• Buakhai River Side Hotel

    Jan 16–17 in Laos ⋅ 🌙 20 °C

    Morgens um 07:00 Uhr stand unser Frühstück für uns zum Mitnehmen bereit und unser grösseres TukTuk war auch schon da.

    Wir schwangen uns mit all unserem Gepäck auf die Ladefläche und setzten uns gleich hinter der Fahrerkabine auf die gegenüberliegenden Holzbanken.

    Für die zweitägige Bootfahrt von je zehn Stunden sowie die Fahrt zum heutigen “Slow Boat Terminal” zahlten wir 37.37 Franken.

    Wir fuhren zum nächsten Hotel, aus dem wir Touristen einpacken sollten. Nach einer halbstündigen Wartezeit, als kein Tourist einstieg, merkte der Fahrer, dass er falsch war. Dann hatten wir endlich die besagten Touristen im Auto, diese mussten aber im Gegensatz zu uns um 08:00 Uhr am Busbahnhof sein. Als nächstes stiegen zwei weitere Frauen ein, die ebenfalls zum Busbahnhof wollten. Als dann noch zwei Strassen später weitere sechs Frauen von der Gruppe einsteigen wollten, wurde es langsam eng.

    Am Ende standen wir erneut eine halbe Stunde dort und die acht Frauen diskutierten extrem respektlos mit unserem Fahrer. Sie hätten einen privaten Transfer gebucht, ohne uns. Wir, die nichts dagegen hatten, wenn sie alleine fahren wollten und weiter mit dem Unternehmen diskutieren, warteten mehr oder weniger geduldig, bis die zwei Frauen ausstiegen, um mit zu diskutieren.

    Unser Fahrer kam kurze Zeit später zu uns und bat uns, in einen anderen Wagen, dieses Mal einen Mini-Van, umzusteigen.

    Dort trafen wir auf zwei weitere Gäste, die bereits seit einer Stunde vor ihrem Hostel standen, um vom Mini-Van abgeholt zu werden. Es war endlos chaotisch und wir kamen alle nicht draus, wo das Problem entstanden war.

    Mit zwei Stunden Verspätung schafften wir es tatsächlich noch fünf Minuten vor Abfahrt auf unser Boot.

    Leider waren durch die ungeplante Verspätung die guten Sitzplätze vergeben und wir mussten in einer der hinteren Reihen einen Platz suchen. Dies bedeutete, näher am laut vor sich hin brummenden Motor zu sitzen. Wir fanden zu unserem Glück noch eine leere Viererreihe mit Aussicht. Diese bestand aus je zwei Paar ehemaligen Sitzen aus einem Auto, vermutlich von Mini-Vans.

    Wir waren bereit für das Abenteuer.

    Zusammengefasst wurde viel gelesen, Rätsel gelöst, geschlafen und dazu viel konsumiert. Zum Frühstück hatten wir das frisch zubereitete Omelette mit Toastbrot und zum Mittagessen hatten wir Vollkorn-Cornflakes mit Sojamilch und Rosinen. Dazwischen mehrere Liter Wasser, Süssgetränke und Snacks.

    Auch die Aussicht genossen wir immer wieder von unserem Platz aus.

    Wir fuhren an wunderschönen Landschaften vorbei, bestehend aus einem tropischen Dschungel. Dazu bemerkten wir während der Fahrt, dass sehr viele der laotischen Bevölkerung am “Mekong” wohnen.

    Dabei aber nicht in Städten, sondern in kleinen Dörfern, die eine starke Dorfgemeinschaft bilden. Sie helfen sich gegenseitig und besitzen wenig. Die Bevölkerung betreibt dadurch viel Tauschhandel und lokale Märkte sind üblich. Ihre Kleidung ist modern, jedoch gebraucht und sorgfältig gepflegt. Die Bevölkerung lebt vom Anbau von Reis, Gemüse, Früchten und von der Haltung von Hühnern, Enten und Schweinen. Dazu kommen Fischen, Jagen und Sammeln.

    Sie halten auch Wasserbüffel und Kühe in ihren abgeschiedenen Dörfern. Nicht nur als Nahrungsquelle wie Milch, Fleisch und Blut, sondern auch als eine Art Sparschwein. Sie dienen zum Verkauf oder Tausch gegen Kleidung, Medikamente oder Reis.

    Dazu arbeiten die Wasserbüffel als traditionelle Traktoren, besonders in überschwemmten Reisfeldern, wo Maschinen kaum hinkommen. Ideal ist dabei, dass Wasserbüffel feuchte, sumpfige Gebiete lieben.

