• Fahrt nach Kisoro

    August 2 in Uganda ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir fahren Richtung Kisoro, dem Tor zu den legendären Nationalparks Bwindi Impenetrable Forest und Mgahinga Gorilla Nationalpark – den Heimatorten der majestätischen Berggorillas.
    Die Strecke führt uns durch wunderschöne Landschaften Ugandas: sanfte Hügel, terrassierte Felder, kleine Dörfer und leuchtend grüne Täler prägen das Bild. Wäre es nicht nebelig, würden sich unterwegs immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Virunga-Vulkane, die sich an der Grenze zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) majestätisch erheben, eröffnen. Leider sehen wir sie zumindest heute nicht. Es handelt sich um eine Gruppe von 8 Vulkanen, die zwischen dem Eduardsee und dem Kiwusee liegen, zum Ostafrikanischen Grabenbruch gehören und zwischen 3000 und 4500m hoch sind. Drei der Vulkane liegen in der DRK. Im Jahr 2002 sind sie das letzte Mal ausgebrochen. Die anderen Vulkane liegen hälftig zwischen Ruanda und der DRK und zwischen Uganda und Ruanda. Der älteste der Virunga-Vulkane befindet sich im Dreiländereck zwischen Ruanda, Uganda und der DRK. Die Virunga-Vulkane sind mit tropischem Bergregenwald bedeckt und die Heimat der seltenen Berggorillas. Insbesondere zum Schutz der Berggorillas, die sonst nur noch im Bwindi-Nationalpark in Uganda vorkommen, gründete Prinz Albert 1925 den ersten afrikanischen Nationalpark. Dieser liegt heute in Ruanda und der DRK. Maßgebend für die Erforschung und den Schutz der Gorillas in den 60/70er-Jahren war die US-amerikanische Zoologin Dian Fossey. Ihr Leben wurde in „Gorillas im Nebel“ verfilmt. Der Dian-Fossey-Fund ist bis heute mit dem Schutz der Gorillas und dem Erhalt ihrer Lebensräume beauftragt. Heute leben immerhin wieder über 1000 Berggorillas in freier Wildbahn, etwa 400 davon in Uganda. Die Bestände wachsen und haben sich seit den 1980er Jahren fast wieder verdoppelt. Die zunehmende Zerstörung des Lebensraumes durch reiche Ölvorkommen im Virunga Gebiet, anhaltende Bürgerkriege im Kongo und Wilderei bedrohen die Bestände der Gorillas jedoch weiterhin.

    Die Menschen leben von der Landwirtschaft und dem Abbruch von Steinen. Die Landschaft wurde dadurch bereits dramatisch verändert. Für je 3 Kubikmeter klein geschlagenes Gestein erhält eine Familie 100$. Man benötigt dafür zu siebt etwas eine Woche. Damit die Eltern weiterer Arbeit nachgehen können, schlagen die Kinder das grobe Gestein in etwa 5x5 cm große Stücke. Obwohl heute Sonntag ist und viele Familien schön gerichtet in die Kirche gehen oder wenigstens gemeinsam vor ihren Häusern sitzen, gibt es dennoch genügend Leute, die auch heute arbeiten. Auch die Kinder.
    Je näher wir Kisoro kommen, desto dramatischer wird die Landschaft – tiefe Täler, dichter Nebelwald und der Duft tropischer Vegetation begleiten uns auf den letzten Kilometern. Trucks kämpfen sich mit maximal 5km/h in schwarze Abgaswolken gehüllt die steilen Berge hinauf Richtung kongolesische Grenze. Leider ist die Sicht sehr eingeschränkt. Man mekrt deutlich, dass es bereist August ist und die Regenzeit näher kommt. Im Juli war die Luft noch völlig klar und die Aussicht auf das Umland grandios, während bereits jetzt nichts mehr von der Bergwelt zu sehen ist. Durch El Nino ist der Beginn der Entstehung der nebligen Luft dieses Jahr besonders zeitig. August ist für Uganda nicht mehr unbedingt der geeignetste Reisemonat.
    Und plötzlich sind sie da - die Golden Monkeys. Nicht nur einer. Nein, eine ganze Gruppe und wir können sie richtig lange und schön beobachten. Sie sind sehr scheu. Ganz langsam nähere ich mich ihnen. Das Männchen wirft sich in Pose und zeigt wer der Chef ist. Die Weibchen fressen genüsslich Blüten. Aber alle sind sehr wachsam. Ich bin begeistert. Golden Monkeys sind selten und scheu. Es war meine große Hoffnung sie zu finden. Und jetzt scheinen sie geradezu auf uns gewartet zu haben. Was für eine wunderschöne Begegnung.
    Wir fahren noch weiter bis zum Lake Mulehe, wo wir in der Lake Mulehe Safari Lodge, die idyllisch direkt am Seeufer liegt, unterkommen.
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