Dschungel Tag 1
30 de abril de 2025, Indonésia ⋅ ☁️ 27 °C
Wir starten unseren Tag mit Bananen- Pancakes und frisch püriertem Ananassaft. Um 9 Uhr startet unsere Dschungel Tour. Gemäß deutscher Pünktlichkeit stehen wir natürlich um 08:55 Uhr bereit. Unsere 2 Weggefährten aus Argentinien und einer Kolumbianerin sehen das anders. Wir hören ein "Despacito".
Despacito bedeutet "ganz gemütlich". Und so wird erstmal in Ruhe der Kaffee ausgetrunken. Unser Guide Eddie und sein Helfer Berti machen die Gruppe komplett. Eddie ist seit über 20 Jahren Guide, es sollte uns also nichts passieren.
Nach 5 Minuten sind wir aus Bukit Lawang heraus und stehen bereits im Grünen. Obwohl wir noch nicht viel gelaufen sind, sind wir aufgrund der Luftfeuchtigkeit nach wenigen Minuten durchgeschwitzt. Wir laufen kreuz und quer durch den Dschungel, auf und ab, durch Bäche, über Bäume und unter Bäumen. Wir gehen Wege, die ich nicht mal als Weg erkennen würde. Doch Eddi kennt hier jeden Baum.
Wir kommen an vielen Kautschuk Bäumen vorbei. Täglich um 6 Uhr werden die Bäume aufgeschnitten, damit das weiße Kautschuk heraus fließt. Dies wird mit einer Kokosnuss Schale aufgegangen. Das Kautschuk wird überwiegend zu Herstellung von Kondomen verwendet. Allerdings leider nicht für die Einheimischen. Sexualkunde ist in Indonesien verboten. Eddie erzählt, dass die Bevölkerung von Indonesien viel zu hoch sei und dass dies ein echtes Problem sei.
Nach der ersten Stunde sehen wir die erste Orang-Utan Familie. 2 Weibchen, 1 Baby und sogar der Papa ist mit von der Partie. Einen männlichen Orang Utan zu sehen, ist eher selten. Wir beobachten die Affen begeistert. Papa Orang-Utan unterschätzt des öfteren sein Gewicht und springt von Baum zu Baum als sei er ein kleiner Pavian. 2x hat er dadurch einen Ast zu Fall gebracht, wir konnten gerade noch weg springen.
Wir machen eine kleine Pause und unsere 2 Guides bauen uns ein tolles Obst Buffet mitten im Dschungel auf. Von Drachenfrucht, Schlangenfrucht, Maracuja und Ananas ist alles dabei. Auch der ein oder andere kleine Affe schaut vorbei, ob es etwas zum Klauen gibt.
Wir sehen noch eine andere Orang-Utan Mama mit Kind hoch oben in der Baumkrone. Plötzlich wird das Baby auf der Baumkrone abgesetzt und Mama klettert zu uns nach unten. Neugierig setzt sie sich auf einen unteren Ast und beobachtet uns.
Wie toll es ist, die Orang-Utans in freier Wildbahn zu entdecken. Außer auf Sumatra und der Nachbarinsel Borneo gibt es auf der ganzen Welt keine freilebenden Orang-Utans mehr.
Eddie erzählt uns, wie viel Regenwald für die vielen Palmenplantagen gerodet wurde. Die Palmenplantagen gehören nicht einmal zu Sumatra. Diese gehören einem Konzern aufgrund eines Vertrages zwischen Malaysia und England. Somit entscheiden Dritte über den Regenwald vor Ort. Tobi und ich nicken uns zu, in Zukunft achten wir noch mehr auf palmölfreie Lebensmittel.
Nach fast 7 Stunden und einem leckeren Nasi Goreng als Mittagessen wird es noch einmal anstrengend. Die ganzen Höhenmeter, die wir nun schon gemacht haben, müssen wir nun wieder runter. Unser Camp liegt am Fluss. Die letzte Stunde ist ziemlich anstrengend, da die Kräfte weniger werden, der Weg aber umso steiler. Zudem ist der Weg aufgrund des starken Gewitters letzte Nacht sehr matschig und rutschig. Irgendwann ist der Fluss in Sicht. Euphorisch, aufgrund der letzten Meter, schau ich nicht mehr auf den Weg und Zack - ich liege im Matsch. Das hat mir gerade noch gefehlt...
Wir ziehen unsere Schuhe aus und gehen die letzten Meter barfuß durch den Fluss. Als ich meinen Schuh ausziehe, sehe ich, dass mein Socken voller Blut ist. Ein Blutegel hat es sich in meinem Schuh bequem gemacht.
Die Camps liegen verteilt am Flussufer. Unser Camp ist das letzte. Wir können es kaum glauben, dass wir hier heute übernachten werden. Mitten im Nirgendwo.
Wir erfrischen uns kurz im Fluss, um zumindest den ganzen Matsch wegzubekommen. Derweil bereitet uns der Camp Koch Kaffee, Tee und Kekse zu.
Abends gibt es ein kleines Buffet - zu Sternenhimmel und Lagerfeuer. Eddie kann ein paar Wörter Deutsch und frägt uns immer wieder nach ein paar Wörtern. Wir erzählen, dass in Deutschland aus jedem Wasserhahn getrunken werden kann. Sowohl Eddie als auch das argentinische Pärchen und die Kolumbianerin, schauen uns ungläubig an..
Eddie frägt uns fast schon traurig, ob wir nach unserem Aufenthalt in Sumatra nach Bali weiter reisen werden. Er ist nicht der erste, der uns das fragt. Ich habe das Gefühl, die Einheimischen bemitleiden Bali für die Touristenströme. Wir erzählen stolz, dass wir nur auf Sumatra bleiben werden.
Auf einmal wird Eddie wehmütig und sagt, dass wir es gut haben. Wir können Geld verdienen und dann reisen. Er arbeitet jeden Tag und wird trotzdem nie genügend Geld haben, um zu verreisen.
Ja das stimmt, uns geht es gut.Leia mais