    Zusätzlich sind Wasserbüffel kulturell bedeutsam. Sie sind Teil von Festen, religiösen Zeremonien und Dorfritualen. Vor allem die grossen, männlichen Wasserbüffel.

    Kühe helfen beim Transport von Lasten oder beim Ackerbau, da sie lieber auf trockenen Feldern oder Hügelweiden grasen.

    Der “Mekong” liefert dabei Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen. Er ist eine wichtige Verkehrsroute und bietet fruchtbaren Boden direkt am Fluss für den Reisanbau. Auch als wichtigste Nahrungsquelle gibt er der Bevölkerung hunderte verschiedene Fischarten.

    Nicht umsonst wird er als artenreichster Fluss Südostasiens bezeichnet.

    Die Dörfer sind dabei schon vor Jahrhunderten entstanden. Sie leben grösstenteils selbstversorgend und angepasst an Natur und Jahreszeiten.

    Von den 7.5 Millionen Menschen, die in Laos leben, wohnen ein bis zwei Millionen entlang des “Mekongs” in meist abgeschiedenen Dörfern. Diese sind meistens nur per Boot oder Pfad erreichbar. Ein Dorf hat eine ungefähre Anzahl von 50 bis 300 Menschen.

    Zu unserem Bedauern sahen wir aber kein einziges Wildtier. Sie wurden vermutlich vom lauten Motor des Bootes vertrieben und kommen erst frühmorgens oder spätabends an den Fluss zum Trinken.

    “Pak Beng” erreichten wir genau perfekt zum Abendrot. Die Sonne hinterliess noch ihre schönsten Farben, bevor sie sich für die nächsten Stunden nicht mehr blicken liess.

    “Pak Beng” ist ein kleines Dorf am “Mekong” im Norden des Landes. Es dient vor allem als Zwischenstopp zwischen “Huay Xai” und “Luang Prabang”. Wir waren einer der wenigen, die in die andere Richtung reisten. Das Dorf ist ländlich, ruhig und bietet mehrere Unterkünfte direkt am Fluss an.

    Durch den Zwischenstopp vieler Touristen ist das Dorf in den letzten Jahren stark gewachsen und bietet immer mehr Luxusvarianten von Übernachtungen und Restaurants an.

    Dabei wird alles bedacht auf eine wohlige, nicht kalte Art auszubauen.

    Das gebuchte “Buakhai River Side Hotel” für 18.07 Franken inklusive Frühstück lag leider nicht am erhofften Ufer beim “Slow Boat Pier, Laos Pak Beng”. Wir mussten zuerst eine aufwärts und dann abwärts führende Strasse zum Hotel nehmen.

    Durchgeschwitzt erreichten wir das Hotel.

    Wir wurden von einer Angestellten zu unserem Zimmer geführt. Hätten wir gewusst, dass das Dorf kein kleines Dorf mehr ohne Infrastruktur war, wären wir definitiv länger geblieben.

    Alleine für dieses Zimmer hat es sich gelohnt. Wir hatten ein riesiges, extrem weiches Bett, ein grosses, sauberes Badezimmer und einen Wasserkocher. Das Beste dabei war die Aussicht auf die Terrasse mit dem dahinterliegenden Fluss.

    Wäre die Sonne noch nicht weg gewesen, hätten wir Stunden auf der Terrasse verbringen können.

    Zum Abendessen suchten wir ausserhalb des Zentrums ein kleines lokales Restaurant. Dort bekamen wir für 3.73 Franken zwei Portionen Reis mit gebratenem Gemüse.

    Die letzten vorhandenen laotischen Kip gaben wir für 4.5 Liter Wasser, eine Limonade und ein Pepsi aus.

    Bis zur morgigen Ankunft in Thailand sollten wir nur noch eine TukTuk-Fahrt bezahlen müssen und bis dahin musste das gesamte Geld weg sein.

    Wir hofften stark, dass alles mit der TukTuk-Fahrt aufging.

    Abends waren wir vermutlich durch unser heutiges einheitliches Nichtstun und die Anstrengung der letzten Tage doch mehr erschöpft als erwartet. Wir zogen uns deshalb ins warme, gemütliche Bett zurück und schliefen kurze Zeit darauf ein.

    Ausgaben:
    - Lebensmittel: 6.72 Fr.
    - Unterkunft: 18.07 Fr.
    - Verkehrsmittel: 37.37 Fr.
    Insgesamt: 62.16 Fr.
    Gesamtkosten: 1’553.23 Fr.
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