Markt- und Schulbesuch
May 4 in Tanzania ⋅ ⛅ 24 °C
Als der Wecker klingelt, ist es fast noch dunkel. Heute geht es in die nahe gelegende Stadt Arusha zu einem lokalen Markt. Da man aufgrund der Straßenverhältnisse nur langsam fahren kann, braucht man fast 45 Minuten für die Strecke. Daher treffen wir uns mit unserem Guide schon um 7:30 Uhr.
Gemäß deutscher Natur sind wir natürlich pünktlich abfahrbereit und warten. Kein Guide weit und breit. Wir zwingen uns beide zu mehr Gelassenheit, in Afrika ticken die Uhren bestimmt ein bisschen langsamer.
15 Minuten später wundern wir uns doch ein wenig und Tobi schaut auch außerhalb der Lodge nach. Jap, da steht unser Guide. Man hat vergessen uns auszurichten, dass er außerhalb auf uns wartet.
Mit einem schnellen "Hakuna Matata" ist das Ganze auch schon erledigt und wir fahren los.
Neben der Straße sind viele Menschen zu Fuß unterwegs. Die meisten laufen mehrere Kilometer zu Fuß zur Arbeit, wird uns gesagt. Das Benzin ist teuer, dadurch bleibt oft keine Alternative. Unser Guide schwärmt schon fast von Deutschland und meint "In Deutschland ist alles so schnell und perfekt. In Tansania gibt es nur wenig Regeln".
Aber er erzählt uns auch, dass Tansania ein sehr fruchtbares Land ist und die Menschen immer irgendetwas zu essen hätten. Viele sind Bauern und bauen alle Lebensmittel selbst an. Auch eine Kuh wird oftmals pro Familie gehalten.
Weil es mich natürlich interessiert frage ich nach dem Gesundheitssystem und der Krankenversicherung. Tansanier mit "guten" Arbeitgebern, wie z. B. der Regierung, haben eine Krankenversicherung. Er selbst könnte über seinen Arbeitgeber zumindest eine Krankenhausversicherung abschließen. Er lacht und sagt, dass er sich das Geld lieber spart und auf die Versicherung verzichtet. Was solle schon passieren. Ich lächle tapfer 🥲
Als wir mitten in Arusha angekommen sind, wird es wuselig. Sehr viele Menschen sind unterwegs. Im Vergleich zu Asien wird auf den Straßen allerdings sehr wenig gehupt.
Wir werden an einen lokalen Guide übergeben, der sich auf dem großen Markt auskennt. Ich glaube, dass wir ansonsten auch gar nicht rein kämen. Es sind weit und breit keine anderen weißen Menschen zu sehen. Ab und zu hören wir schon wie uns "Muzungu" nachgerufen wird. Das ist die Bezeichnung für weiße Menschen bzw. Europäer. Nachdem auf dem Markt wirklich sehr viel los ist, fühl ich mich teilweise fehl am Platz. Die Menschen schauen uns eher kritisch an, ab und zu werden wir aber trotzdem freundlich angewunken und begrüßt. Ich gebe mir sehr große Mühe den Einheimischen nicht im Weg zu stehen. Bevor wir ein Foto schießen, fragen wir um Erlaubnis. Unser Markt-Guide spricht immer wieder kurz mit den Leuten an den Marktständen. Vermutlich erzählt er ihnen, dass sie die komischen Europäer einfach ignorieren sollen und wir gleich wieder weg sind.
Von Gemüse, Obst, Nüssen, getrockneten Fischen bis hin zu Küchenutensilien und Schuhe kann man alles kaufen. Wir dürfen an Teeblättern und verschiedenen Knollen und heimischen Gewürzen riechen, deren Namen ich alle schon wieder vergessen habe.
Auch eine Art Kreidestein wird mir angeboten, den anscheinend - wenn meine Übersetzung richtig war- schwangere Frauen in Tansania täglich zerbröseln und trinken. Es soll Schwangerschaftsbeschwerden lindern.
Die angebotenen Schuhe machen mich nachdenklich. Es sind alles Schuhe aus Europa, die von uns aussortiert wurden und hier quasi neu verkauft werden. Riesige Berge an Schuhen werden aufgetischt und man kann einfach drin herum wühlen. Jetzt gerade fühle ich mich ziemlich als "weiße reiche Frau" und weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll.
Der Markt-Guide fragt mich, ob unser Markt in Deutschland auch so aussieht.
Nach einer Stunde verlassen wir den Markt wieder und besuchen eine Grundschule. Es nieselt leider. Der Pausenhof ist leer, da gerade Unterrichtszeit ist. Trotzdem winken aus den Klassenzimmern überall begeistert Kinder, sobald sie uns entdecken.
Wir gehen in das Büro der Rektorin, die einen strengen Eindruck macht. Ca 350 Kinder gehen auf die Schule, von der ersten bis zur 7. Klasse. Sie begleitet uns zu einer ersten Klasse und wir schauen kurz herein. Mindestens 30 Kinder stehen in einem bunten Klassenzimmer und singen auf Swahili "Guten Morgen Frau Rektorin". Obwohl die Schule von außen eher trist wirkt, ist es innen hell und bunt. Es wird ein Lied für uns angestimmt und irgendwann erkenne ich, dass es um A, E, I, O, U geht. Ein Junge darf nicht mitsingen und schreibt stattdessen etwas in ein Heft. Tobi vermutet er musste eine Strafarbeit schreiben. Wir geben unsere Malstifte ab (es hat sich gelohnt!!) und die Kinder drängeln sich drum herum. Die Rektorin übersetzt, dass die Kinder uns "We love you" zurufen. Was für eine schöne Begegnung 🥹
Wir machen uns wieder auf den Heimweg und kurz bevor wir zu unserer Lodge einbiegen, stehen zwei Zebras auf der Straße 😍
Ganz entspannt laufen sie zur Seite und lassen sich nicht stören.
Zum Mittagessen gibt es ein tatsächlich gutes Schnitzel und wir verleihen den Titel "Bestes Schnitzel außerhalb Europas".
Nachdem ich von den nahen Zebras immer noch begeistert bin, entscheiden wir uns nochmal für einen Spaziergang.
Wir spazieren den Weg zurück und siehe da, sie grasen immer noch. Wie hübsch sind eigentlich Zebras? 😍 Auch ein Gnu und ein paar Affen springen herum.
Zurück in der Lodge tauschen wir auf der Terrasse Bilder aus und auf einmal kommen zehn Pferde aus dem Gebüsch, die an der Wasserstelle trinken und baden. Drei Pferde machen auch einen kurzen Abstecher zu unserem Zimmer.
Wir werden bereits vorgewarnt, dass wir die Lodge gleich nicht mehr für uns alleine haben und eine Reisegruppe mit 11 Personen ankommt. Immer diese Touristen.... 😉Read more

















Traveler
Ist das Zebra schwarz mit weißen Streifen oder weiß mit schwarzen Streifen?
TravelerGanz klar weiß mit schwarzen Streifen