• Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal

    August 7 in Uganda ⋅ 🌧 10 °C

    Der Kazinga-Kanal verbindet die Seen Edward und George. Wir wechseln von Land auf Wasser. Während wir lautlos über das Wasser gleiten, eröffnet sich ein faszinierendes Schauspiel der Natur. Bald 100 Elefanten tummeln sich am Ufer, um zu trinken, Flusspferde planschen dicht neben dem Boot und Krokodile liegen im Sand. Überall erklingen die Rufe zahlreicher Wasservögel – darunter der Pelikan, Schlangenhalsvogel, Kormoran und der eindrucksvolle Seeadler. Büffel stehen im seichten Wasser und lassen sich von ihren Putzervögeln die Nasenlöcher reinigen. Einige Flusspferde geraten in Streit und jagen einander durch das Wasser. Die Tiere sind angespannt. Das Wetter ändert sich. Plötzlich kommt starker Wind auf. Der Himmel ist pechschwarz. Die Elefanten verschwinden vom Ufer und ziehen sich in die Hügel zurück. Der Sturm wirbelt den Sand auf. Eine mystisch Stimmung entsteht. Die eher in die Wüste, als ans Wasser passt. Langsam fahren wir den Kanal hinauf. Der Regen peitscht uns um die Ohren. Den Pelikanen, Störchen und anderen Wasservögeln macht das nichts. Die Flusspferde kommen grunzend an Land um zu fressen. Und so stehen sie gemeinsam mit den Elefanten und Büffeln im Gras. Die Kormorane trocknen ihre Flügel und das obwohl es regnet. Unzählige Pelikane drängen sich aneinander. Ein großes Krokodil mit weit aufgerissenem Maul liegt entspannt unter ihnen. Einige Wasservögel sitzen wir aufgestellt in Reih und Glied am Strand. Schließlich fliegen sie los und tanzen in herrlichen Formationen durch die Luft. Gelangweilt sehen die Flusspferde zu und reißen ihre riesigen Mäuler auf, als wollten sie gähnen oder die gesamte Vogelwelt auf einmal verschlingen. Die Kingfischer fliegen ihr Nester in der sandigen Uferböschung an. Schließlich lässt der Regen nach. Alles trieft. Die Elefanten kehren vermehrt ans Ufer zurück. Die Gewitterstimmung ist unglaublich und zaubert wundervolle Wolken und Lichtspiele in den Himmel. Es ist ein grandioses Erlebnis, die Tiere auf diese Weise zu beobachten.

    Diese Bootsfahrt gilt zurecht als eines der schönsten Erlebnisse im Park. Momente purer Ruhe und Schönheit. Das Zusammenspiel von Wasser, Tieren, Himmel und Licht genießen wir in vollen Zügen.

    Vom Wasser aus eröffnet sich eine faszinierende Kulisse: Flusspferde und Elefanten baden am Ufer, Büffel und Antilopen grasen in der Nähe, während unzählige Vogelarten – darunter Seeadler, Störche, Ibisse und farbenfrohe Eisvögel – das Bild abrunden. Selbst Krokodile liegen entspannt zwischen den Hippos. Denn ihre Hauptnahrungsquelle ist nicht das Großwild, sondern der Fisch – und davon gibt es hier reichlich.
    Der Kazinga Channel ist ein natürlicher Wasserweg, der den Lake Edward mit dem Lake George verbindet. Mit einer Länge von etwa 32 Kilometern ist er ein zentrales Element des Queen Elizabeth Nationalparks. Der Kanal sorgt für eine stetige Wasserzufuhr und ist damit eine essenzielle Lebensader für die Tiere des Parks. Besonders in der Trockenzeit zieht der Kanal eine große Anzahl von Wildtieren an – ideale Bedingungen für eine unvergessliche Safari vom Wasser aus.
    An den Ufern des Kazinga Channels befinden sich kleine Fischerdörfer. Die Szenerie ist beeindruckend: Während Fischer am Ufer ihre Netze ordnen, trabt im Hintergrund ein Nilpferd durch die Landschaft – ein Bild harmonischer Koexistenz zwischen Mensch und Tier. Trotz der Wildnis haben sich die Menschen an das Zusammenleben mit den imposanten Tieren angepasst.
    Nicht weit vom Kazinga Channel entfernt liegt die Demokratische Republik Kongo. Der Lake Edward, an den der Kanal grenzt, wird von Uganda und der DR Kongo geteilt. Diese Region ist nicht nur wegen ihrer Wildtiere bedeutsam, sondern auch aufgrund ihrer landschaftlichen Vielfalt, die von den Savannen des Queen Elizabeth Nationalparks bis zu den üppigen Regenwäldern des Virunga-Nationalparks in der DR Kongo reicht.
    Trotz politischer Herausforderungen und ökologischer Bedrohungen bleibt die Region ein bedeutendes Naturschutzgebiet. Die Nähe des Kazinga Channels zur DR Kongo macht ihn zu einem wichtigen Verbindungspunkt zwischen diesen beiden einzigartigen Naturlandschaften.
    Read more