• Sektfrühstück auf Föhr

    June 20 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C

    Die Insel Föhr. Unendliche Weiten.
    19.06.-21.06.2026

    Für uns beide war Föhr Terra nullius – unbekanntes Terrain. Zwar war ich vor einigen Jahren schon einmal kurz hier, allerdings nur für einen Tagesbesuch in einer Rehaklinik. Meine Erwartungen? Eher bescheiden: Föhr ist Nordfriesland, nur mit Wasser auf allen Seiten. Damit lag ich nicht ganz falsch – aber zwei Dimensionen hatte ich unterschätzt: Föhr ist schön. Und irgendwie niedlich.
    Unsere Fährfahrt nach Föhr war aufregend und zum Glück problemlos. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, wie es zwei Tage später sein wird 😐 - stay tuned!

    Zur Mitte unserer zweiwöchigen Reise hatten wir uns ein Hotelzimmer gegönnt – eine Dachsuite im „Rackmers Hof”, ursprünglich aus der Not heraus gebucht, weil der einzige Campingplatz bereits ausgebucht war. Eine Entscheidung, die sich in der Nacht als goldrichtig erwies: Das heftigste Unwetter seit Langem tobte über die Insel. Der Nachthimmel glich einem Stroboskoplicht, so viele Blitze erleuchteten das verschlafene Föhr. Dazu sintflutartige Regenfälle. Diese Nacht im Dachzelt hätte ich niemandem gewünscht. Also: alles richtig gemacht.

    Am Morgen dann ein reichhaltiges Frühstück – standesgemäß mit einem Gläschen Sekt auf den nächtlichen Schreck.

    Erholt begaben wir uns zum Hafen. Mit der MS Rüm Hart – „Weites Herz” – fuhren wir hinaus in den Lebensraum der Seehunde. Begleitet von zwei Guides der Schutzstation Wattenmeer ging es bei Niedrigwasser zu einer nahe gelegenen Sandbank. Und was soll ich sagen: Wir wurden nicht enttäuscht. Etwa zwanzig Seehunde chillten dort in der prallen Sonne, machten die klassische „Bananenhaltung” und dösten. Darunter sogar ein paar Jungtiere, die von ihren Müttern gesäugt wurden. Wirklich schön zu sehen, wie gut es den Tieren im Nationalpark Wattenmeer wieder geht. Zum Abschluss wurde noch ein kleines Netz ausgeworfen, Krabben und Fische an Bord geholt – und sowohl die kleinen als auch die großen Gäste haben von den Naturschützer:innen einiges gelernt.

    Nach so viel frischer Luft meldete sich der Hunger. Ein Restaurant direkt am Südstrand, danach einem Tipp vom Boot gefolgt: Ein neues Café in der Nähe, mit wirklich leckerem Kuchen. Zwei Stücke eingepackt – denn den Sonnenuntergang wollten wir unbedingt im Nordosten der Insel erleben. Per App einen Strandkorb gebucht, eingerichtet, Bücher aufgeschlagen – Herr der Ringe für Erik, feministische Literatur für Sarah – und nach etwa fünf gelesenen Seiten schliefen wir beide einfach ein. Zwei Stunden später gestanden wir uns ein, dass es noch weitere Sonnenuntergänge geben wird.

    Also machten wir uns auf den Weg zurück. Trotz Müdigkeit schauten wir dann doch noch das WM-Spiel: Deutschland gegen Côte d’Ivoire. Nach dem 2:1 glitten wir beide sehr beseelt ins Land ins Land der Träume.

    Ahoi!
    Erik
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