• Vang Vieng Freedom View Hostel 2/3

    Jan 13–14 in Laos ⋅ ☀️ 25 °C

    Um 05:00 Uhr riss uns der Wecker aus unserem Tiefschlaf.

    Heute stand eines der grössten Highlights der Reise und unseres Lebens an. Wir durften zum ersten Mal in einen Heissluftballon steigen und dazu einen fantastischen Sonnenaufgang, umgeben von der Karstlandschaft, beobachten.

    Mit dem Touranbieter “Oasis Tour” hatten wir einen halbstündigen Flug für 111.20 Franken gebucht.

    Um 5:50 Uhr wurden wir schliesslich vor der Tür unseres Hostels abgeholt. Mit zwei weiteren Paaren und einer weiblichen Dreiergruppe durften wir den heutigen Flug antreten.

    Am Abflugort angekommen, mussten wir kurz unser Gewicht sowie unsere Namen angeben und unterschreiben, dass egal was passiert, keine Haftung übernommen wird. Dazu teilte er uns mit, dass es bei einer holprigen Landung wichtig ist, in die Hocke zu gehen. Bisher mussten sie dieses Manöver nie anwenden. Auch war es wichtig, keine grossen Bewegungen in der Luft zu machen, da dies den Korb ins Wackeln bringen könnte.

    Wir erfuhren zudem, dass der Ballonpilot den Heissluftballon gar nicht steuern kann. Er kann lediglich die Höhe kontrollieren. Der Flug wird deshalb nur so lange dauern, wie der Wind mitmacht. Solange wir zwischen den Karstbergen hindurchfliegen, wird es keine Probleme geben. Wenn der Wind jedoch abdreht, müssen wir direkt landen.

    Die Nervosität wurde bei Tim allmählich grösser.

    Vor unseren Augen wurde der Korb aus einem kleineren Lastwagen gehoben, der Ballon ausgerollt und Luft hineingeblasen. Langsam wurde dieser immer grösser, bis er sich in seiner vollen Grösse präsentierte. Sie begannen Feuer in den Ballon zu lassen und die letzten Gasflaschen wurden im Korb platziert.

    Dann kam unser Moment.

    Mit einem mulmigen Gefühl stiegen wir in eine der vier vorgesehenen Ecken. In jeder, voneinander abgetrennten Ecke stand ein Pärchen und in einer die Dreiergruppe. Die Türen wurden mit langen Metallstangen geschlossen und wir konnten uns an Schlaufen innerhalb des Korbes festhalten.

    Immer mehr kontrolliertes Feuer wurde von unserem chinesischen Ballonpiloten in den Heissluftballon freigelassen. Langsam hob sich der Korb vom Boden, zuerst wackelig, und als er genug an Höhe gewann, liessen die sechs Männer den Korb los. Wir winkten den unter uns stehenden Männern zu.

    Gekonnt lenkte der Ballonpilot den Heissluftballon über mehrere Bäume und schon befanden wir uns in der Luft.

    Tim bereute in diesem Moment, dass er auch nur einen Fuss in den Korb des Heissluftballons gesetzt hatte. Erstarrt hielt er sich mit beiden Händen an den Schlaufen fest und riskierte es nicht, nach unten zu blicken. Es ging immer weiter in die Höhe.

    Dabei hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die aufgehende Sonne. Langsam kämpfte sie sich zwischen den Karstbergen hinauf und liess das Tal in einem angenehmen Morgenlicht leuchten. Die Sonne beschien zusätzlich auch die im Westen liegenden Karstberge und liess diese zusammen mit dem tiefliegenden Nebel in träumerischen Farben erstrahlen.

    Kurze Zeit später erreichten wir die höchstmögliche Höhe von 1’000 Metern. Dies teilte der Ballonpilot mit einem strahlenden Lächeln mit. Tim fand dies gar nicht zum Belächeln und freute sich auf das Absinken.

    Langsam verloren wir an Höhe und Tim konnte sich zum ersten Mal dazu bewegen, die Umgebung wirklich wahrzunehmen.

    Die Sonne hatte bereits einige Meter an Höhe gewonnen und liess die Landschaft in leichten pastellfarbenen Tönen erleuchten. Wir flogen immer tiefer und überquerten die Kleinstadt “Vang Vieng” mit wenigen Metern über den höchsten Gebäuden. Einmal dachten wir sogar, dass wir in eine der Palmen fliegen würden. Unser Ballonpilot nahm es gelassen und flog knapp über diese hinweg.

