• Murchison Falls Nationalpark II

    August 13 in Uganda ⋅ ⛅ 32 °C

    Nach einer kühlen, wohltuenden Nacht war die Tagwache früh, das Morgenritual eingeübt wie ein Schweizer Uhrwerk: packen, Auto laden, Motor läuft – los. Fenster runter, Staub rein. Ein erwachender Tag im Busch ist immer besonders. Das Licht, das erst vorsichtig, dann entschlossen über die Pfanne kriecht, die erste Bewegung im Gras, der erste Vogel, der glaubt, er sei Luciano Pavarotti. Die Stille, die sich nicht leer anfühlt, sondern wie ein tiefes Einatmen.
    Die Temperaturen sind angenehm kühl, und die Tiere besonders aktiv. Elefantenherden kreuzen unseren Weg. Durch die Ebenen zu härten mit hunderten Gazellen und Antilopen. Giraffen kreuzen die Piste. Es ist eine große Giraffenschule. Auch einige kleine Tiere sind dabei. Sind Giraffen farblich besonders dunkel, sind sie alt. Mit ihren fünf Hörnern können sie einen Löwen töten, wenn sie ihn richtig am Kopf treffen. Das Mittelhorn auf der Stirn zeigt, dass es ein Männchen ist.
    Wir begegnen nochmals den Patas-Affen. Die Gruppe spielt am Morgen vergnügt zwischen Büschen und Termitenhügeln. Einige Jungtiere üben sich im Kampf.
    Wir erreichen die Ufer des Nils und treffen auf unzählige Antilopenherden. Schließlich kommen um die Mittagszeit die Elefanten ans Wasser. Es ist eine Gruppe mit 12 Männern. Sie trinken, begrüßen sich liebevoll, indem sie ihre Rüssel umeinander schlingen, duschen und kratzen ihren Hintern an einem riesigen Erdhaufen. Ein Anblick für die Götter, wenn das riesige Tiere den Hintern und den Rücken reibt. Elefanten trinken etwa 150l am Tag und pinkeln, wenn sie denn müssen, zwischen 5 und 7 Liter wieder raus. Die Länge der Stoßzähne verrät, ob sie Rechts- oder Linkshänder sind. Die pyramidenförmig gewölbte Stirn besitzt nur das das Männchen. Wenn das Männchen kackt, bleibt es stehen, verrichtet seinen Haufen an einer Stelle und bepinkelt ihn gleichzeitig. Das Weibchen läuft hingegen weiter, verteilt seine riesigen Bälle und pinkelt eine Spur dazwischen. Unsere Gruppe erledigt ihr Geschäft ebenfalls und scheißt in das Schlammloch, in dem es gerade badet. Nicht sehr reinlich. Doch was für ein Anblick. Eine Elefantenherde, im Hintergrund der Nil mit den blühenden Wasserlilien.
    Zwischen den Akazien tauchen plötzlich Griffen auf. Sind das viele. Wenn sie von den Akazien fressen, Dauer dies nur wenige Minuten, danach vergiftet die Akazie ihre Blätter. Sie schmecken bitter und die Giraffe mag sie nicht mehr. Dadurch schützt sich die Akazie von Kahlfraß. Die Giraffen müssen weiterziehen. Es dauert etwa 6 Wochen, bis die Akazie wieder schmeckt. Dadurch kommt Bewegung in die Savanne. Die Tiere müssen umherziehen. Zieht die Giraffe weiter, folgen Antilopen und somit auch die Fressfeinde wie Löwen und Leoparden. Was für ein genialer Kreislauf.
    Nach einem kräftigen Regenschauer freuen sich die Büffel auf ein Schlammbad. Sie sind jetzt nicht mehr schwarz sondern grau und komplett eingesaut. Was für ein Anblick. In den Hörnern klebt der Matsch und aus den Augen können sie kaum noch gucken. Naja, sie sehen ohnehin schlecht.
    Immer wieder begeistert mich die wunderschöne Akazien- und Savannenlandschaft. Das beige Gras steht bald einen Meter hoch und überragt die Büsche. Wie soll ich da nur einen Löwen finden? Ein paar Kilometer weiter leuchtet das Gras grün und will gefressen werden. Am Nilufer hingegen wogen Schilf und Papyrus im Wind und Wasserlilien blühen überall. Ständig ändert sich das Landschaftsbild.
    Zum Abend zaubert uns die Sonne einen unglaublich feuerroten Himmel. Die reinste Farbexplosion. Hoffentlich gilt hier nicht Abendrot schlecht Wetter droht.
    Read more