auf den Weg.

    Nach gut 500 Metern kam der TukTuk-Fahrer uns hinterher. Er hatte eine junge französische Frau auf dem TukTuk und bot an, uns für den von uns vorher genannten Preis mitzunehmen. Für die Dame war es kein Problem, uns ebenfalls zu transportieren, der Fahrer würde sowieso von ihrem Hotel bezahlt werden.

    Während das Abendrot weiterhin alles in einer schönen orangen Farbe beleuchtete, unterhielten wir uns mit der Französin.

    Sie war bereits seit elf Monaten ganz Asien am Bereisen und hatte noch fünf Monate vor sich, bevor sie in die Heimat zurückkehrte. Dabei hatte sie nur einen Flug nach Japan genommen und würde über Russland in die Türkei fliegen.

    Wir erzählten auch wenig von unseren Reisen.

    Immer noch im Abendrot überquerten wir die Brücke zur anderen Insel und hatten wieder einen fantastischen Blick auf die hunderten von Inseln.

    Beim “Nongsak Guest House” auf der Insel “Don Khon” liess der Fahrer uns heraus. Wir zahlten dem Fahrer die vereinbarten 2.22 Franken und verabschiedeten uns von der Französin.

    Wir waren wieder in einem kleinen Paradies angekommen. Der Weg war von Palmen in allen Grössen gesäumt und alles wirkte friedlich und ruhig.

    Als wir einchecken wollten, teilte uns der Inhaber mit, dass wir kein Zimmer gebucht hatten. Kurze Zeit später fanden wir heraus, dass wir im falschen Monat gebucht hatten. Schnell stornierten wir die Buchung und bekamen zu unserem Glück ein Zimmer.

    Für zwei Nächte erhielten wir ein Zimmer mit Doppelbett, Klimaanlage und eigenem Badezimmer für 23.72 Franken.

    Hungrig machten wir uns auf den Weg um etwas zum Abendessen zu finden.

    Abends war die Insel leider gar kein Paradies. Überall, wo ein weisses Licht brannte, flogen tausende Motten wie Mücken umher. Wir liefen regelrecht Slalom um die Lampen, um nicht ständig in die Flugbahn der Insekten zu gelangen.

    Im gleichnamigen Restaurant wie unser Hotel trafen wir den Besitzer erneut an.

    Wir entschieden uns bei ihm Platz zu nehmen. Im Restaurant selbst hingen nur Lampen mit gelbem Licht, das die Insekten nicht interessierten und es gab Ventilatoren, die die Insekten wegwehten.

    Tim nahm ein Eier-Sandwich mit einer Pepsi und Jasmin eine Nudelsuppe mit einer Limonade für 5.37 Franken.

    Bevor wir ins Hotel zurückkehrten, spazierten wir dem geteerten Weg in die andere Richtung unseres Hotels entlang. Der Weg war gerade einmal so breit, dass zwei TukTuks aneinander vorbeifahren konnten. Autos gab es hier weit und breit nicht, ebenso keine luxuriösen, modernen Hotels. Alle Häuser wie Hotels waren in einem ähnlichen, zum Ambiente passenden Stil erbaut worden.

    In einem geöffneten Laden kauften wir für 9.31 Franken noch eine neue SIM-Karte von Unitel für unser mobilen Router mit 70 Gigabyte. Die Dame im Laden half uns direkt beim Aufladen des Guthabens.

    Auf dem Rückweg kauften wir noch eine grosse Wasserflasche und zwei Magnum-Eiscremes für 3.05 Franken.

    Wir liefen noch in die andere Richtung an unserem Hotel vorbei bis zur Brücke auf die Nachbarsinsel. Hier hörten wir Kühe und Ziegen Laute von sich geben. Da es jedoch langsam zu dunkel wurde, konnten wir nur die Schatten der Tiere erkennen.

    Umso schöner war der Nachthimmel, der so gut wie keine Lichtverschmutzung aufwies.

    Im Zimmer zurück machten wir uns für den morgigen Tag bereit. Zusätzlich hängten wir das mitgebrachte Mückennetz auf, da wir mehrere grössere wie kleinere Mitbewohner hatten.

    Die meisten störten uns nicht, da sie die lästigen anderen Mitbewohner verspeisten. Trotzdem wollten wir nachts mit keinem von ihnen kuscheln.

    Jedoch müssen wir wirklich sagen, die Weltreise hat uns so stark abgehärtet, dass wir sogar zuerst auf die Toilette gehen konnten, mit der Kakerlake im Blick und sie dann erst mit unseren Schlappen ins Jenseits schickten.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 14.69 Fr.
    - Unterkunft: 23.72 Fr.
    - Verkehrsmittel: 49.74 Fr.
    - Allerlei: 9.31 Fr.
    Insgesamt: 97.46 Fr.
    Gesamtkosten: 1’062.53 Fr.
    Read more