Medan - Banda Aceh
May 5, 2025 in Indonesia ⋅ ☁️ 31 °C
Um 05:15 klingelt der Wecker. Auf 05:45 habe ich unseren Grab- Fahrer (asiatisches Uber) bestellt. Als ich beim Aufwachen kurz auf die App schaue, sehe ich, dass der Fahrer noch über 45 Minuten entfernt ist. Gut, dass wir ein bisschen Puffer eingeplant haben. Hoffentlich wird uns nicht wieder die Google Maps Adresse zum Verhängnis.
Aber es kommt natürlich wie es kommen muss. Ich sehe in der App, wie der Fahrer an unserem Hotel vorbei fährt. Er findet uns nicht. Ich rufe ihn an, aber er spricht kein Englisch.
Wir laufen die Hofeinfahrt zur Hauptstraße hoch und hoffen ihn zu erkennen. So viele Autos sind um die Uhrzeit noch nicht unterwegs. Auf einmal hupt es und das Auto steht hinter uns. Da so wenige Touristen unterwegs sind, fallen wir auf der Straße immerhin auf. Mit fast 40 Minuten Verspätung geht es in Richtung Flughafen. Der Fahrer spricht zwar kein Englisch, dass er sich nun besser beeilen sollte, hat er aber wohl trotzdem gemerkt. Wir fahren teilweise mit 100kmh innerorts durch Medan und fahren Slalom um die Rollerfahrer. Wir dachten eigentlich, dass der Flug kritisch wird und nicht bereits der Transfer.
Immerhin haben wir mit der Fahrweise tatsächlich 10 Minuten gut gemacht und können pünktlich einchecken.
Wir essen unser Frühstück, welches wir vom Hotel in einer Lunch Box mitbekommen haben. Bei der Sicherheitskontrolle stehen wir neben 5 Mönchen. Jetzt kann uns nichts mehr passieren, wir haben nun bestimmt den notwendigen Reisesegen bekommen.
Unser nächstes Ziel ist Banda Aceh, eine Hafenstadt im Norden Sumatras. Von dort aus bringt uns eine Fähre zu unserem Ziel Pulau Weh. Eine Insel 25km entfernt von der Küste. Hier wollen wir die restlichen 3 Nächte verbringen.
So der Plan, sollten wir den 26€ Flug überleben.
Beim Boarding werden wir mit Kugelschreiber auf ein Blatt Papier geschrieben. Hier wird keine Boardkarte gescannt. Im Flieger wird nochmal durchgesagt, man solle sich nochmal vergewissern, dass man auch wirklich im richtigen Flugzeug sitzt. In Deutschland wäre im falschen Flieger sitzen rein technisch garnicht möglich.
Zusammen mit einer Familie aus der Schweiz sind wir die einzigen Touristen an Bord und die einzigen Frauen ohne Kopftuch. Auch die Stewardessen sind verschleiert. Wir fliegen in eine noch konservativere Provinz.
Ich spüre die Blicke auf mir, noch mehr als bisher.
Der Flug wird lediglich 45 Minuten dauern, per Auto würden wir mindestens 12 Stunden brauchen.
Wir heben überpünktlich ab, haben sogar mehr Beinfreiheit als erwartet, kommen heil wieder runter und auch unser Gepäck ist 10 Minuten nach Landung auf dem Band. Diese 26€ waren ein Volltreffer, die Lufthansa sollte sich ein Beispiel nehmen.
Tobi der bis zuletzt gebetet hat, ist erleichtert. Vielleicht sollte ich ihm als neuen Fan der Airline eine Member-Gold-Card schenken.
Wir werden von Mr Bob am Flughafen mit einem "Tobias+Verena"-Schild empfangen, er wird uns zur Fähre bringen. Im Auto erzählt er uns ein wenig von Banda Aceh. Die kleine Stadt wurde schwer vom Tsunami 2004 getroffen, der komplette Ort wurde ausgelöscht. Eine einzige Moschee hat der Welle standgehalten. Bob war zu diesem Zeitpunkt gerade in Jakarta und nicht vor Ort. Aber seine ganze Familie starb. Er erzählt, dass nach dem Erdbeben gerade einmal 20 Minuten Zeit blieb, bis die Welle kam. Nun hat die Stadt ein Frühwarnsystem aus Deutschland. Als wir am Hafen ankommen, zeigt uns Bob, von welcher Richtung die 25 Meter hohe Welle kam. Wir bekommen Gänsehaut.
Auch meine Beobachtungen werden von Bob bestätigt. Etwa 80% der Männer rauchen. Die Zigaretten werden wie in Deutschland immer teurer, daher werden illegale günstigere Zigaretten verkauft.
Ab 10 Jahren fahren die Kinder Roller. Bob erzählt, dass die Kinder selbständig mit dem Roller in die Junior High School (nach der Grundschule) fahren.
Wir verabschieden uns von Bob, wir sehen ihn am Donnerstag wieder.
Um 12 Uhr fährt unsere Fähre los, leider eine langsame Auto-Fähre. Die nächste schnelle Fähre wäre allerdings erst in ein paar Stunden gegangen.
Die Luft steht auf dem alten Schiff.
Als wir uns auf dem obersten Deck einen Platz suchen, kommen einige Einheimische kreischend auf uns zu. Es werden noch Fotos fürs Familienalbum gebraucht - mit Tobi und mir.
Nach 2 Stunden kommen wir an. Wir sehen keine Häuser, nur grün grün grün.
Die Insel ist ein kleines Paradies. Es sind überwiegend nur Roller unterwegs, die Straßen sind daher auch nur recht schmal. Es erinnert mich fast an eine Jogging-Strecke.
Unser nächster Fahrer bringt uns zum Taucherhotel direkt am Meer. Eine schöne grüne Anlage mit großen Bungalows inkl Terrasse mit Hängematte. Sogar Tobi als Nicht-Taucher darf bleiben;)Read more












TravelerUnglaublich dein Bericht 🤡