Der entlegene Nordosten
August 14 in Uganda ⋅ ⛅ 28 °C
Nach dem Frühstück beginnt eine der beeindruckendsten Etappen unserer Reise. Wir verlassen den Murchison Falls Nationalpark und machen uns auf den Weg in den entlegenen Nordosten Ugandas – in den Kidepo Valley Nationalpark, einen der abgelegensten Orte Ugandas. Auch heute wieder viele Kilometer Schotterpiste: Staubschwaden, wenig Gegenverkehr, viel Landschaft. Die Navigation funktioniert erstaunlich gut, wohl auch deshalb, weil ungefähr einmal pro Stunde (wenn überhaupt) eine Straßenkreuzung die entspannte Gleichmäßigkeit des Fahrens unterbricht.
Apropos Straßen: Ugandas Verkehrsnetz ist ein kleines Abenteuer für sich. Rund 160.000 Kilometer umfasst das ganze Netz, davon nur etwa 7’000 Kilometer asphaltiert – der Rest sind Schotter-, Sand- oder Erdstraßen. Klingt wild, fährt sich aber erstaunlich souverän: breit, übersichtlich, und je nach Abschnitt wie ein leichtes Wellness-Programm für die Stoßdämpfer.
Die Fahrt führt durch wechselnde Landschaften, von weiten Savannen über kleine Dörfer bis hin zu sanft ansteigenden Hochebenen. Je weiter wir nach Norden fahren, desto ursprünglicher wird das Land. Hier begegnen wir dem authentischen und unverfälschten Afrika, rau und wild, weit entfernt von den touristischen Routen. Die Häuser sind rund und mit Gras gedeckt. Jede der Häusergruppen gehört einer Familie. Alle leben hier miteinander. Wasser wird aus Brunnen gepumpt, vor den Häusern wird gekocht, Obst und Gemüse am Straßenrand verkauft. Ich liebe es, das Alltagsleben zu beobachten.
Der Kidepo Valley Nationalpark gilt als einer der schönsten und gleichzeitig unberührtesten Parks Ostafrikas. Andere Autos trifft man hier kaum. Selbst die Motorräder sind verschwunden. Man läuft und zwar hauptsächlich barfuß.
Das Auto passt sich farblich mehr und mehr der Landschaft an. Auf dem Kühlschrank tanzt im Rhythmus der Schotterpiste der rote Staub und malt seine Muster. Die Luft ist trocken. Wir kreuzen Uganda von West nach Ost entlang der Grenze zu Süd Sudan.
Wir erreichen die letzte Stadt und essen zu Mittag. Heute mag es mir nicht recht schmecken. Der Magen rebelliert und ich bin froh, dass die Toilette in Reichweite liegt. Doch vor mir liegen noch einige Stunden Fahrt, die gemeistert werden müssen. Zum Glück gibt es die Reiseapotheke. Gut durchgeschüttelt erreichen wir schließlich den Eingang zum Kidepo Nationalpark. Ich bin froh es geschafft zu haben. Die Lodge ist wunderschön. Sie liegt inmitten spektakulärer Landschaft. Mit seinen endlosen Grasebenen, Felsformationen und dem dramatischen Bergpanorama der Karamoja-Region begeistert uns die Natur schon jetzt. Wir beziehen unser Zelt und ich verkrieche mich sofort ins Bett. Fast bin ich eingeschlafen, als mich ein Donner zurückholt. Und was für einer. Hier in der trockensten Gegend Ugandas holt uns wieder der Regen ein. Der Himmel öffnet seine Schleusen und das Wasser rauscht hernieder. Fast klingt es so, als hätten wir aus versehen die Murchison Falls in den Koffer gepackt, die jetzt erneut losrauschen, nachdem wir sie wie den Geist aus der Flasche aus dem Koffer gelassen haben.
Es schüttet lange. Doch davon weiß ich nichts. Ich wache erst wieder auf, als es nur noch 5 Minuten bis zum Abendessen sind.Read more









































Traveler
Die Füßchen 🥰
TravelerGute Besserung!
TravelerDanke. Es war nur ein kurzer Ausflug in die Welt der Toiletten. Zum Glück.