Mount Moroto
August 17 in Uganda ⋅ ☁️ 27 °C
Wir verlassen die weite Savanne des Kidepo Valley Nationalparks und fahren in südlicher Richtung nach Moroto, dem kulturellen Zentrum der faszinierenden Karamoja-Region. Somit fahren wir zunächst parallel zur Grenze des SüdSudan und folgen dann im äußersten Osten Ugandas der Grenze Kenias. Auf sandiger Piste fahren wir immer wieder durch kleine Dörfer. Das Leben ist hier absolut ursprünglich. Die Kinder sind barfuß und oftmals unbekleidet. Wasserkanister werden auf den Köpfen zu den Brunnen getragen, Felder mit Ochsen gepflügt und vor den Rundhütten wird gekocht. Das selben spielt sich auf der Straße ab.
Unsere Route führt durch das Matheniko-Bokora Game Reserve, eine abgelegene Wildnis aus Dornbusch, Akazien und grasbewachsenen Ebenen.
Auch heute wieder viele Kilometer Schotterpiste: Staubschwaden, wenig Gegenverkehr, viel Landschaft. Die Navigation funktioniert erstaunlich gut, wohl auch deshalb, weil ungefähr einmal pro Stunde (wenn überhaupt) eine Straßenkreuzung die entspannte Gleichmäßigkeit des Fahrens unterbricht.
Apropos Straßen: Ugandas Verkehrsnetz ist ein kleines Abenteuer für sich. Rund 160.000 Kilometer umfasst das ganze Netz, davon nur etwa 6.000 Kilometer asphaltiert – der Rest sind Schotter-, Sand- oder Erdstraßen. Klingt wild, fährt sich aber erstaunlich souverän: breit, übersichtlich, und je nach Abschnitt wie ein leichtes Wellness-Programm für die Stoßdämpfer.
Während der Fahrt verändert sich die Landschaft allmählich – das Terrain wird bergiger. Vor uns tauchen unglaubliche Fels- und Bergformationen auf. Sie wirken wie in die Landschaft geworfen. Mal hier eine und mal da. Keine zusammenhängenden Gebirge. Dazwischen reihen sich Akazienlandschaften und immer wieder kleine Dörfer.
Wir merken deutlich, dass es immer trockener, wirklich extrem trocken wird. Der Staub dringt durch jede Ritze. Alles ist rotbraun gezuckert. Der staubtrockene Mund wird auch mit all dem Wasser nicht feucht. Das Gras ist verdorrt, die Akazien blätterlos. Hier in dieser Gegend ist es normalerweise grün und die Felder sind bestellt. Doch es hat zu lange nicht geregnet. Eigentlich wäre hier jetzt Regenzeit. Es herrscht eine Hungersnot und die Regierung schickt Hilfslieferungen mit Lebensmitteln aus anderen Landesteilen. Viele Menschen sind bereits verhungert.
Die eigentlich sehr angenehm zu fahrenden Sandpisten, sind steinig und grob geworden. Es rappelt und die Knochen werden gleichmäßig durchgeschüttelt. Es gibt jedoch schlimmere Strecken. Ich bin positiv überrascht. Schließlich taucht die majestätische Silhouette des Mount Moroto (3.083 m) am Horizont auf. Dieses Gebiet ist die Heimat des Karamojong-Volkes, einer halbnomadischen Hirtenkultur, deren Lebensweise noch heute stark von Tradition und Naturverbundenheit geprägt.Read more






