    Auf der anderen Seite der Kleinstadt und in der morgendlichen Stimmung landeten wir. Es war eine perfekte Landung und die Mitarbeiter des Unternehmens warteten bereits auf uns. Sie hielten den Korb fest, damit wir nicht wieder abhoben oder umkippten. Wir stiegen einer nach dem anderen aus.

    Gleich nebenan landete ein weiterer Heissluftballon, dem wir dabei zuschauen konnten.

    Von unserem Ballonpiloten gab es daraufhin noch ein Zertifikat, dass wir mit ihm Heissluftballon geflogen waren. Natürlich brauchte Tim als Beweis ein Foto vom Heissluftballon und Zertifikat.

    Er hatte es tatsächlich geschafft, seine Angst zu überwinden.

    Mit dem gleichen offenen Mini-Van oder grösseren TukTuk wurden wir wieder bei den verschiedenen Hotels abgesetzt. Dort erwartete uns bereits das inklusive Frühstück aus Baguette, Omelette und frischen Früchten.

    Nach dem Essen fielen wir wieder ins Bett und schliefen bis um 12:00 Uhr durch.

    Geweckt wurden wir von der Putzequipe, welche unser Zimmer bereits als ausgecheckt eingetragen hatte. Wir erklärten kurz die Situation und durften etwas später unser neues Zimmer mit Aussicht auf die Stadt beziehen.

    Zum Mittagessen gingen wir gebratenes Gemüse und Reis für den Preis von 5.38 Franken essen.

    Zurück im Zimmer packten wir unseren kleinen Reiserucksack mit frisch gekauftem Wasser und Snacks für 1.19 Franken. Jasmin hatte im “7Eleven” mit roter Bohnenpaste gefüllte Brötchen gefunden.

    Den nächsten Stopp legten wir beim “Vang Vieng Bicycle Rental and Sales” ein, bei dem wir für 7.43 Franken zwei Mountainbikes bis morgen um 20:00 Uhr mieten konnten.

    Wir fuhren dem “Mae Nam Xong”, dem “Nam Song-Fluss”, als Erstes eine Weile flussaufwärts entlang. Dabei blickten wir zunächst auf die Kleinstadt, die auf der westlichen Seite des Flusses lag, fuhren an vielen kleinen lokalen Strassenrestaurants sowie Ständen vorbei, die direkt am Wasser platziert waren sowie durch eine teilweise grüne Natur.

    Später wechselten wir über eine einspurige Brücke wieder auf die östliche Seite des Flusses, fuhren durch ein Dorf und erreichten die “Namsong Blue Bridge”. Für die Aussicht von der Brücke müsste man eigentlich bezahlen, jedoch liessen wir es und genossen die Aussicht auf die Landschaft, die Berge und den Fluss von unten aus.

    Nach weiteren zehn Minuten Fahrt in Richtung Westen brachen wir die Fahrt ab. Die Fahrt nach “Pha Tang”, einem auf “Google Maps” sehr schön aussehenden Ort, dauerte zu lange, um danach vor dem Sonnenuntergang zurück zu sein. Diesen wollten wir bereits von einem der bekanntesten Aussichtspunkte anschauen.

    Wir machten uns auf den Weg zurück in die Stadt. Dabei legten wir eine Pause bei einem lokalen Restaurant direkt am Fluss ein. Das kleine Restaurant stand auf Stelzen mit Holzplatten als Boden im Wasser. Es gab mehrere Campingstühle und kleine Tische sowie weitere Stühle. Auf zwei Campingstühlen nahmen wir ganz vorne am Wasser Platz.

    Dazu bestellten wir zwei Süssgetränke für 1.85 Franken.

    Als es langsam spät wurde, schnappten wir uns die Mountainbikes und fuhren zum Hostel. Dort holten wir unsere Pullover und radelten kurze Zeit später in Richtung Westen. Auf “TikTok” wurde der auf 300 Meter liegende “Pha Ngern Silver Cliff View Point” empfohlen, um einen perfekten Sonnenuntergang mitzuerleben.

    Nach zwanzig Minuten bogen wir auf eine Schotterstrasse ab. Laut der heruntergeladenen App “Maps.me” und einem grossen Schild waren wir hier richtig. Nach weiteren zehn Minuten und mehreren Kindern, die entweder ein “X” mit ihren Armen formten oder “No” sagten, wurden wir stutzig.

    Tatsächlich waren wir zu früh abgebogen und die Schotterstrasse endete nicht beim erhofften Ticketschalter.

    Ein wenig unter Zeitdruck kehrten wir um, fuhren zurück auf die Hauptstrasse und bogen nach einem steilen Hügel in eine andere Schotterstrasse ab.

