• Pulau Weh II

    7 de maio de 2025, Indonésia ⋅ ☁️ 30 °C

    Der 2. und letzte Tauchtag auf Pulau Weh steht an. Heute bin ich deutlich entspannter, da ich nun die Orga der Tauchschule kenne. Wir machen uns entspannt fertig und Tobi sieht sich das ganze mit einer Tasse Kaffee von der Lounge aus an. Wir sind ein paar Taucher weniger als gestern. Allerdings heute mit Therese und Troy aus Australien, Troy ist 10 Jahre alt. Respekt in diesem Alter schon zu tauchen. 
    Heute bin ich die erste, die vom Boot muss. Die Rolle vom Boot macht mir immer mehr Spaß. Als wir abtauchen wollen, merke ich, dass ich keine Luft bekomme. Schnell gebe ich das Notsignal. Meine Sauerstoffflasche wurde anscheinend nicht aufgedreht.
    Als wir abtauchen merke ich bereits die starke Strömung. Die Strömung drückt uns nach unten und so schnell kann ich garnicht schauen, da bin ich schon an einer Koralle hängengeblieben. Die Kratzer brennen im Salzwasser. Ich tue mich schwer, mich zu orientieren und auszutarieren. Das ist definitiv der schwerste Tauchgang, den ich bisher hatte. Ich kann mich garnicht richtig umschauen, weil ich verzweifelt versuche, nirgends dagegen zu knallen. Mein Buddy lässt sich vom Strom einfach schieben. Ich komme mir ein bisschen vor wie bei "Findet Nemo" im OAS. 
    Endlich verlassen wir die Strömung und es wird ruhiger. Ich wusste bereits, dass manche Taucher ganz verrückt nach Strömungen sind. Ich werde ganz sicher nicht dazu gehören. 
    Doch nun gefällt mir der Tauchgang sogar besser als gestern. Es sind mehr Fische da und auch die Farben strahlen im Licht schöner. Eine große Schildkröte frisst vor uns und lässt sich von uns überhaupt nicht stören. Wir beobachten sie ein paar Minuten lang. Auch an einem gefährlichen Steinfisch kommen wir vorbei, perfekt getarnt als Fels. Nach 1 Stunde tauchen wir wieder auf und fahren zurück zu unserem Strand. 
    Tobi wollte es sich währenddessen erneut im Chill-Out-Cafe gemütlich machen. Er war sogar vor dem Besitzer da. Der Besitzer kam gegen 10 Uhr verschlafen aus der Tür. Die Öffnungszeit ab 8 Uhr wurde heute nicht geschafft. Indonesien eben.
    Für den restlichen Tag haben wir eine Insel Tour per Roller geplant. Das Ausleihen kostet 4,80€. 
    Tobi hätte am liebsten eine Führerscheinprüfung abgelegt, nur um ganz sicher zu gehen nichts falsch zu machen. Aber die 2-3 Einweisungen der Rollerfrau müssen reichen. Wir müssen keinen Namen angeben und auch keinen Führerschein zeigen. Auch bezahlen müssen wir noch nicht. Sie sagt zu Tobi: "Du vertraust mir, ich vertraue dir".
    Auf Pulau Weh sind fast keine Autos unterwegs, wir können gemütlich um die Insel düsen. Nach 35 Minuten sind wir auf der anderen Küstenseite angekommen. Wir genießen den Ausblick aufs türkise Meer und trinken eine Kokosnuss.
    Auch einen Wasserfall im Inselinneren wollen wir uns noch anschauen. 
    Als wir laut Google Maps abbiegen müssten, liegt ein kleiner, steiniger Waldweg vor uns. Ob das der richtige Weg ist? Gerade als wir einbiegen wollen, hupt es hinter uns. Ein Mann ruft uns zu, dass Google Maps falsch ist und wir noch ein paar Kurven weiterfahren müssen. Gott sei Dank hat der Mann uns gesehen. 
    Wir finden den richtigen Weg und fahren an vielen Palmen vorbei ins Grüne. Als wir den Roller abstellen, sehen wir einen kleinen Pfad. Hier geht es vermutlich zum Wasserfall. Wir laufen über Steine und durch einen kleinen Bach. Die Luft steht. Sogar eine kleine Wasserschlange kreuzt unseren Weg. Angekommen am Wasserfall sind wir alleine. Die Luftfeuchtigkeit und die Schwüle machen meinem Kreislauf ein bisschen zu schaffen.
    Den Rückweg überleben meine Sandalen nicht mehr. Das zweite Paar Schuhe, das ich nicht mehr mit heim nehmen werde. Leider heißt das auch, dass ich jetzt barfuß auf dem Roller fahren muss. Wenn da mal nichts passiert.
    Wieder an unserem Strand angekommen, würde Tobi den Roller am liebsten nicht mehr hergeben.
    Als wir abends gerade fertig sind mit unserem letzten Curry, gesellt sich ein älterer, westlicher Mann zu uns. Ein Rentner aus Berlin. Er erzählt uns ein paar Lebensweisheiten. Seit dem 15.09. ist er unterwegs -angefangen in Australien, ohne Rückflugticket. Er weiß noch nicht, wo es ihn als nächstes hin verschlägt. Seine Tattoos erinnern mich ein bisschen an Captain Jack Sparrow.  Lustigerweise hat er früher sowohl in Augsburg, als auch in Stuttgart gewohnt. 
    Wir verabschieden uns mit einem Servus und packen ein letztes Mal unsere Rucksäcke.
    Leia mais