• Mit dem Fahrrad durch Mto war Mbu

    May 8 in Tanzania ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir sind immer noch hin und weg von unserem Hotel am Hang. Den riesigen "Graben" den wir sehen können, ist 6000 km lang und verläuft durch mehrere andere afrikanische Länder. Eigentlich wäre heute ein freier Tag, aber nachdem uns auch ein freier Nachmittag reicht, haben wir uns für eine Fahrradtour am Vormittag entschieden.
    Mit dem Fahrrad geht es durch das Dorf Mto wa Mbu, welches unterhalb des Berges liegt.
    Anton ist unser Guide. Als ich ihm sage, dass sein Name auch in Bayern verwendet wird, schaut er ganz begeistert. Sogar den FC Bayern kennt er.
    Wir bekommen unsere Fahrräder und für Tobi ist es mehr ein Kinder Fahrrad. Nach einem kurzen Bremsen Test (sie funktionieren nicht) geht's auch schon los.
    Wir fahren ein paar Meter im Dorf und die Einheimischen schauen uns hinterher. Wir kommen zu großen Reisfeldern. Während wir dort entlang fahren, riecht es bereits nach gekochtem Reis. Anton erklärt uns ein bisschen was über die Ernte, alle 6 Monate kann der Reis geerntet werden. Die Arbeit wird fast nur von Frauen erledigt. Ein paar Männer helfen nur, falls es zu schwere Säcke zum Tragen gibt.
    Wir halten beim lokalen Markt auf dem es deutlich entspannter zugeht als in Arusha. Ich stelle mein Verhandlungsgeschick unter Beweis und konnte ein Armkettchen um 1 Dollar herunterhandeln (ich glaube der Verkäufer lacht immer noch). Wir kommen am Schlacht-Häuschen vorbei und Anton erklärt stolz, wie frisch das Fleisch ist. Von den großen Fleischstücken tropft nämlich noch das Blut. In der Schwüle und bei diesem Anblick, merke ich gleich meinen Kreislauf. Schnell gehe ich wieder zu den Gemüseständen.

    Als nächstes zeigt uns Anton eine Bananenplantage und wir stehen mitten in den grünen Stauden. Sogar rote Bananen gibt es hier. Er erzählt, dass in Afrika jeden einzelnen Tag Bananen gegessen werden. Mich überrascht, dass die Pflanze nur ein einziges Mal Früchte trägt und dann nicht mehr verwendet werden kann. Macht aber nichts, denn es gibt immer Nachschub von kleinen Pflanzen. Fast schon zu viel.
    Zum Schluss stehen wir noch in einer kleinen Outdoor Kunstgallerie im Grünen. Hier können Kinder am Wochenende zum Malen herkommen und ihnen werden verschiedene Techniken beigebracht.

    Wir fahren begleitet von ein paar Hunden zurück ins Dorf und halten bei einer kleinen Hütte. Wir bekommen noch ein lokales Bananen Bier zum Probieren. Als uns die ernst aussehende Mama dieses bröselige Getränk hinstellt (das Bier zu nennen wäre für einen Bayer doch zu viel), weiß ich schon, dass ich es nicht trinken werde. Die Einheimischen brauen aus Bananen und Hirsemehl ihr eigenes Bier, das man auch nirgends kaufen kann. Wundert mich jetzt auch nicht wirklich. Es wird immer aus nur einem Becher getrunken, da man es mit seinen Freunden teilt. Gibt es unter den Einheimischen Streit, wird zusammen mit dem Dorfältesten das Bananenbier getrunken und der Streit ist vergessen. Bei Hochzeiten muss der Brautvater viele viele Liter brauen und zur Verfügung stellen. Man braucht übrigens mindestens 5 große Becher pro Person um leicht betrunken zu werden.
    Tobi ist tapfer und nimmt 2 Schlücke. Vor dem Trinken muss man pusten um den gröbsten Schaum weg zu bekommen. Ich rieche mal dran und das reicht mir vollkommen.
    Wir dürfen noch ein Blick in die Küche werfen und spätestens jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob Tobi das überleben wird. Sehen wir dann spätestens morgen.
    Zurück am Swimmingpool mit 2 kühlen (richtigen) Bier stellen wir fest, dass der Tag heute gegensätzlicher nicht hätte sein können
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