    Zu unserer Freude tauchte nach gut drei Minuten der Ticketschalter auf, an dem wir 1.48 Franken zahlten.

    Wir konnten noch bis ans Ende der Schotterstrasse fahren, stellten dort die Mountainbikes ab und liefen an einem kleinen Laden vorbei in Richtung Berg. Die Dame des Ladens schaute verwundert auf die Uhr, als wir lächelnd an ihr vorbeimarschierten.

    Ja, wir wussten, dass wir viel zu spät für den Sonnenuntergang waren.

    In Lichtgeschwindigkeit rannten wir den Berg hoch. Manchmal unterstützten uns steinige Treppen, manchmal war der Boden nur mit abgerundeten Steinen übersät. Letztere gaben uns das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

    Ohne Pause und in einem rasanten Tempo legten wir die Höhenmeter zurück.

    Irgendwann kamen wir ins Stocken. Wir wussten zwar, dass wir nicht die Sportlichsten waren, jedoch erwarteten wir, die 300 Höhenmeter in guten 20 Minuten zu erreichen. In diesem Moment bemerkten wir, dass wir schon wieder falsch abgebogen waren. Wir befanden uns nicht auf dem Weg zum “Pha Ngern Silver Cliff View Point”, sondern zum “Silver Cliff Viewpoint”.

    Dieser hatte im Gegensatz zum ersten Aussichtspunkt eine Höhe von 660 Metern.

    Aufgeben kam nicht in Frage und so kämpften wir uns hinauf. Die Sonne war bereits untergegangen, aber das war uns egal. Mit der Zeit wurde der Weg immer steiler, bis wir schlussendlich mithilfe von Seilen über die grösseren Steine hinwegklettern mussten. Mehrere Touristen und sogar ein Mönch kamen uns entgegen und versuchten uns motiviert zu halten.

    Bei perfekter Abendröte erreichten wir tatsächlich den ersten und neu geplanten Zwischenstopp beim “Silver Cliff Viewpoint One” auf 500 Metern.

    Es hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

    Trotz des verpassten Sonnenuntergangs hatten wir immer noch den ganzen Himmel in den verschiedenen, immer dunkler werdenden Tönen zu bestaunen. Die letzten Heissluftballone beendeten langsam ihren Flug und mehrere Paramotoren drehten ihre gewagten Runden über die hohen Berge. Einige trauten sich sogar, knapp über unsere Köpfe hinwegzugleiten, was das ganze Spektakel noch einzigartiger machte.

    Die letzten beiden anwesenden Touristen verliessen kurz darauf den Aussichtspunkt und wir konnten das Geschehen zu zweit geniessen. Dazu gab es ein paar eingepackte, dringend benötigte Snacks und zwei Liter Wasser.

    Als die Farben langsam ins Dunkelblaue übergingen, schnappten wir uns die leichteren Rucksäcke und machten uns an den Abstieg.

    Mit der einen Hand hielten wir uns fest und mit der anderen leuchtete jeder für sich den Weg aus. Es war bereits stockdunkel. Die einzigen zwei Lichter weit und breit waren jene unserer Handys. Trotz der ständig raschelnden Geräusche um uns herum versuchten wir, entspannt zu bleiben.

    Dabei machten es uns die einzigen zwei gesehenen grösseren, haarigen Spinnen einfacher.

    Unten angekommen setzten wir uns wieder auf unsere Mountainbikes, befestigten die Handys an der Handyhalterung und folgten deren Licht. Unsere Helme hatten zudem hinten ein Licht, was uns mehr Sicherheit auf dem Weg zum Hostel ermöglichte.

    Der leicht abwärts führende Weg brachte uns schnell zurück in die Kleinstadt.

    Dort parkten wir die Mountainbikes direkt vor dem Hostel. Danach beeilten wir uns, zur langersehnten heissen Dusche zu kommen. Es war draussen bereits kühl geworden und der Schweiss machte das Ganze nicht besser.

    Frisch geduscht schnappten wir unseren Wäschesack und gaben diesen zwei Strassen weiter bei einer Wäscherei ab. Wir zahlten 5.78 Franken für Waschen und Trocknen.

    Zum Abendessen gab es erneut ein Baguette gefüllt mit Omelette und Gemüse. Zusätzlich erhielten wir beide einen frisch gepressten Saft und zahlten insgesamt 3.72 Franken.

    Im “7Eleven” holten wir wieder drei Liter Wasser für 0.59 Franken und zogen uns ins Zimmer zurück.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 14.21 Fr.
    - Allerei: 125.89 Fr.
    Insgesamt: 140.10 Fr.
    Gesamtkosten: 1’375.48 Fr.
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