• Markt in Kabale

    August 1 in Uganda ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute ist Samstag und es finden viele Feste und Hochzeiten statt. Einige Pisten sind gesperrt und so muss ein neuer Weg her, der immer wieder tolle Ausblicke bietet, aber extrem steil ist. Die Bremsen leisten super Arbeit. Ab und an hilft der 4x4 mit. Schließlich erreichen wir die quirlige Stadt Kabale. Unser Ziel ist der Markt. Aber vorher benötige ich dringend Geld. Der ATM ist schnell gefunden. Doch er will kein Geld ausspucken. Leider gibt er mir auch zunächst meine Karte nicht zurück. Doch schließlich hat er Erbarmen. Gott sei Dank. Ich liebe Bargeld. Und somit packe ich meine Euros aus, gehe in die Wechselstube und bin nach kurzer Zeit endlich mal wieder Millionärin. Herrlich.

    Der Markt ist sauber, perfekt sortiert mit riesiger farbenfroher Auswahl an Obst und Gemüse. Die Menschen freuen sich über uns. Eine ältere Dame flippt beinahe aus und bedankt sich mehrfach, dass wir Uganda bereisen. Viele erklären uns, um welches Obst/Gemüse es sich handelt. Die Menschen sind extrem freundlich und fröhlich. Und klar - es gibt hier unendlich viele Kinder, die während des Tages auf dem Markt unterwegs sind und darauf warten, dass die Mutter mit Verkaufen fertig ist. Alle winken und strahlen, müssen ebenfalls testen, ob wir aus Fleisch und Blut sind und lassen sich zu meiner großen Freude liebend gerne fotografieren. Inmitten von Obst und Gemüse entdecke ich ein Baby, das zufrieden schläft. Auch einige Verkäufer halten ein Nickerchen. Besonders lecker sind die vielen unterschiedlichen Bananenarten, durch die wir uns durchprobieren. Besonders fein sind die Baumtomaten. Sie wachsen nur in Uganda. Ich entdecke eine kleine Schneiderei, in der die Nähte liebevoll mit einem uralten Kohlebügeleisen glattgebügelt werden. Natürlich weiß ich, wie das funktioniert, gesehen habe ich es aber noch nie.

    Das Bier fehlt noch. Es sitzen nur Männer in der hmmm was ist das? Kneipe kann man es kaum nennen. Alle sitzen im Kreis und haben einen 2 Liter Humpen Ubushera vor sich. Alle teilen alles. Es wird aufgefüllt, herumgereicht, getrunken. Wir erhalten unser Gebräu in einem traditionellen Holzkrug. Ein Riesenpott. Zum Glück teilt Afrika alles. Moritz findet neue Freunde und teilt die Handynummer, während ich einen zweiten Pott Bier namens Enturire bestelle. Er enthält mehr Alkohol, weil ihm Honig hinzugefügt worden ist und es dadurch anders fermentiert. Der erste Schluck ist gewöhnungsbedürftig. Ubushera erinnert geschmacklich sehr an Airag (vergorene Stutenmilch) aus der Mongolei. Das Honiggebräu verschreckt mich im ersten Moment, weil ich das Gefühl habe, jede Menge Sand im Mund zu haben. Also schnell schlucken, umrühren und weiter probieren. Dann schmeckt es mir. Nachdem einiges getrunken ist, übergeben wir die Krüge an die Gemeinschaft. Es wird nicht lange dauern, bis sie leer sind.

    Nach einem spannenden Tag geht es zurück zur Lodge. Zum Abendessen gibt es für mich heute Hühnerbrühe. Ich komme diesen Urlaub leider überhaupt nicht mit der Malariaprophylaxe klar. Bisher hatte ich nie Probleme. An Nebenwirkungen nehme ich im Moment alles mit, was geht. Ich hoffe, das ändert sich noch. Sonst muss ich das Zeug absetzen und mir etwas Neues überlegen. So geht es nicht.
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