• Zahnputzparty, Weinberge und Naturpool

    September 15 in Portugal ⋅ ⛅ 24 °C

    Die Wolken hingen abermals tief und waren noch dunkelblauer als gestern. Ganz klar, das sind Regenwolken.

    Bevor zum Frühstück gerufen wurde, bestaunten Pauline und ich die freilaufenden Kühe mit ihren Kälbern. Beim Frühstück wurde der heutige Tag geplant: Weinberge, Essen und Baden.
    Nach dem Frühstück fand eine kleine spontane Zahnputzparty statt, wo sich abwechselnd Lieder gewünscht wurde - erst Groß, dann Klein 😁 und dann saßen alle gegen 11:30 Uhr im Auto.
    Es geht in den Nordwesten der Insel nach Paisagem da Cultura da Vinha. Die Weinlandschaften unterscheiden sich ganz klar von unseren in Deutschland. Sehr viele Weinreben zwischen Lavasteinmauern inklusive einer toten Ratte 🫣.
    Im Norden der Insel Pico herrschte währenddessen blauer Himmel und Sonnenschein und im Süden war es bewölkt und regnerisch. Den Pico konnten wir folglich nicht sehen.

    Wir ersparten uns den Besuch eines weiteren Weinanbaugebietes und suchten lieber eine Lokalität auf, um den Hunger zu stillen. Kulinarisch ist das Essen auf den Inseln zu 80% nicht gut. Mich gelüstet es mittlerweile sogar sehr nach Gemüse 😂. Wir geben die Hoffnung dennoch nicht auf. Somit ging es danach direkt in einem Supermarkt - es schmeckte nicht allen. Dieser verfügte über einen Burger King inklusive Spielplatz = zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Eis für alle, die wollten und ein Spieleparadies für die Kids.

    Das Stimmungsbarometer stieg wieder an und so ging es auf zu einem weiteren coolen Naturpool "Piscinas naturais da Criação Velha". Die Naturpools machen schon etwas her und es gibt logischerweise keinen Sand, der sich gegen einen verschwören kann. Dieser Ort bot einige Überraschungen:
    - Karlotta reist nun mit einer Unterhose weniger zurück
    - Alice schaffte es endlich mehrere Kapitel ihres Buches zu lesen
    - Pauline und ich schossen Selfies
    - es gab mehrere Biere, eine Coke Zero und Sonne
    So verbrachten wir den späten Nachmittag und es wurde immer später 🥸.

    Schlussendlich saßen wir gegen 20:00 Uhr in einem tollen Restaurant, auch ohne vorher reserviert zu haben.
    Einige Tischnachbarn schauten ganz panisch, als sie die zwei Mini-Mädels sahen. Wenn sie wüssten, was 30 Minuten vorher los war 😅. Wir haben uns alle benommen, keiner weinte, das Essen war sehr lecker und der Ausblick war auch wieder sehr schön. Hach!

    Viel zu spät kamen wir zuhause an, wo dann noch aufgeräumt und gepackt werden musste. Der Tag heute war anders anstrengend und jeder auf seine/ ihre Weise gerädert und müde.

    Ach ja, dem Regen sind wir heute gekonnt aus dem Weg gefahren 🙃.

    Good to know with Sarah:
    Die Weinlandschaft auf Pico gehört zu den ungewöhnlichsten Anbaugebieten der Welt und wurde deshalb von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Auf der Insel wachsen die Reben direkt in einem vulkanischen Lavagebiet

    1. Schwarzes Lavagestein statt Erde:
    - Die Weinreben wachsen zwischen schwarzen Basaltfelsen aus früheren Vulkanausbrüchen.
    - Oft gibt es nur eine sehr dünne Humusschicht.
    - Die Wurzeln müssen tief in Felsspalten eindringen, um Wasser und Nährstoffe zu finden.

    2. Schutz vor Wind und Salzwasser:
    - Starker Wind und salzige Gischt würden die Reben beschädigen.
    - Deshalb wurden über Jahrhunderte Tausende kleine rechteckige Mauern aus Lavasteinen gebaut, sogenannte „Currais“.

    3. Wärmespeicher Lava:
    - Die schwarzen Steine speichern tagsüber Sonnenwärme.
    - Nachts geben sie die Wärme wieder ab.
    - Dadurch entsteht ein günstiges Mikroklima für die Trauben.

    Keep wandering, keep rising,
    Sarah
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